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Schon recht betagt und doch so lebendig!

Liebes Gersdorf! Es ist ja bekannt, dass Du feiern kannst. Jedoch ein ganzes Wochenende, an dem ein Höhepunkt dem nächsten folgte, das hat man dann doch nicht alle Tage. Hast Dich geschmückt und herausgeputzt, so dass man Dir die 775 Jahre nicht sofort ansah.

Den Organisatoren ist es gelungen, ein vielfältiges, abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm zu... zu... , ja förmlich zu zaubern.

Die Festveranstaltung am Freitagabend war zweifellos die Krönung des Festes. Schon die Idee, historische Gersdorfer Personen wieder-auferstehen zu lassen, einfach brillant! So gab Dieter Deutschmann in Gestalt von Kantor Nicht im Gespräch mit dem Ortschronisten, dargestellt von Horst Nicht, Einblicke in Deine Geschichte von den Zeiten der Besiedlung bis in die Gegenwart. Moderiert wurde dies von einem weiteren, jedoch höchst lebendigen Original, dem "krummen Steinsetzer" Klemens Burkhardt.

Wusstest Du eigentlich bis dahin, dass es in den Reihen Deiner Vereine Komödianten par excellence gibt? Die kurzen, aber knackigen Einlagen der Sportler und der Tennisfreunde - einfach köstlich! Dass Du jedoch in der Lage sein würdest, einen gemischten Chor aus Deinen Einwohnern auf die Bühne zu bringen, der als Zugabe nochmals einen Kanon sang und das brechend voll besetzte Festzelt freudig mit einstimmte, wer hätte das jemals gedacht? Die Aufregung stand diesem oder jenem Laienkünstler durchaus im Gesicht und stand ihnen gut. Denn dann weiß man, sie sind mit dem Herzen dabei.

Wer sich noch mit all seiner Kraft einbringt, ist unsere Sport-Micha. Dieses sympathische Bündel aus Kreativität, Energie und purer Lebensfreude hält bereits seit Jahren ganze Generationen von Gersdorfern und darüber hinaus in Bewegung. Sie hat es verstanden, ein Spaßsportfest zu organisieren, das an jeder Station einen Teil aus Deiner Historie widerspiegelte. Darauf muss man erst einmal kommen! Sie wurde natürlich kräftig und offensichtlich auch gern von den Mitgliedern des Sportvereins unterstützt. Wenn sie sich mit Co-Moderator Steffen "Hans" Weber die verbalen Bälle zuspielt, ist das Unterhaltung pur.

Der Handwerkermarkt zeigte nicht nur traditionelle Werkzeuge und Techniken; diese oder jene Ausführung, zum Beispiel von Zimmerermeister Markus Hentschel, könnte man durchaus schon als Kunst durchgehen lassen.

Parallel zu allen Aktivitäten auf der Festwiese lief im Feuerwehrgebäude unter anderem eine Ausstellung zur Dorfgeschichte, die mit sehr viel Engagement vorbereitet und hochprofessionell ausgeführt wurde. Der hohe Zuspruch durch die Besucher spiegelte dies wider.

Auch den Gottesdienst und das damit verbundene Sommersingen von der Kirche in das Festzelt zu verlegen, erwies sich als Publikumsmagnet. Um den Wert einer derartigen Veranstaltung zu schätzen, muss man nicht unbedingt die Bibel unter seinem Kopfkissen haben. Selbst ich als bekennender Atheist habe seit diesem Wochenende einen Glauben: ich glaube ganz fest an Deine Zukunft.

Es ist so viel positive Energie vorhanden. Du kannst stolz auf Deine Einwohner sein, wobei ich auch diejenigen ausdrücklich einschließen möchte, die nicht hier im Ort wohnen, sich jedoch mit Dir verbunden fühlen und sich auf diese oder jene Art mit in das Geschehen aktiv einbringen.

Sei bitte nicht traurig, wenn nicht alle, die zum Gelingen des Festes beitrugen, hier namentlich genannt werden können. Einem jedoch gilt noch ein besonderer Dank: Harald Sturm hat mit seinen Mannen von "Sturmevents" für perfektes Licht und tadellosen Sound gesorgt und damit selbst Fisherman's Band überzeugt.

Und wenn sich zum Tanzabend alles im Festzelt trifft und man nur in entspannte und fröhliche Gesichter sieht, dann weiß man, Du hast alles richtig gemacht.

Du siehst, es gibt nicht wenige, die es gut mit Dir meinen! Bleib, wie Du bist, mach weiter so! Nur ein kleiner Wermutstropfen: das nächste derartige Fest soll erst in 25 Jahren sein? Doch halt, sag doch selbst, ist denn die 777 nicht eine wunderschöne Zahl? Denk drüber nach, verdient hättest Du es. Du kannst es! Und Danke für das schöne Fest!

Dein
Roland Pohl

Ein Beitrag im Schöpsboten vom August 2016.

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