Anzeigen
 

Bürgermeister März 2017

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Markersdorf! Ich weiß nicht genau, wann und in welchem Zusammenhang der zukünftige Bundespräsident diesen Satz gesagt hat, aber für uns ist er sehr aktuell:


"Diese Regierung ist kein Brandschutz.
Sie haben die Dinge treiben lassen und rufen jetzt
nach der Feuerwehr, wo es lichterloh brennt."

Frank-Walter Steinmeier

Denn in den Monaten Februar und März finden traditionell die Jahreshauptversammlungen in unseren sieben Ortswehren statt. Neben den Rechenschaftsberichten der Wehrleitungen über das vergangene Jahr und den aktuellen Situationen des Feuerwehrwesens in Sachsen standen auch dieses Jahr wieder Wahlen mit einem dadurch verbundenen Führungswechsel an.
Feier zu Himmelfahrt am Markersdorfer Feuerwehrhaus am 2. Juni 2011
Feier zu Himmelfahrt am Markersdorfer Feuerwehrhaus am 2. Juni 2011
In Friedersdorf (Michael Stelzig), Gersdorf (Ralf-Lothar Rogalski), Deutsch-Paulsdorf (Michael Lustig) und Markersdorf (Tobias Baier) wurde der Leitungswechsel schon in den letzten Jahren durchgeführt. Maik Schröter (Holtendorf) und Jan Walter (Jauernick-Buschbach) waren schon die amtierenden Wehrleiter in ihren Ortswehren und haben sich jetzt durch die absolvierten Wehrleiterlehrgänge in der Landesfeuerwehrschule das notwendige technische Rüstzeug für diese Funktion geholt. Herzlichen Glückwunsch dazu!

In Pfaffendorf stand nun der nächste Generationswechsel an. Steffen Pohl absolvierte 2016 den Gruppenführerlehrgang und konnte somit für das Amt des Wehrleiters kandidieren. Einstimmig wurde er gewählt. Auch ihm und der neuen Ortswehrleitung haben wir in der Jahreshauptversammlung unsere Glückwünsche überbracht.

Hartmut Bräuer als Wehrleiter verabschiedet

Wenn ein neuer Wehrleiter gewählt wird, muss der alte dieses Amt erst einmal räumen. Oberbrandmeister Hartmut Bräuer, geb. am 10.03.1953 ist seit 1969 aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Markersdorf/Ortsfeuerwehr Pfaffendorf. Am 30.01.1987 wurde Kamerad Bräuer Wehrleiter der Ortsfeuerwehr Pfaffendorf und ist seitdem aktiv im Gemeindefeuerwehrausschuss tätig. Er war damit einer der dienstältesten Wehrleiter im gesamten Kreisgebiet. Kamerad Bräuer zeichnete sich während seiner bisherigen aktiven Zeit durch besonnenes und zielstrebiges Handeln aus. Sein Ziel war es, die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehren zu verbessern und aktiv an der Vorbereitung und Durchführung von Ausbildungen mitzuwirken. Besonderen Einsatz widmete er der Jugendfeuerwehr in seinem Ort. Stets war er, gemeinsam mit den aktiven Kameraden, bemüht, durch vorbildliche Feuerwehrarbeit Werbung schon bei den Jüngsten für den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst zu machen.

Mit dem freiwilligen Gemeindezusammenschluss der Gemeinde Markersdorf 1994 übertrug Kamerad Bräuer seinen Einsatz auch auf die Gesamtgemeinde. Durch sein kameradschaftliches, jedoch auch sehr auf Disziplin orientiertes Auftreten erwarb sich Kamerad Bräuer die Achtung aller Kameraden der Gemeinde und der Umgebung. Für Behörden, die Verwaltung und andere Einrichtungen ist Kamerad Bräuer immer ein zuverlässiger Partner und bringt sich selbstständig und aktiv in die Lösung von anstehenden Problemen ein.

Wir möchten uns im Namen des Gemeinderates, der Gemeindewehrleitung und der Verwaltung recht herzlich für die hervorragende ehrenamtliche Arbeit bedanken. Schade war es, dass auch eine dreißigjährige Tätigkeit als Wehrleiter nicht wichtig genug war, um einen Vertreter des Landkreises zur Jahreshauptversammlung zu senden. Vielen Dank an Maik Hermann, dass er als Vertreter des Feuerwehrverbandes diesen Part mit übernahm!

Aufwand für "ortfeste Landfunkstellen"

Zu den aktuellen Dingen im Feuerwehralltag gehören jedoch auch die "ortsfesten Landfunkstellen". Durch die aktuelle Arbeit der Zentralen Leitstelle in Hoyerswerda wurde festgestellt, dass die Leitstelle bei Großschadensereignissen nicht in der Lage ist, die Führung der Einzelwehren und vor allem den dazu notwendigen Funkbetrieb sicherzustellen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, denn die aktiven Feuerwehrleute haben diese Situation schon vor einigen Jahren vorausgesagt und das Thema ist auch Inhalt der Feuerwehrrichtlinie. Problematisch wird nur, dass ein Großteil der Kosten für die Absicherung dieser zusätzlichen Stellen wieder einmal bei der Kommune bleiben wird. Aber auch dieser Umstand hat noch nicht zum großen Aufschrei geführt, denn das ist ja die Praxis in der Gegenwart.

Das eigentliche Problem liegt darin, dass niemand genau definieren kann, welche Bedingungen für diese Landfunkstellen erfüllt werden müssen und damit die anfallenden Kosten gar nicht definiert werden können. Außerdem sollen diese Landfunkstellen bei Großschadensereignissen von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr besetzt werden. Die Kameraden, welche das tatsächlich durch ihre Ausbildung auch können, brauchen wir bei den Einsätzen auf unseren eigenen Fahrzeugen und im Einsatz. Also werden wir mit den Verantwortlichen auf Kreisebene weiter reden müssen, um unsere ehrenamtlichen Feuerwehrleute nicht noch mehr zu belasten und die Kosten für uns als Kommune im Rahmen zu halten.

Schnelles Internet

Ein weiteres Thema, welches unsere Bürger immer wieder zu Anfragen ins Rathaus führt, ist die Bereitstellung des schnelleren Internets. Es ist schon sehr bedauerlich, wie weit die offiziellen Aussagen aus Berlin und Dresden mit den tatsächlich vor Ort vorherrschenden Situationen kollidieren. Leider trägt das aber auch dazu bei, dass es seriöse und weniger seriöse Anbieter von schnellerem Internet in unserer Region gibt. Für mich sind nur die Anbieter seriös, die ein flächendeckendes Angebot machen und dann auch sicherstellen, dass alle Anlieger in dem vorgesehenen Bereich mit der gleichen und ausreichenden Bandbreite versorgt werden. Diejenigen, welche sich nur die "Rosine" rauspicken und dann die Kommune mit dem unattraktiven Rest alleine lassen, können nicht erwarten, dass wir sie auf dem Weg wohlwollend begleiten. Der Gemeinderat muss nun entscheiden, ob wir die zweite Machbarkeitsstudie durchführen lassen und welche verbindlichen Auswirkungen das auf den Gemeindehaushalt in der Umsetzung hat.

Neue Windkraftanlagen?

Ebenso ist das Thema Windräder in unserer Gemeinde wieder einmal in aller Munde. Es gibt eine klare Positionierung des Gemeinderates zu diesem Thema und uns wurde auch von einigen Stellen im Landratsamt bestätigt, dass nach jetzigem Kenntnisstand Neuausweisungen von Windfeldern nicht gewollt sind. Das bitte ich all jene zu beachten, die momentan Verträge mit Firmen abschließen und sich von den Versprechungen blenden lassen. Für die Gemeinde Markersdorf sind nach unserem heutigen Kenntnisstand keine Neuausweisungen geplant. Sollte sich ein neuer Sachstand ergeben, welcher unserer eindeutigen Stellungnahme zum Regionalplan widerspricht, bin ich vom Gemeinderat beauftragt, alle notwendigen Schritte zu prüfen, die eine Neuausweisung von Windparks in unserer Gemeinde verhindern.

Diese Aussage lässt sich nicht auf vorhandene Windfelder in unserer nächsten Umgebung übertragen. Aber auf diese Genehmigungen haben wir nur einen relativ geringen Einfluss, da wir nur sehr begrenzt beteiligt werden. Wir werden jedoch darauf achten, dass auch für unsere Gemeinde die notwendigen Ausgleichmaßnahmen durchgeführt werden.

Kindertagesstätten

Zum Abschluss noch einen Satz zu den Diskussionen um die Betreibung der Kindertagesstätten in unserer Gemeinde. Ich denke, dass es keine unterschiedlichen Meinungen darüber gibt, dass in der Gemeinde Markersdorf ausreichend Betreuungsplätze in Krippe, Kindergarten und Hort zur Verfügung stehen.
Ersatzneubau der Kindertagesstätte "Berggeister" in Jauernick-Buschbach im Jahr 2010.
Ersatzneubau der Kindertagesstätte "Berggeister" in Jauernick-Buschbach im Jahr 2010.
Die Mitarbeiter in den vier Einrichtungen leisten eine hervorragende Arbeit und in vielen Gesprächen mit den Eltern hören wir, dass man mit diesem Sachstand zufrieden ist. Es gibt aber auch gesetzliche Bestimmungen und Vorgaben, die von einem Träger der Einrichtungen zu erfüllen sind. Die kontinuierlichen Schulungen, Beratungen und Anleitungen der Erzieher stehen dabei genauso im Fokus, wie die ständigen Kontrollen und Nachweise von Prüfterminen und Arbeitsrechts- und Unfallschutzfaktoren. Dazu ist Fach- und Sachkunde notwendig.

Wir werden mit einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Einrichtungen, Eltern, Verwaltung, Personal- und Gemeinderat, eine Ist-Analyse machen. Ich kann das Ergebnis nicht voraussagen, aber eines steht sehr sicher fest. Die Entscheidung, welche dann im Gemeinderat getroffen werden soll, wird auf dem Vorschlag der Arbeitsgruppe basieren und auf keinen Fall eine Verschlechterung der Arbeits- und Betreuungsbedingungen nach sich ziehen.

Müll und Gelber Sack

Und zum Abschluss noch ein letztes Anliegen. Die Mitarbeiter des Bauhofes machen jeden Freitag ihre Müllrunde. Leider müssen sie dabei immer öfter feststellen, dass die Verunreinigungen in den Bushäusern stark zunehmen. Besonders betroffen sind die Bushaltestellen an den Ärztehäusern in Holtendorf, welche von einigen Mitmenschen wohl mit öffentlichen Toiletten verwechselt werden.

Auch der Aufwand nach der Abfuhr der Gelben Säcke, die vom Winde verwehten aus den Gewässern zu bergen, nimmt zu. Wir bitten alle Bürger, darauf zu achten, dass die Ablage der Säcke so gestaltet wird, dass diese am nächsten Tag auch noch an der Stelle liegen, wo sie entsorgt werden sollen.

Ihr Bürgermeister
Thomas Knack