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Die Oberlausitz benötigt weibliche Fachkräfte

Trotz Digitalisierung und vermehrtem Einsatz von Maschinen und Robotern prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, für die kommenden Jahre bundesweit einen Arbeitskräftemangel in Millionenhöhe. Flüchtlinge und sonstige Zuwanderer können nach Ansicht der Bundesagentur diese Lücke nicht füllen. Besonders schwer trifft es das Erzgebirge und in der Oberlausitz den Landkreis Görlitz.

Klaus-Peter Hansen, Geschäftsführer für den operativen Bereich der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, warnte erst im Februar 2017 in der Sächsischen Zeitung vor einer Überalterung der Bevölkerung in den ländlichen Regionen. Doch ein Hoffnungsschimmer bleibt: die weibliche Arbeitskraft. Demnach könnte der Arbeitskräftemangel, laut einer Studie des IAB, durch weibliche Arbeitskräfte erheblich verringert werden. Voraussetzung hierfür seien die Verbesserungen der Rahmenbedingungen.

Das Leipziger Leibniz-Institut für Länderkunde kommt in diesem Zusammenhang zu einer verheerenden Erkenntnis: Qualifizierte weibliche Arbeitskräfte verlassen nach Erreichen ihres Schulabschlusses die Region, wobei besonders die Region Görlitz leidet. Bereits jetzt lässt sich ein erhebliches Ungleichgewicht feststellen. Im Kreis Görlitz kommen demnach auf 100 Männer gerade einmal 86 Frauen. In den einzelnen Gemeinden fällt der Männerüberschuss mit 100:52 noch gravierender aus.

Weshalb die jungen Frauen weggehen

Die Gründe für die Abwanderung sind vielfältig. Fast ein Viertel der jungen Frauen verlassen die Heimat für einen besseren Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Weitere 17 Prozent, so das Statistische Landesamtes in Kamenz, gäben familiäre Gründe an, da der Lebenspartner bessere Verdienstmöglichkeiten fernab der Heimat sieht.

Gerade die immer noch vorherrschende pessimistische Haltung vieler Bürger begünstigt die Abwanderung - noch immer hält sich die Meinung einer schlechten wirtschaftlichen Lage im Raum Görlitz. Die hohe Abwanderung bedeutet für die Region zudem eine Schwächung der Entwicklungspotentiale. Für die Zukunft sehen die Forscher Auswirkungen insbesondere in den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bereichen.

Schon 100 Kilometer von Görlitz sind die Bedingungen besser

Im Gegensatz zum Kreis Görlitz verzeichnen Leipzig und Dresden ein Arbeitskräftewachstum. Speziell Dresden erfüllt die Vorstellungen ausbildungsplatz- und arbeitssuchender Frauen. Arbeitsplätze in Dresden versprechen Gleichberechtigung sowohl im Lohn wie auch in den Aufstiegsmöglichkeiten. So kommt Dresden auf ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis von 100:94.

Der MDR hebt neben den attraktiven Jobs in Dresden, welche u.a. auch hier zu finden sind, die hohe Lebensqualität hervor. Die Stadt bietet ein hohes Maß an Sicherheit, Kriminalität gegenüber Frauen kommt seltener vor.
Dresden zählt zu jenen Städten, von denen sich junge Frauen besonders angezogen fühlen.
Dresden zählt zu jenen Städten, von denen sich junge Frauen besonders angezogen fühlen.
So schafft eine Stadt in Ostdeutschland, was sich Frauen bundesweit erhoffen: Gleichberechtigung auf allen Ebenen. Dies beinhaltet eine sichere Stadt, gleiche Karrierechancen bei (fast) gleichem Lohn, Sicherstellung der Kinderbetreuung und eine garantierte sowie reibungslose Rückkehr in den Beruf nach der Babypause.

Die Städte des sächsischen "Goldenen Dreicks" unter den Besten

Neben Dresden auf Platz 1, das fanden Regionalforscher in Zusammenarbeit mit dem Magazin "Focus" im Jahr 2016 heraus, stellt Mitteldeutschland in einem Ranking von bundesweit 77 Städten in Sachen Gleichstellung und Lebensqualität gleich weitere drei Städte: Jena (Platz 3), Leipzig (Platz 4) und Chemnitz (Platz 7).

Auch Markersdorf will gegensteuern

Die Gemeinde Markersdorf, die an Görlitz grenzt, setzt auf Ihre Gewerbegebiete, in denen sich Industrie, Handwerk und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt haben, und wirbt mit dem familienfreundlichen Leben in Stadtnähe auf dem Lande.
Richtfest am Neubau der Kindereinrichtung am 20. Oktober 2016
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Besonders hervorgehoben wird hier die Kinderfreundlichkeit - gerade entsteht neben der schick sanierten Grundschule der Neubau einer Kindertagesstätte mit Hort.