"Richtig kunterbunt ging es in der Villa zu! Von April bis Juli war ich einmal wöchentlich im Rahmen des Projektes "Kita sucht Künstler/ Künstler sucht Kita" zu Gast in der Hummelgruppe. Dieses Projekt des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien will die künstlerische Bildung unseres Nachwuchses fördern", leitet Beate Büchner ihren Beitrag im September-Schöpsboten ein. Weiter schreibt sie:

Das gelingt am besten durch eigenes Erleben und Ausprobieren in Begleitung eines Künstlers oder Kunsthandwerkers. Diese Aufgabe übernahm ich als Filzerin.

Ich hatte verschiedene Schaffelle zum Fühlen und Kuscheln im Gepäck, dazu weiße, braune und gefärbte Schafwolle und ein Riesenstück Seife. Mit kleinen Basteleien tasteten wir uns langsam an Material und Technik heran. Wir hatten viel Spaß beim Streicheln, Klopfen und rhythmischem Singsang, denn der war nötig, um die Drei- bis Fünfjährigen während des langen Filzprozesses bei Laune zu halten.

Wir testeten, ob unser Seifenwasser auch zu Seifenblasen taugt. Einmal probierten wir aus, was passiert, wenn die Kinder ohne meine konkrete Anleitung mit Wolle, Wasser und Seife hantieren. Der Prozess war spannend und die Ergebnisse recht lustig. Einige Hummeln hatten am Ende eine Schlange kreiert, ein Junge hatte einen hohen rosa Berg gestaltet, eine Sonne...

Später ging es dann richtig an die künstlerische Arbeit. Die Kinder hatten auf zwei großen Pappen ihre Gedanken aufgemalt. Diesen Ideen mussten wir jetzt mit Wolle, Wasser und Seifen eine Form geben. Es sollten zwei Spielteppiche werden. Dort wuchsen Wiesen und Straßen, Flüsse und Teiche (mit Entengrütze), Äcker und Regenbögen. Das war ein fröhliches Seifen, Matschen und Stampfen. Nur gut, dass wir dazu auch raus in den Garten gehen konnten.


Als die Spiellandschaften endlich fertig waren, konnten wir noch etwas Gemüse für unser Feld filzen. Am letzten Tag erschufen die Kinder ihr eigenes Fantasietier. Es gab lila und blaue Krokodile, eine grüne Piepsmaus, eine rosa Wühlmaus, die anfangs "wie ein Fleischkloß" aussah, einen orangefarbenen Papagei, der eigentlich ein Fuchs werden sollte und andere Verwandlungen.

Die Kinder waren sehr kreative Künstler, die vor Ideen sprudelten und mit viel Freude und Energie ihre Fantasien in eigene Kunstwerke umsetzten. Ich bin dankbar für diese intensive Zeit und die wunderbare Zusammenarbeit mit den Erziehern der Villa Kunterbunt.