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Der richtige Erntezeitpunkt für Fruchtfolgen mit Raps

Landwirtschaft ist spannender als sich Außenstehende manchmal vorstellen können. Allein den richtigen Erntezeitpunkt zu bestimmen, ist oft eine Wissenschaft für sich. Richtig schwierig kann es werden, wenn auf dem Acker alles zugleich reif wird. Vielleicht tragen solche Herausforderungen dazu bei, dass für junge Leute in Sachsen eine Ausbildung in der Landwirtschaft so attraktiv ist. Nach Angaben des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ist die Landwirtschaft bezüglich des Fachkräftenachwuchses vom demografischen Wandel weniger betroffen als das Handwerk, jedoch etwas stärker als Industrie und Handel. Aber bleiben wir beim Thema Erntezeitpunkt.
Abbildung oben: Der Mais ist vom Acker - hoffentlich zum optimalen Zeitpunkt, denn davon hängt der erzielbare Preis ab.

Im Juli beginnt die Rapsernte

Raps wächst über den Winter und wird dann im Frühsommer, in aller Regel im Juli, geerntet. Was sich wie eine einfache "Bauernregel" anhört, bedingt eine tägliche Kontrolle, ob die Rapskörner in den braunen Schoten rascheln. In vielen Erntejahren kommt noch die Spekulation auf das Wetter hinzu, denn die Feuchtigkeit bei der Ernte sollte höchstens elf Prozent betragen.
Jetzt, im Herbst, kommt in den Boden, was im Frühsommer geerntet werden soll. In der Bildmitte die St. Michaelis-Kirche zu Markersdorf.
Jetzt, im Herbst, kommt in den Boden, was im Frühsommer geerntet werden soll. In der Bildmitte die St. Michaelis-Kirche zu Markersdorf.
Erschwert wird die Entscheidung über den optimalen Zeitpunkt der Rapsernte zusätzlich, wenn die oberen Schoten der Rapspflanze reif sind, aber die unteren noch feucht: Wartet man auf deren Reife, können die oberen schon platzen. Hat man aber keine Geduld, dann können beim Direktdrusch die noch grünen Schoten mit ihrer Feuchtigkeit das Ernteergebnis beeinträchtigen. Deshalb greifen Landwirte zu Rapssaatgut von Sorten mit hoher Schotenplatzfestigkeit, die insgesamt besser ausreifen können und so die Ernteverluste minimieren.

Planung der Ernte: Was tun, wenn Raps und Getreide gleichzeitig reif sind?

Dieses Problem ist ein klassisches Dilemma: Raps und Wintergetreide müssen zeitgleich vom Acker, doch die Kapazitäten zwingen zu einem Nacheinander. Wer dem Raps den Vorzug gibt, riskiert den Verderb des Getreides, wer zuerst das Getreide erntet, muss mit geplatzten Schoten beim Raps rechnen.

Wenn sich der Landwirt aus dieser Zwickmühle befreien will, ist er auch in diesem Fall mit Rapssorten gut beraten, die eine erhöhte Schotenplatzfestigkeit aufweisen. Das größere Zeitfenster für die Rapsernte erlaubt es bei zeitgleicher Reife, erst einmal das Getreide einzufahren.

Maisernte: der Zeitpunkt hängt von der Nutzungsart ab

Nicht minder schwierig ist es, den richtigen Erntezeitpunkt für Mais zu finden. Hier kommt es nicht nur darauf an, das Korn auszureifen, sondern auch die restliche Pflanze gesund zu erhalten, ist sie doch die Basis für sehr gut verdauliches und strukturreiches Grundfutter.
Abgeernteter Maisschlag bei Markersdorf im Landkreis Görlitz in diesen Tagen. Am Horizont das Rotstein-Massiv, ältestes Naturschutzgebiet Sachsens, rechts das Markersdorfer Gewerbegebiet.
Abgeernteter Maisschlag bei Markersdorf im Landkreis Görlitz in diesen Tagen. Am Horizont das Rotstein-Massiv, ältestes Naturschutzgebiet Sachsens, rechts das Markersdorfer Gewerbegebiet.
Bei dieser Entscheidung helfen Empfehlungen von Hobbybauern kaum. "Ein bis drei Wochen nach Trocknung der Fäden", "wenn die Körner milchigen Saft enthalten", "wenn die Hüllblätter trocknen und heller werden" oder "wenn die Vögel beginnen, sich die Körner zu holen" sind keine Anhaltswerte für den professionellen Landwirt. Der misst lieber den Trockenmasse (TM)-Anteil in Korn und Restpflanze, setzt diese ins Verhältnis und erhält damit den Quotienten aus Kornreife und Restpflanzenabreife.

Dieser sogenannte Silomais-Reifeindex (SRI) erweist sich als ein Wegweiser durchs Maislabyrinth und erlaubt innerhalb des Dynamischen Reife- und Analyse-Systems (DRA) im Maisanbau die Bestimmung des optimalen Erntezeitpunktes ein Leerzeichen zuviel Einbeziehung mehrerer Kriterien wie beispielsweise der Standorteignung der Sorte und äußerer Bedingungen.