Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Markersdorf! Und da ist sie wieder, die Weihnachtszeit! Ist es wirklich schon ein Jahr her, dass wir unter dem Weihnachtsbaum Lieder gesungen, die Weihnachtsmärkte besucht und am Feuer Glühwein getrunken haben? Ja wir können es wohl nicht abstreiten, wieder ist ein Jahr vergangen. Und es war ein bewegtes Jahr. Wir haben viel geschafft und es ist auch einiges liegen geblieben. Das ist nicht immer schön, aber davon wird die Welt auch nicht untergehen.

In einer Zeit, wo jeder Zweite nach Veränderungen ruft, ist es erstaunlich, dass dieser Umstand geblieben ist, es ist eben Weihnachten. Was auch unbedingt zu einem richtigen Weihnachtsfest gehört, das sind die Wunschzettel. Die gibt es heute aber nicht nur in schriftlicher Form, am Fenster, damit der Weihnachtsmann sie lesen kann. Wir wollen ja nicht nur am "Alten" festhalten. Heute schreibt man sie über Facebook oder WhatsApp.

Dazu brauchen wir aber eine bessere Internetanbindung. Doch die gehört zu den Dingen, die liegen geblieben sind. Die müssen wir auf den neuen Wunschzettel schreiben und ihn ins Fenster stellen. Ist aber nicht so schlimm, denn die Zeit bis zum nächsten Weihnachten vergeht ja auch wieder ganz schnell.
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Einen neuen Kindergarten haben wir gebaut. Der ist echt toll und alle, die direkt daran beteiligt waren, freuen sich auch noch ganz sehr darüber. Gleich daneben befindet sich der Sportplatz, wird wohl eine Winterbaustelle werden. Ist leider liegen geblieben. So dicht können Erfolg und Misserfolg nebeneinander sein. Nur durch einen kleinen Zaun getrennt.

Und trotzdem freuen wir uns auch über den vorerst "liegen gebliebenen" Sportplatz. Er ist der Beweis dafür, dass wir uns auf dem Kindergarten nicht ausruhen und auch zukünftig etwas gestalten werden.

In Deutsch-Paulsdorf wurde jetzt auch endlich der letzte LO aus dem Feuerwehrdienst genommen. Nun haben alle sieben Feuerwehren ein anderes Fahrzeug. Keiner hat ein ganz neues, aber momentan sind alle zufrieden. Und trotzdem werden die Wünsche auch nach neuen Fahrzeugen laut werden und wir werden darauf vorbereitet sein müssen.

Die Zeit wird weitergehen. Wir werden auch zukünftig viel erreichen und trotzdem wird auch immer etwas liegen bleiben. Das ärgert uns und nervt, denn meist werden gerade diese Dinge gesehen und ausgewertet.

Aber es ist ja Weihnachten und das ist geblieben: In der Weihnachtszeit gehen wir behutsamer miteinander um. Wir bemühen uns realistisch zurück zu schauen und uns vor allem an dem Erreichten zu erfreuen.

Ja - Weihnachten ist eine Gefühlslage und sie zeigt uns, dass wir nur in der Gemeinschaft leben und uns entwickeln können. Die einen zieht es nach Jamaika, die anderen nach Kenia. Die einen wollen alles anders, als es momentan ist, doch viele vergessen, dass man damit auch etwas aufgeben muss. Kontinuität und Sicherheit bekommt man nicht durch komplette Veränderungen, sondern aus dem Mix, und vor allem aus der Bereitschaft, sich selbst einzubringen und auch einfach mal zufrieden zu sein.

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr!

Vielleicht trifft man sich auf einem Weihnachtsmarkt, bei einer Weihnachtsfeier oder einfach nur so auf der Straße, dann sollten wir daran denken, dass es uns hier doch eigentlich ganz gut geht und wir dafür auch etwas getan haben.

Ihr Bürgermeister
Thomas Knack