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Bürgermeister April 2018

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Markersdorf! Wir haben es geschafft und endlich wieder eine Regierung in Deutschland. Ob die neue GroKo gut oder schlecht ist, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. Ich denke, dass wir gut beraten sind, der neuen Regierung eine Chance zu geben, sich zu beweisen.


"Auch Regieren ist kein Reiten auf dem Ponyhof."

Winfried Kretschmann (*1948),
Ministerpräsident von Baden-Württemberg

Aber es gibt eine alte Floskel: Nach der Wahl ist vor der Wahl. 2019 stehen im Frühjahr die Kommunalwahlen (Ortschaftsräte, Gemeinderat, Kreistag) an und im Herbst werden wir danach zur Landtagswahl an die Urnen gerufen.
Ich würde mir wünschen, dass wir diese Wahlen ernst nehmen und schon 2018 wirklich überlegen, ob man es sich nicht doch zutrauen sollte, aktiv an der Gestaltung des Lebens in der Gemeinde und der Region teilzunehmen.

In den Monaten Februar und März fanden nun wieder traditionell die Jahreshauptversammlungen in unseren sieben Ortswehren statt. Neben den Rechenschaftsberichten der Wehrleitungen über das vergangene Jahr und die aktuelle Situation des Feuerwehrwesens in Sachsen wurde vor allem über die aktuelle Situation in den Feuerwehren geredet.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich bei allen aktiven und passiven Kameraden unserer Feuerwehren und natürlich bei deren Familien bedanken. Es ist absolut wohltuend zu sehen, mit wie viel Einsatzbereitschaft momentan auch ortsübergreifend gearbeitet wird.

Feuerwehrarbeit ist Ehrenamt und darum ist es schon erstaunlich, was alles von Land und Bund auf die ehrenamtlichen Kameraden und die Kommunen abgeladen wird. Aber Feuerwehrleute murren eben nicht nur, sondern packen an.

Erfreulich ist aber die Tatsache, dass der neue Ministerpräsident Sachsens die Bedeutung der Feuerwehren erkannt hat und die Verdopplung der Budgetbereitstellung veranlasst hat. Bleibt nun nur zu hoffen, dass die Mittel auch direkt in den Freiwilligen Feuerwehren ankommen und nicht zu großen Teilen in der Landesfeuerwehrschule und in den Feuerwehr-Technischen Zentren (FTZ) verschwinden.

Aus dem Straßenbild längst verschwunden: Der B1000 mit Dreizylinder-Zweitaktmotor aus den Barkas-Werken im damaligen Karl-Marx-Stadt
Aus dem Straßenbild längst verschwunden: Der B1000 mit Dreizylinder-Zweitaktmotor aus den Barkas-Werken im damaligen Karl-Marx-Stadt
Die Aufgaben direkt in unserer Gemeinde müssen wir jedoch alleine lösen. Unser Appell richtet sich vor allem an alle Jümgeren, von denen es sehr viele in unserer Gemeinde gibt und die einen großen Anteil an Bauanfragen im Gemeindegebiet stellen. Vor allem die Freiwilligen Feuerwehren helfen besonders, dieses geschaffene Eigentum zu schützen und bei Havarien und Unfällen Hilfe zu leisten.

Diese Hilfe ist nicht selbstverständlich und für unsere Feuerwehren wird es immer schwerer, die örtliche Tageseinsatzbereitschaft abzusichern. Darum brauchen wir in allen Ortsteilen interessierte Bürger und Bürgerinnen, die sich den Feuerwehren anschließen und bereit sind, sich ausbilden zu lassen. Kontaktdaten erhalten Sie über das Rathaus oder über die Ortsvorsteher und Ortswehrleiter in den sieben Ortsteilen.

Auch die Jugendfeuerwehren brauchen Zuwachs. Die Jugendwarte in Jauernick-Buschbach und Pfaffendorf leisten eine hervorragende Arbeit und werden auch immer, in Absprache mit den Kameraden der anderen Ortswehren, nach Möglichkeiten suchen, Transporte abzusichern, wenn sich Kinder aus den anderen Ortsteilen für eine Mitarbeit in der Feuerwehr entscheiden.

Zu den aktuellen Dingen im Feuerwehralltag gehören jedoch auch die "ortsfesten Landfunkstellen". Durch die aktuelle Arbeit der Zentralen Leitstelle in Hoyerswerda wurde festgestellt, dass die Leitstelle bei Großschadensereignissen nicht in der Lage ist, die Führung der Einzelwehren und vor allem den dazu notwendigen Funkbetrieb sicherzustellen.
Diese Erkenntnis ist nicht neu, denn die aktiven Feuerwehrleute haben diese Situation schon vor der Zentralisierung der Leitstelle vorausgesagt und das Thema ist auch Inhalt der Feuerwehrrichtlinie.

Beim Sturm "Friederike" kam es nun zum ersten ernsthaften Eklat und die Notrufnummer 112 war kurzzeitig nicht erreichbar. Das ist nicht zu akzeptieren und es wurden Maßnahmen eingeleitet, die solche Ausfälle ausschließen. Also werden wir mit den Verantwortlichen auf Kreisebene weiter reden müssen, um unsere ehrenamtlichen Feuerwehrleute nicht noch mehr zu belasten und die Kosten für uns als Kommune im Rahmen zu behalten.

Die kommunale Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr in Görlitz ist ein Weg für uns, dieses Problem vor Ort zu lösen. Hilfe brauchen wir aber aus Dresden und Görlitz, damit die Lösungen dauerhaft und finanzierbar gestaltet werden können.

Ihr Bürgermeister
Thomas Knack