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Historisches

967 erste Kirchgründung in Jauernick (nach Johannes Oelerus, 1573 bis 1625 Pfarrer in Jauernick)
1241 erste urkundliche Erwähnung des Ortes in der "Oberlausitzer Grenzurkunde"
1242 erste urkundliche Erwähnung der Jauernicker Kirche
1429 Zerstörung der Kirche in den Hussitenkriegen, 1443 Wiederaufbau
1639 starke Zerstörungen und Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg
1719 Errichtung eines Holzkreuzes auf dem Burgberg (heute: Kreuzberg)
1861 Gründung des St. Wenzeslaus-Stiftes als Kinderheim
1990 erste freie demokratische Kommunalwahl nach der politischen Wende
1992 1025-Jahr-Feier
1994 Eingemeindung in die Gemeinde Markersdorf

Die Jauernicker Exklave

Nur wenigen Bürgern dürfte das Kuriosum der etwa einen Kilometer östlich von Jauernick-Buschbach liegenden Jauernicker Flur 6 bekannt sein, welche von Hagenwerder und Deutsch-Ossig umgeben ist und ungefähr fünfzig Meter vor der Neiße endet. Landläufig waren diese Flächen auch als "Neißewiesen" bekannt.
Flurbelegung von Jauernick mit Exklave
Flurbelegung von Jauernick mit Exklave
Eigentlich sind es zwei "Inseln", eine ca. 40ha und die andere, nur etwa vierzig Meter davon entfernt, etwa 2ha groß, die die so genannten Neißewiesen ausmachen. In dieser Fläche liegen auch ca. 300m der Bahnlinie und der Bundesstraße B 99 von Görlitz nach Zittau. Eingeweihten ist diese Zone noch unter dem Begriff "Flutmulde" bekannt, weil dort vor ihrer Umverlegung in den 1950er Jahren die Pließnitz in die Neiße mündete.

Wie und wann es zur Bildung dieser Exklaven kam, ist nicht bekannt. Eventuell könnte es auch mit den Eigentumsrechten von Stift und Schloss Joachimstein in Radmeritz (jetzt südlich vom Grenzübergang auf polnischem Territorium) zusammenhängen, da diesem auch das Niechaer Rittergut (jetzt Buschbach) gehörte, dessen Felder in dieser Richtung lagen.

Solche Exlaven, auch in größeren Rahmen, gab es zur Zeit der deutschen Kleinstaaterei bis zur Gründung des Kaiserreichs 1871 noch massenweise. Man denke nur an das preußische Stammhaus Schloss Hohenzollern auf der
Schwäbischen Alb, weitab vom Königreich Preußen.

Doch warum so viel Worte um ein paar Hektar einfaches Ackerland?

Hier einige Besonderheiten: Markantester Punkt in diesem Gebiet war die "Wiesenmühle", eine große Wassermühle, angetrieben ehemals vom Wasser der Pließnitz und seit etwa 1940 auch teilweise elektrisch.

Ansicht der Wiesenmühle von 1923
Ansicht der Wiesenmühle von 1923
Nach der Umverlegung der Pließnitz im Jahre 1957 wegen der Tagebauerweiterung konnte sie nur noch elektrisch betrieben werden. Um 1985 musste sie dem Tagebau weichen.

Der größte Teil der Flur 6 bestand überwiegend aus Wiesen und Weideland, welches von Jauernicker und Buschbacher, teilweise auch Klein-Neundorfer Bauern bewirtschaftet wurde. Die Erträge waren zwar gut, die Bewirtschaftung aber umständlich aufgrund der Entfernung (bis 6km), besonders bei unbeständiger Witterung zur Heuernte.

Die Wiesen östlich der Bahn waren Eigentumsland von fünf Bauern. Zuletzt wurden sie von der LPG Jauernick, dann Pfaffendorf und seit 1971 durch Schönau genutzt. Die "Stiftswiesen" westlich der Bahn wurden von 12 bis 15 Pächtern bewirtschaftet. Auch die Mühle wurde in Pacht betrieben.

Interessant ist auch die Tatsache, dass es eine vertragliche Regelung mit dem Stift Joachimstein gab, wonach diese Pachtwiesen jährlich im Frühjahr vom Wiesenmüller durch Anstauung der Pließnitz über ein Grabensystem
künstlich bewässert werden mussten. Dadurch hatten sie einen hervorragenden Ertrag.

Jährliche Neuverlosung

Die einzelnen Wiesenpläne wurden bis Kriegsende jährlich an einem Tag zum Ende des Winters beim Bahnhofskneiper Kilian in Nickrisch (jetzt Hagenwerder) neu verlost, sodass ein ständiger Nutzerwechsel erfolgte und sich so mögliche Größen- und Ertragsunterschiede ausglichen. Das war ein lang ersehnter Termin für die Pächter, denn dass bei dieser Gelegenheit auch einige Liter Bier und mancher Korn flossen, ist gut vorstellbar und auch überliefert!

Nach dem Krieg wurden die Wiesenabschnitte nochmal an einige alte Pächter und auch an neue Siedler der Bodenreform auf Dauer verpachtet. Zukünftig wird der größte Teil dieser Flächen vom Berzdorfer See bedeckt
sein.

Ein von Jauernick angestrebter Gebietstausch mit der Stadt Görlitz in Richtung Klein-Neundorf zur besseren späteren Strandnutzung scheitert an zu hohen bürokratischen Hürden.

Die meisten Informationen zum Thema stammen aus unserem 77 Jahre alten "wandelnden Buschbacher Geschichtsbuch", Herrn Gerhard Kahl, wofür ihm an dieser Stelle ganz herzlich gedankt sei!

Nach einem Beitrag von P. Mauermann und J. Lehmann im Schöpsboten, Ausgabe Januar 2009.

Aus der Geschichte des "Schweizerhauses"

<i>Dieser winterliche Eindruck vom "Schweizerhaus mit Kreuzberggipfel" wurde von Willy Elwing im Winter 1948 auf dem Bild festgehalten.</i>
Dieser winterliche Eindruck vom "Schweizerhaus mit Kreuzberggipfel" wurde von Willy Elwing im Winter 1948 auf dem Bild festgehalten.
Das hinter der Kreuzbergbaude gelegene "Schweizerhaus" bestand ursprünglich aus zwei Häusern, im Fachwerkstil erbaut wie Sennhütten.

Diese Gebäude gehörten aber ursprünglich nicht zur Kreuzbergbaude. Die Kreuzbergbaude wurde bis 1945 von der Familie Max Triebe bewirtschaftet.

Der Rat des Bezirkes Dresden übernahm 1949 das komplette Anwesen und baute Kreuzbergbaude und Schweizerhaus, ausführende Baufirma Otto Kamenz aus Görlitz, zu einem Genesungsheim der Sozialversicherung um.

Für damalige Verhältnisse war der Umbau des "Schweizerhauses" eine beachtenswerte Leistung. Zur stabilen Wasserversorgung wurde eine neue Leitung verlegt. Aufgrund des steinigen Untergrundes mussten für Rohrgraben- bzw. Fundamentarbeiten zahlreiche Sprengungen durchgeführt werden.

Der Kurbetrieb des Genesungsheimes ging von 1950 bis in das Jahr 1990.

Im Jahr 1991 erwarb die Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz den gesamten Komplex und baute das Objekt zu einer Tagungs- und Begegnungsstätte des evangelischen Bildungswerkes "Johann Amos Comenius" um.

Die Tagungsstätte wurde am 05.11.1993 der Öffentlichkeit übergeben.

J. Lehmann



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