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Historisches

Pfaffendorf entstand im Rahmen der fränkisch-thüringischen Besiedlung gegen Ende des 12. Jahrhunderts, die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1310.

Wahrscheinlich existierte hier bereits vorher eine slawische Siedlung. Die Schreibweise des Ortsnamens veränderte sich mehrfach: Phaffindorf (1380), Phaffendorph bei Landiscron (1440), Pfaffendorff (1800), Pfaffendorf an der Landeskrone (1931).

Bereits im Mittelalter bildeten sich drei Ortsteile heraus, die verschiedenen Grundherren gehörten:

Nach der Dorfgründung umfassten der Ratsanteil zehn, der Vogtsche Anteil fünf und der Peterskirchenanteil sieben Bauernstellen. Zunächst vom Landvogt mit dem Zins belegt, zinsen die Pfaffendorfer ab 1413 an den Görlitzer Rat. Im Jahr 1568 verkauft der Görlitzer Rat seinen Anteil in Privathand.

Der Vogtsche Anteil gehört 1423 einem Reichehelm von Gersdorf, 1504 geht er in den Besitz des Görlitzer Rates über. Aus beiden Teilen entstand die spätere Gemeinde Oberpfaffendorf.

Im Jahr 1417 wird die Peterskirche zu Görlitz durch eine Stiftung Erbherr. Sie bleibt es bis zur Regelung der gutsherrlichen Rechte im Jahre 1848.Aus dem Peterskirchenanteil entstand Niederpfaffendorf.

Um das Jahr 1690 bildete sich der Ortsteil Feldhäuser, als auf dem Gelände eines alten Vorwerkes böhmische Exulanten angesiedelt wurden. Im Jahr 1931 erfolgte durch amtlichen Beschluss des Liegnitzer Präsidiums die Vereinigung von Ober- und Niederpfaffendorf zu "Pfaffendorf an der Landeskrone".

Der Ort war über Jahrhunderte hinweg von Landwirtschaft geprägt. Aber auch Handel und Dienstleistungen hatten ihren Platz. Bis zum Jahre 1945 gab es hier noch zwei Gaststätten, zwei Bäcker, einen Fleischer, zwei Lebensmittelgeschäfte, zwei Schmiede, einen Stellmacher, einen Sattler, einen Korbmacher und einen Schuhmacher.

Ähnlich wie in den Nachbarorten brachten Kriege und fremde Besatzung jeweils Not und Elend über die Bevölkerung. Das gilt für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges bis hin zur russischen Besatzung ab 1945.

Der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg war für die Pfaffendorfer schwer. Mehr als dreißig Söhne und Väter waren gefallen, von den Überlebenden noch viele in Gefangenschaft. Mitte Juni 1945 betrug die Zahl der Versorgungsberechtigten mit Brot 1100, wovon die Hälfte schlesische Flüchtlinge waren. Es gab weder Milchprodukte noch Fleisch, da fast der gesamte Viehbestand des Dorfes weggetrieben war, darunter allein 336 Stück Rindvieh und 47 Pferde. Der materielle Gesamtschaden (ohne Gebäudeschäden) durch die Besatzungsmacht wurde in einer Meldung des Bürgermeisters an den Landrat mit 991.500 RM angegeben.

Auch nach dem Krieg blieb der Ort landwirtschaftlich geprägt, wobei die Bodenreform und die in der DDR-Zeit - auch zwangsweise - durchgesetzte Kollektivierung der Landwirtschaft in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung hatten.

Nach der deutschen Wiedervereinigung im jahre 1990 wurde Pfaffendorf
in das Sächsische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen, was den Grundstein für das heutige schöne Ortsbild und die Lebensqualität im Dorf legte.

Unter Verwendung eines Textes von W. Heyde


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