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Hobby-Künstler

Die nachstehenden Portraits von Bürgerinnen und Bürgern der Großgemeinde Markersdorf, die sich in ihrer Freizeit mit der Malerei beschäftigen, wurden im Laufe des Jahres 2012 in der Dorfzeitung "Schöpsbote" veröffentlicht.

Willy Elwing
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Landschaften, wie die Winterlandschaft aus dem Jahr 1958, inspirierten Willy Elwing immer wieder aufs Neue, seine Eindrücke auf Bildern festzuhalten. Geboren wurde er am 24.09.1914 in Rohrheim bei Posen (heute Poznan). Seine Familie zog 1920 nach Jauernick. Willy malte und zeichnete seit seiner Jugend. Im Optischen Werk Hugo Meyer begann er 1928 eine Lehre als Schlosser. Seit dieser Zeit war er in dem Betrieb ( ab 1950 Feinoptisches Werk) als Mechaniker bzw. als Meister beschäftigt.

"Winterlandschaft am Schwarzberg"
"Winterlandschaft am Schwarzberg"
Als Ausgleich zu seiner beruflichen Tätigkeit erfüllte ihn in seiner Freizeit neben dem Malen auch die künstlerische Holzbearbeitung, das Drechseln und Schnitzen.

Er bildete sich autodidaktisch weiter, skizzierte und malte dörfliche Motive, experimentierte mit Stilleben. Und immer wieder war es die Landschaft, die ihn in seinem Wohnhaus, einer ehemaligen Segelfliegerhalle, umgab und er auf seinen Bildern festhielt. Eine künstlerische Weiterentwicklung erfuhr er durch Anregungen des Görlitzer Künstlers Willy Schmidt in einer Abendschule, die er nach 1945 besuchte.

Seine Bilder malte er meistens mit dem Pinsel, später zunehmend in Spachteltechnik. Es entstanden etwa 40 Ölbilder, 30 Aquarellstudien und Zeichnungen. Auf zahlreichen Ausstellungen im Umland, u.a. in der Gemäldegalerie "Neue Meister" in Dresden, wurden die Bilder des "malenden Bürgermeisters" (er war von 1970-77 Bürgermeister von Jauernick-Buschbach) der Öffentlichkeit präsentiert.

Heute ist sein Bilder-Nachlass weit verstreut. Eine ganze Reihe von Bildern hat Willy Elwing als Auftragswerke gemalt. Sie befinden sich heute in vielen Privathäusern.
Willy Elwing verstarb nach langer Krankheit am 15.09.1981. Seine Bilder sind ausdrucksvoll und gefühlsbetont. Sie zeugen von großer Heimatliebe und -verbundenheit und sind erhaltenswert.

J. Lehmann


Monika Gorn
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Monika Gorn lebt seit 50 Jahren, wie sie selbst sagt, gern in ihrem geliebten Bergdorf Jauernick-Buschbach. Geboren wurde sie im Januar 1949 in Görlitz. Ihre zwölfjährige Schulzeit beendete sie mit dem Abitur in Reichenbach. Danach war sie 20 Jahre als Stomatologische Schwester tätig und später auf einer LPG im gärtnerischen Bereich beschäftigt.

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Für Hobbys hatte sie damals, bedingt durch die Versorgung einer größeren Familie, kaum Zeit. Seit den 1990er Jahren war sie zeitweise arbeitslos.
Sie suchte eine sinnvolle Beschäftigung für ihre Freizeit und entdeckte das Malen. Seit etwa 7 Jahren versucht sie sich an kleineren Bildern und experimentiert mit Wasserfarben. Und das Bildermalen gelingt ihr immer besser.

Ihre Motive findet sie im praktischen Leben. Sie malt Dorfansichten, die Dorfkirchen, das Wenzeslaus-Stift, skizziert Frauen beim alltäglichen Dorfschwätzchen oder beim Laubrechen im Herbst. Und sie empfindet Freude beim Malen. Die Bilder sind zuerst für ihre Familie und Nachbarn entstanden, tragen aber auch zur Verschönerung ihrer Wohnung bei. Beim Malen von bestimmten Figuren, wie z.B. von vorbeifliegenden Engeln, möchte sie ihre Freude weitertransportieren, ihre Mitmenschen anregen.

Besondere Ünterstützung erhielt sie vom St. Wenzeslaus-Stift, fertigte Bilder nach thematischen Schwerpunkten an. Hier konnte sie ihre Bilder ausstellen und bekam viele Anregungen für ihre Arbeit. Nicht zuletzt stellt sie ihre Kreativität im Keramikzirkel des Stiftes unter Beweis.

J. Lehmann


Ivana Guskowski
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Seit einigen Jahren lebt die gebürtige Kroatin Ivana Guskowski mit ihrer Familie in Gersdorf. Ihre künstlerische Laufbahn begann 1992 in Münster. Dort besuchte sie verschiedene Zeichen- und Malkurse. Sie war Mitbegründerin einer Malgruppe, mit der sie auch eine Studienreise in ihre Heimat Kroatien unternahm.

"Traum eines Gefangenen"
"Traum eines Gefangenen"
"Traum eines Gefangenen" nennt Ivana Guskowski ihr Bild. Es ist mit Kreide im Jahr 2011 entstanden. Erst war es nur eine unscheinbare Zeichnung. Die Entscheidung, das Bild in Farbe zu malen, folgte. Mit Kreide zu malen findet ihre
kleine Tochter auch spannend. Ein Atelier im eigenen Haus ist geplant. Und spätestens dann soll ihre Malerei wieder mehr Zeit neben Beruf und Familie in Anspruch nehmen. Andere Materialien wie Öl oder Acryl können dann wieder gewählt werden. Die verschiedenen Farbmaterialien, eine Staffelei und das Anfertigen von Leinwänden brauchen viel Platz.

Mit dem Wohnortwechsel nach Görlitz 1996 entstanden im Atelier des Malers Gerd Buschendorf im Künstlerhaus weitere Werke. Schon in Münster wurden ihre Arbeiten bei einer gemeinsamen Ausstellung gezeigt. Weitere Ausstellungen in Görlitz und Umgebung folgen, die letzten im Jahr 2011 im Rathaus Reichenbach und im Finanzamt Görlitz.

K. Linke


Siegfried Kreisch
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Er wurde am 14.04.1934 in Markersdorf geboren und lebte auch dort. 1994 zog er nach Reichenbach zu seiner Tochter, wo er im Jahre 2000 verstarb. Seine Ausbildung als Maler beinhaltete auch Schrift-, Reklame-, Kulissen- und Dekorationsmalerei. Schon in seiner Schulzeit entdeckte man malerische Talente in ihm, vor allem in der Plakatund Schriftenmalerei. Ebenso waren für aufzuführende Theaterstücke der Schule Kulissen anzufertigen und malerisch zu gestalten. Er war seiner Umgebung sehr treu, in all seinen Jahren hat er sie nur selten verlassen. Auch seinen Arbeitgeber wechselte er nur einmal. Außer seiner Familie gab es nur noch die Natur, die er liebte.

"Weißer Schöps in Markersdorf"
"Weißer Schöps in Markersdorf"
Seine Bilder gehen immer von einer realistischen Wiedergabe aus. Vor allem waren es Landschaften und Blumen, die er malte. Er hatte auch die Gabe sich einen Sonnenaufgang einzuprägen und abends in ein Bild umzusetzen.

Schon in der Lehre empfahl man ihm, aufgrund seiner hervorragenden Fähigkeit Farben zu mischen, ein Studium aufzunehmen. Bei seinen Versuchen in der Malerei "modern" zu werden, vor allem in der Aquamalerei, wurde ihm vom Kulturwissenschaftler Prof. Ernst Lemper empfohlen, "Er solle bei seinem Malstil bleiben".

Als durch vermehrten Holzeinschlag Wälder und Bachläufen die Natürlichkeit verloren ging, wechselte Siegfried Kreisch zur Fotografie über, um die Schönheit der Natur festzuhalten. Er sagte einmal: "Die Schönheit kann in der Zukunft nur noch vom Foto abgemalt werden".

So sind über einem Zeitraum von 30 Jahren zum Beispiel Wald -oder Flussabschnitte bis zu 10 Mal gemalt worden, in denen sich Veränderungen der Natur zeigen. Er malte meist kleinformatige Bilder in den unterschiedlichsten Maltechniken.

Erst auf Bitten hin fing er sehr spät an, seine Werke zu signieren. Ausspruch: "Ich weiß doch, was ich gemalt habe". So war es auch erst nach seinem Ableben möglich, Personalausstellungen zu gestalten. Im Rathaus Reichenbach, im Dorfmuseum Markersdorf und in Königshain war eine Auswahl seines umfangreichen Schaffens zu sehen.

H. Kreisch