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Alles über den HIV-Test

HI-Virus
HI-Virus
In den 1980er Jahren war AIDS, die Folge einer Infektion mit HIV, dem Menschlichen Immunschwäche-Virus, in aller Munde. Inzwischen geht gehen die Zahlen der HIV-Infizierten (knapp 85.000 in Deutschland) und der AIDS-Sterbefälle zurück, doch Grund zur Sorglosigkeit gibt es nicht: AIDS ist bei weitem nicht nur das Risiko von Junkies und homosexuellen Männern.

Vor allem nach Sexkontakten mit Unbekannten - angeblich passiert so etwas nicht nur jungen Leuten - ist es wichtig, sicherheitshalber einen HIV-Schnelltest machen zu lassen. Diese Tests werden beispielsweise bei Aidshilfen, Gesundheitsämtern oder auch bei Ärzten - ggf. anonym - durchgeführt. Zu den Ansprechpartnern in Görlitz gehören das Gesundheitsamt (Tel. 03581 - 67-2301) und das Medizinische Labor Ostsachsen (Terminvereinbarung unter der Dresdener Rufnummer 0351 - 31 40 61 00).
Wer allerdings keinesfalls Bekannten an den Adressen der Einrichtungen begegnen und mit absoluter Sicherheit anonym bleiben möchte, kann den HIV-Schnelltest auch zu Hause selber machen. Allerdings gibt es die Tests noch nicht in deutschen Apotheken zu kaufen, weshalb sie über das Internet angeboten werden.
HIV wird nicht so ohne weiteres übertragen, da im Prinzip nur dann ein Infektionsrisiko besteht, wenn eine infizierte Körperflüssigkeit wie Sperma, Blut oder die Scheidenflüssigkeit mit Schleimhäuten oder offenen Wunden in Berührung kommt.
Sehr guten Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bieten Kondome
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Aber auch die Flüssigkeit auf der Darmschleimhaut sowie die Muttermilch können größere Mengen des HI-Virus, die zum Infizieren ausreichend sind, enthalten. Das größte Risiko sich anzustecken besteht bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, egal ob es sich dabei um Vaginal- oder Analverkehr handelt.

Ein guter HIV Schnelltest bietet in der Regel eine hohe Zuverlässigkeit. Allerdings kommt es dabei auch auf das ausgewählte Produkt an, da über das Internet auch unseriöse Tests angeboten werden. Dies ist auch der Grund, warum die Deutsche AIDS-Hilfe bis vor kurzem noch gegen diese Selbsttests war. Es ist deshalb sehr wichtig, sich für CE-geprüfte Heimtests zu entscheiden. Schnellste Ergebnisse liefert der INSTI HIV Heimtest, der in nur einer Minute präzise Ergebnisse anzeigt.

Beim HIV-Heimtest von INSTI wird das Blut untersucht, wobei ein Tropfen aus der Fingerkuppe ausreichend ist. Es gibt aber auch aufwendigere Tests, bei denen der Speichel oder der Urin verwendet wird. Der INSTI-Test wurde als unkomplizierte und einfache Methode entwickelt, um eine Infektion so früh wie möglich festzustellen. Aber aufgepasst: Anwendungsfehler können leicht zu einem falschen Ergebnis führen, weshalb auch nicht jeder HIV-Test für Laien oder für den Hausgebrauch geeignet ist.
Wie genau sind die Resultate von HIV-Schnelltests?

Die Resultate sind zumindest beim INSTI HIV-Heimtest oder anderen Tests mit CE-Kennzeichnung sehr präzise, wenn bei der Anwendung keine Fehler gemacht werden. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass ein wirklich zuverlässiges Ergebnis erst nach drei Wochen bis zu drei Monaten nachgewiesen werden kann. Nach einer Ansteckung produzieren die meisten Menschen die Antikörper erst nach drei bis sechs Wochen, was sich aber ebenso bis zu drei Monaten hinziehen kann. Dies ist auch der Grund, warum viele Menschen mit einer HIV-Infektion überhaupt keinen Verdacht auf diese Krankheit haben.

Typische Symptome wie Müdigkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen oder Magen- und Darmprobleme werden meistens mit einer Grippe oder Erschöpfungszuständen in Verbindung gebracht. Wer also schon seit drei Monaten unter diesen Beschwerden leidet und riskante Sexbeziehungen hatte, sollte sich sicherheitshalber an einen Arzt wenden, um einen HIV-Test machen zu lassen. Auch wenn man regelmäßig ungeschützten Sex (ohne Kondom) hat und häufig die Partner wechselt, sind die Heimtests durchaus sinnvoll. Allerdings sollten die HIV-Schnelltests für zu Hause auch keine Freikarte sein, sich bei negativen Resultaten immer für gesund zu halten und auch weiterhin auf die Benutzung von Kondomen bei riskanten Beziehungen zu verzichten.

Die HIV-Schnelltests sind ideal für Menschen, denen einfach der Mut fehlt, sich beim Arzt Gewissheit zu verschaffen. Schon jetzt kommen immer mehr Leute zur Aidshilfe, um das Ergebnis noch einmal überprüfen zu lassen, was mit die beste Voraussetzung ist, weitere Übertragungen durch bewusstes Verhalten zu vermeiden.

Ein positives HIV-Resultat - und jetzt?

Auch bei einem positiven Ergebnis mit dem HIV-Schnelltest darf man auf keinen Fall den Kopf verlieren, da diese sensitiven Produkte für den Hausgebrauch auch gelegentlich übertreiben können. Auf jeden Fall ist ein weiterer Bestätigungstest notwendig, der allerdings dann beim Arzt bzw. in einem Labor stattfinden sollte.
Symbolfoto: Ein professionelles Testgerät im Labor
Symbolfoto: Ein professionelles Testgerät im Labor
Beim Labortest wird das Blut auf HIV-Antikörper untersucht. In der Regel muss man nach der Blutabnahme eine Woche auf das endgültige Ergebnis der Analyse warten. Für den Labortest wendet man sich entweder an den Arzt, an das Gesundheitsamt, an die Organisationen der Aidshilfen oder, wie in Görlitz, auch an das Labor direkt. Die Aidshilfen bieten übrigens gewöhnlich zudem anonyme Beratungen online und telefonisch an, von einem persönlichen Beratungsgespräch einmal abgesehen.

Falls das positive Resultat noch einmal bestätigt wird, dann ist das überhaupt kein Grund, sich selbst aufzugeben, denn mit einer HIV-Behandlung kann man heutzutage gut und auch lange leben. Es ist empfehlenswert, möglichst frühzeitig mit der Behandlung anzufangen, vor allem auch, um den Partner zu schützen. Mit einer antiretroviralen Therapie können oftmals die HIV-Vermehrung und der Ausbruch von AIDS verhindert bzw. unterdrückt werden.