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Zahnärzte auf dem Land werden immer knapper

In ländlichen Regionen Deutschlands schließen immer mehr Arztpraxen. Besonders Zahnarztpraxen finden selten Nachfolger. Die kassenärztliche Bundesvereinigung warnt bereits von einem Zahnarztmangel auf dem Land. Die Gründe für den Mangel sind bürokratische Hürden, aber auch finanzielle Probleme, mit denen Zahnärzte zu kämpfen haben.

Die KZBV warnt vor einem Mangel

Immer mehr Zahnärzte in ländlichen Regionen würden keine Nachfolger mehr finden. Die KZVB behauptet, dass Zahnarztpraxen auf dem Land nicht mehr weiterverkauft werden könnten, weil es keine Nachfrage dafür gäbe.

Im Grunde bestünde in der Bundesrepublik reichlich Nachwuchs. Die meisten Zahnärzte würden sich jedoch auf städtische Regionen konzentrieren. Denn Finanzinvestoren würden in den Städten Großpraxen errichten, die den Zahnärzten mehr finanzielle Sicherheit bieten.

Derzeit befinden sich rund 79 Prozent der Großpraxen in städtischen Regionen, während nur 21 auf dem Land zu finden sind. Besonders in Sachsen gäbe es kaum Neu-Gründungen. Arztpraxen in Markersdorf sind zum Glück noch vorhanden und die hiesigen Ärztinnen und Ärzte mühen sich redlich, dem Bedarf nachzukommen.

Gründe für die Landflucht

Viele Zahnärzte würden bereits über ihr Rentenalter hinaus weiter arbeiten, um ihre Patienten nicht im Stich zu lassen. Denn viele von ihnen finden keine Nachfolger, die die Zahnarztpraxis übernehmen möchten.

Angehende Zahnärzte möchten kein finanzielles Risiko eingehen und setzen deshalb auf Gemeinschaftspraxen, die größtenteils in Ballungsgebieten zu finden sind. In ländlichen Gebieten gäbe es nicht genug Patienten, um eine Gemeinschaftspraxis zu gründen.

Doch wird auch Praxen mit nur einem Zahnarzt die Finanzierung durch Banken erschwert. Diese befürchten nämlich, dass Kredite letztlich nicht mehr zurückgezahlt werden. Auch ist der Verkaufswert auf dem Land geringer.

Was sind die Folgen?
Vorbeugung und kosmetische Aspekte haben die Arbeit der Zahnärzte verändert<br />Foto: © istock.com/yoh4nn
Vorbeugung und kosmetische Aspekte haben die Arbeit der Zahnärzte verändert
Foto: © istock.com/yoh4nn

Vielleicht wichtigste Folge ist, dass es in Städten und Ballungsgebieten eine Überversorgung gibt, während es in ländlichen Regionen zu weiteren Engpässen kommt. Patienten auf dem Land müssen dann größere Strecken zurücklegen, um einen Zahnarzt zu finden. Zwar gibt es immer noch einige wenige Zahnärzte auf dem Land, jedoch sind diese Praxen bereits überfüllt. Deswegen kommt es häufig zu längeren Wartezeiten.


Moderne Extras schwer zu finden

In der Zahnmedizin werden ständig neue Entdeckungen gemacht, die den Patienten das Leben erleichtern. Bundesweit müssen Zahnärzte deshalb immer wieder investieren, um technisch und im Knowhow auf dem neuesten Stand zu bleiben beziehungsweise das Neueste anbieten zu können. Menschen auf dem Land können sich glücklich schätzen, wenn sie einen Zahnarzt oder eine Zahnärztin vor Ort haben und nicht viel weitere Strecken zurücklegen müssen als Stadtmenschen, um Zahnärzte zu finden, die zeitgemäße Extras anbieten.

Ein Beispiel für diese modernen Extras sind unsichtbare Zahnschienen, die immer beliebter werden. Laut Dr Smile wird dabei mit einer 3D-Software ein Abdruck des Gebisses genommen. Anschließend wird eine transparente Zahnschiene erstellt, die beim Lächeln nicht sichtbar ist.