Seit Ostersonntag 2019 gibt es eine neue Sonderausstellung im Dorfmuseum Markersdorf: "Deutsch-Paulsdorf" ist das Thema. Gemeinsam mit dem Dorfmuseum und Anja Köhler vom Museumsverbund entstand die Idee, meine Recherchen für Deutsch-Paulsdorf der Öffentlichkeit zu zeigen.

Seit über zehn Jahren bemühe ich mich, die Ortsgeschichte aufzuarbeiten. Und jeden Tag kommt ein "neues" Stück dazu. Vielen Menschen bin ich schon begegnet, die mir unsagbare Schätze - so möchte ich es nennen - zeigten, übergaben und natürlich aus ihrem Leben und dem Leben ihrer Vorfahren erzählten. Dieses Vertrauen ist für mich und für meine Tätigkeit als Ortschronistin der Lohn. Die Ausstellung, die nur einen Teil wiedergeben kann, soll zeigen wie lebendig Geschichte dank eurer Zeitzeugnisse sein kann.
In unserer Gemeinde bemühen sich Ortschronisten und Heimatforscher, vielseitige Eindrücke und Geschehnisse für die Nachwelt in Schrift und Bild zu bewahren. Den richtigen Weg kann niemand sagen und vorgeben. Jeder arbeitet mit größter Sorgfalt.
In unserer Gemeinde bemühen sich Ortschronisten und Heimatforscher, vielseitige Eindrücke und Geschehnisse für die Nachwelt in Schrift und Bild zu bewahren. Den richtigen Weg kann niemand sagen und vorgeben. Jeder arbeitet mit größter Sorgfalt.
Ich persönlich bin dankbar, gute Wegbegleiter gehabt zu haben und sie noch zu besitzen. Die Worte "So, wie du es machst, ist es richtig" von dem längst verstorbenen Lothar Wagner aus Reichenbach machten mir Mut, die Gestaltung der Ortschronik intensiv zu verfolgen. Dafür bin ich noch immer sehr dankbar.

Von Anfang an nutzte ich den Arbeitskreis der Ortschronisten. Seit zwei Jahren finden die Treffen im Schloss Deutsch-Paulsdorf einmal monatlich statt. Ein reger Austausch von Informationen und Erfahrungen gibt immer wieder Anregungen, Dinge zu hinterfragen.

Die letzten Wochen vor der Ausstellung waren für mich wie ein guter Krimi. Noch einmal nahm ich zu verschiedenen Familien Kontakt auf. Die vorzubereitende Ausstellung sorgte dafür, dass in so manchen Familien noch einmal der Dachboden - oder besser gesagt das ganze Haus - durchforscht wurde. Natürlich mit Erfolg, was mir Freudensprünge bereitete.

Gemeinsam mit der Museulogin Frau Köhler stellte sich schnell heraus, wir können nur einige Themen anschneiden. Das Hauptthema entstand erst während der direkten Vorbereitung der Ausstellungsräume und erhielt den Titel "War so ein schöner Tag". Die Grundlage dafür gab uns ein kleiner Jahreskalender aus dem Jahr 1930, geschrieben von Anna Knothe aus Deutsch-Paulsdorf. Es sind Notizen von den einzelnen Tagen dieses Jahres. Die Geschehnisse in der Familie, wichtige Arbeitsvorgänge und einige Ereignisse des ganzen Dorfes finden sich darin. Es gibt Notizen übers Wetter, die Nachbarschaft, Versammlungen, freudige und traurige Ereignisse, Ein- und Ausgaben, Steuern und vieles mehr.

Ich begann mit der Zuordnung von Fotos und verschiedenen Exponaten aus meinem Bestand und entdeckte Parallelen zu anderen Aussagen von Personen und deren Zeitzeugnissen. Im Laufe der Ausstellungszeit werde ich weiter die Themen bearbeiten und am Ende des Jahres ein Begleitbuch zur Ausstellung zusammengestellt haben. Schon seit der Eröffnung der Ausstellung ist ein Buch von Gotthardt von Wallenberg zu erwerben. Er stellte Informationen rund um das Rittergut und die letzten Besitzer des Gutes Deutsch-Paulsdorf zusammen.

In diesem Sinne hoffe ich, Sie neugierig gemacht zu haben, im Dorfmuseum Markersdorf vorbeizuschauen. Allen Unterstützern bei der Heimatforschung und meiner Familie, die für meine Arbeit viel Verständnis aufbringen muss, gilt mein besonderer Dank.

Katrin Linke


Nach einem Beitrag im Schöpsboten vom Mai 2019.