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Existenzgründung mit 50plus

Nicht nur in der Oberlausitz, sondern deutschlandweit gibt es ein Phänomen: Arbeitnehmer, die im Endspurt in Richtung Ruhestand sind, kündigen ihren Job und wollen sich selbständig machen. Was dahintersteckt und wie die Betroffenen vorgehen sollten, erklärt der Markersdorfer Unternehmensberater Thomas Beier.

Veränderungen in den letzten Jahren vor der Rente

Wer in der Generation der Babyboomer – der geburtenstarken Jahrgänge von etwa Mitte der Fünfzigerjahre bis zum Ende der Sechzigerjahre – geboren wurde, geht jetzt in den Ruhestand oder sieht ihn immer deutlicher auf sich zu kommen. Damit einher gehen Veränderungen im sozialen Umfeld: Ältere Freunde sind bereits Rentner und haben eine völlig andere Lebenssituation als man selbst, und ja, vielleicht sind die ersten Freunde aus der Schulzeit und Altersgenossen bereits gestorben.

Auch die Arbeitswelt wandelt sich: Jüngere Leute rücken auf und machen Karriere. Aus Sicht der Älteren haben sie oft zu wenig Erfahrung, vor allem aber – und das ist objektiv – sehr oft zu wenig soziale und emotionale Intelligenz. Das bedeutet, junge Leute verstehen immer wieder nicht, dass zur Zusammenarbeit auch eine persönliche Beziehung gehört und Ältere ein Lebenswerk vorzuweisen haben und nicht formal, sondern mit Respekt behandelt werden wollen. Und gelingt ihnen nicht, sich in die Sichtweise älterer Mitarbeiter hineinzudenken.

“Es war nicht mehr auszuhalten”

Folge ist, dass manche aus der Generation, die älter als 50 Jahre ist, oft 50plus genannt, den Schritt von der sogenannten inneren Kündigung – ein Zustand, in dem jedwede Motivation bereits zerstört ist – hin zur tatsächlichen Kündigung gehen. “Es war nicht mehr auszuhalten”, hört man dann. Wenige Jahre vor der Rente ist eine Kündigung jedoch oft genug nicht nur ein finanzielles, sondern ein existenzielles Risiko. Unsere Kultur in Deutschland ist auf solche Brüche im Lebenslauf nicht eingerichtet, ganz anders als beispielsweise in Südkorea, wo es völlig normal und anerkannt ist, wenn ein Top-Manager, der altersbedingt dem Leistungsdruck nicht mehr standhält und ausscheidet, eine Imbiss-Bude eröffnet.

Und nun?

Während Unternehmen mit dem Weggang älterer Arbeitnehmer nicht nur deren Know-how, sondern auch der von Erfahrung und ausgleichender Weisheit geprägte Einfluss im Team verloren geht, stehen die Betroffenen selbst vor einem ganz neuen Problem: Mit mehr als 50 Lebensjahren einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden. In den ostsächsischen Landkreisen ist das nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.

Entsprechend wird immer wieder versucht, den Stier bei den Hörnern zu packen und sich für die Zeit bis zur Altersrente eine selbständige Existenz als Gewerbetreibender oder Freiberufler aufzubauen. Dabei müssen folgende Rahmenbedingungen ins Kalkül gezogen werden:

  • Der erste Anlauf muss erfolgreich sein
    Junge Leute können die intensivste, aber teuerste Lernform wählen, nämlich Erfahrungen zu machen. Sie können es sich leisten, ein Gründungsvorhaben in den Sand zu setzen und mit den Erfahrungen daraus noch einmal durchzustarten. Wer aber fünf bis zehn Jahre vor der Rente steht, hat nicht mehr die Zeit dafür.
    Tipp: Mit seinem “Plan B” für das Berufsleben sollte man sich spätestens ab 40 beschäftigen, vor allem, wenn absehbar ist, dass der Beruf, beispielsweise wegen körperlicher Beanspruchung, nicht bis zur Rente ausgeübt werden kann.
  • Keine großen Investitionen
    Mit zunehmendem Alter des Antragstellers werden die Banken bei der Kreditvergabe zurückhaltender, ab Mitte 50 gibt es in aller Regel keine geförderten Darlehen mehr. Und sein Erspartes riskieren? Besser nicht. Viele Gründungsvorhaben können auch auf “kleiner Flamme” realisiert werden, oftmals mit besserem Erfolg: Wer viel investiert, setzt alles auf ein Karte, wer nur die notwendigsten Ausgaben macht, bleibt flexibel und kann sich der Nachfrage anpassen.
  • Schnell die “kritische Masse” erreichen
    Das Geschäftskonzept muss so aufgebaut sein, dass binnen kurzer Zeit so viele Kunden in Abhängigkeit von deren Umsatzstärke erreicht werden, dass das Gründungsvorhaben tragfähig ist. Wie das geht, ist eine klassische Aufgabe der Unternehmensberatung.
  • Auf die Berufserfahrung aufbauen
    Nicht auf Geschäftsfelder gehen, wo andere schon jahrelangen Vorsprung und eingespielte Geschäftsbeziehungen haben, sondern überlegen, wo man mit seiner Berufserfahrung vor anderen Vorsprung hat. Das können Wissen, Erfahrungen und selbstverständlich auch Beziehungen sein, vielleicht auch aus einem Hobby.
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  • Vitamin B: Beziehungen nutzen
    Überlegen, wer weiterhelfen kann. Kann man für Unternehmen nützlich sein, die bereits gut im Markt unterwegs sind? Das spart viel Aufwand bei der eigenen Kundengewinnung.
  • Marktlücke suchen? Unsinn!
    Eine “Marktlücke” entsteht, wenn ein Bedarf durch Anbieter nicht oder nur unzureichend befriedigt wird. Logische Folge: Taucht eine Marktlücke auf, stürzen sich sofort Unternehmer darauf – und schon ist sie weg. Wie man Marktlücken erzeugt und zum Magneten für Kunden wird, erläutert Beier Consulting in Seminaren und Beratungen.
  • Das Wichtigste
    Alle unternehmerischen Überlegungen sind sinnlos, wenn der nötige Absatz an Waren oder Dienstleistungen nicht erreicht wird. Anders gesagt: Es kommt nicht darauf an, Kosten detailliert zu planen, sondern die Kundengewinnung und den Verkauf intensiv anzukurbeln: Stimmt der Umsatz, bereiten die Kosten vergleichsweise wenig Sorgen.

Alles ist eine Frage der Zeit

Ein oft völlig außer Acht gelassener Punkt ist der Zeiteinsatz für die Selbständigkeit und die daraus resultierenden Konsequenzen für Partnerschaft und Familie. Während ein Arbeitnehmer die Arbeitszeit oft als “Last” empfindet und sich auf die Freizeit freut, hat der Unternehmer im Grunde immer Arbeitszeit und muss sich seine Freizeit ganz bewusst einplanen.

Besonders in der Anfangszeit überraschen immer wieder der hohe Zeitaufwand für die Kundengewinnung und jener für bürokratische Erfordernisse: Aufzeichnungspflichten, Kontaktanbahnungen und Vorstellungstermine, Angebote zu erstellen und Verträge vorzubereiten sind neben Ablage und Datenverwaltung echte Zeitfresser – übrigens Zeit, die man niemandem direkt in Rechnung stellen kann, sondern die der Unternehmer so auf seine Stundensätze verlagern muss, dass die Rechnung unterm Strich aufgeht.

Die Preise macht der Markt – den Gewinn Einkauf und effiziente Abläufe

Aus diesem Grund ist die innerbetriebliche Rationalisierung auch der Verwaltung im Unternehmen in Zeiten hohen Preisdrucks für große wie kleine Unternehmen existenziell. Erwerbbare Ablage- und Sortiersysteme erleichtern den Umgang mit der Papierflut: Ein- und Ausgang von Post, vor allem Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Angebote und Terminsachen wie auch zur endgültigen Ablage vorgesehene Unterlagen wollen übersichtlich verwaltet und ständig zugreifbar sein.

Ein einfaches, aber hilfreiches Instrument dabei ist zudem die klassische Kladde mit Einzelfächern für jeden Monatstag: Hier wird eingeordnet, was an diesem Tag zu erledigen ist. Was nicht geschafft wurde, wandert zum nächsten Tag. Außerdem, so zeigt die Erfahrung, wird die Leistungsfähigkeit von Büro-Standardsoftware meist viel zu wenig ausgenutzt.

Übersicht behalten und Kontakte aufbauen

Fakt ist: Wer in seinem Betrieb die Übersicht behält, spart am Ende viel Zeit und kann fundiertere Entscheidungen treffen. Unternehmer, die sich in Markersdorf und Umgebung selbständig gemacht haben, sollten sich nicht scheuen, den Kontakt zum Unternehmerverband Markersdorf e.V. aufzunehmen. Hier finden sich Erfahrungsträger aus den unterschiedlichsten Branchen und: Kontakte kann man schließlich nie genug haben.

Und ein letzter Gedanke: In Anbetracht der möglicherweise schmalen Rente wäre für viele ein Zuverdienst aus einer selbständigen Tätigkeit, bei der man den Zeiteinsatz weitgehend selbst bestimmen kann, sicherlich eine gute Option.

Thomas Beier hat 1994 die Beier Consulting gegründet und ist auf Führungskräfte-, Organisations- und Strategieentwicklung spezialisiert.

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