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Friedersdorf

Vereine machen das Dorf lebendig

Friedersdorf liegt etwa neun Kilometer südwestlich von Görlitz, eingebettet zwischen dem Schwarzen Berg und dem Friedersdorfer Berg. Siedler aus Holland, Friesland und Flandern waren es, die das Bachreihendorf am Friedersdorfer Wasser, das noch heute größtenteils seinem Ursprungsbett folgt, wohl bereits im 12. Jahrhundert gründeten.

Das bedeutsamste Bauwerk in Friedersdorf ist die Bauernkirche St. Ursula, die unter der Federführung des Kirchbauvereins mit großem Engagement komplett saniert wurde.

Friedersdorf zeichnet sich durch ein engagiertes Vereinsleben aus, das ein umfassendes Sport- und Freizeitangebot, zum Beispiel das jährliche Dorf- und Sportfest, das Drachenfest und das Generationenfoto ermöglicht.

Mit einem Landkauf-Einzelhandel für den täglichen Bedarf, der Außenstelle einer Arztpraxis und Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen sowie einem Gewerbegebiet erweist sich Friedersdorf als lebendiger Ort, an dem es sich gut leben lässt.

Nachrichtenaus Friedersdorf

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Schon die Form der Anlage Friedersdorfs als Bachreihendorf verrät, dass die Gemeinde zu jenen Dörfern zählt, die im Zuge der deutschen Ostexpansion im 12. und 13. Jahrhundert an vielen Plätzen des östlichen Deutschland entstanden.

  • Eine erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1286, doch lassen verschiedene Umstände – wie zum Beispiel die berechtigte Annahme eines ersten Kirchenbaues kurz vor oder um 1260 – den Schluss zu, dass Friedersdorf bereits um 1200 oder früher gegründet wurde. Die ersten Einwohner waren Siedler aus Holland, Friesland und Flandern, die hier eine neue Heimat gesucht hatten.

    Zu dieser Zeit erstreckte sich das Dorf nicht weiter als von der Straße, die von Reichenbach kommt, bis zu dem zu den Feldhäusern führenden Weg. Gegenüber der jetzigen Gaststätte befand sich ein befestigter von Gräben umzogener Rittersitz, nach dessen erstem Grundherrn wohl das Dorf benannt wurde. So ist in einer Urkunde von 1363 der Name Friederychsdorf zu lesen.

    Von den Ereignissen des Bauernkriegs und der Frühbürgerlichen Revolution in Deutschland wurde unser Dorf im Gegensatz zu vielen umliegenden Dörfern und Gemeinden kaum berührt. Zu dieser Zeit kam Friedersdorf in den Besitz der Stadt Görlitz. Der Rittersitz, nun unbewohnt, verfiel allmählich und wurde abgetragen. Dagegen wurde 1593 von Christoph Ullrich das erste Haus auf der bis dahin unbewohnten und nur zur Hutung genutzten Dorfaue gebaut. Zu diesem Haus kamen in den nächsten 250 Jahren noch genau 100 hinzu.

    Auch die drei Schmieden des Dorfes befanden sich in der Aue. Gleichfalls um 1600 entstanden auf Anordnung des Magistrats von Görlitz einige der Teiche, die dem Dorf noch heute sein charakteristisches Aussehen verleihen.

    In den Jahren 1834/35 wurde das heutige Schulhaus gebaut und das zu klein gewordene für 523 Taler an Fleischermeister Gottwald verkauft. Das alte wurde abgetragen und auf dem Grundstück Hartmann neu aufgebaut.

    Die Ereignisse der Jahre 1864, 1866 und 1870/71 berührten Friedersdorf kaum, jedoch fanden im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verstärkt Handwerk und Gewerbe Eingang ins Dorf. Hatten früher einige Häusler ein Handwerk als Zimmerleute, Schuster, Schneider oder Weber ausgeübt, so entstanden nun eine Ziegelei, zwei Bäckereien, eine Fleischerei und ein Kolonialwarengeschäft; die Zahl der Gaststätten stieg auf vier an. 1895 hatte das Dorf 812 Einwohner.

    Der gemeinsame Wille zu einem wirkungsvollen Schutz vor Bränden und Katastrophen führte am 25. September 1925 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.
    Im 2. Weltkrieg verloren 44 Einwohner als Soldaten ihr Leben.

    Eine große Umwälzung in der Landwirtschaft kam 1960, als 52 Betriebe der LPG Friedenswacht, einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) vom Typ III (Einbringung des gesamten landwirtschaftlichen Betriebs mit Vieh, Maschinen und Gebäuden), beitraten. Aus 20 weiteren Betrieben entstand die LPG Einigkeit Typ I (Einbringung des Bodens) mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 270 Hektar. Im Verlauf der sechziger Jahre traten die Betriebe von der LPG Typ I zur LPG Typ III über.

    Im Jahr 1973 bildeten sich im Kreis Görlitz vier landwirtschaftliche Kooperationsgemeinschaften, zu deren größter – die Kooperation Pflanzenproduktion Reichenbach – von nun an auch Friedersdorf gehörte. In der Tierproduktion entschloss sich die LPG Friedenswacht für den Aufbau industriemäßiger Anlagen zur Schweinehaltung.

    In der Friedersdorfer Schule wurde bis 1959 der Mehrstundenunterricht praktiziert, da nur vier Klassenräume vorhanden waren. Ab 1. September des Jahres entstand das Schulkombinat Friedersdorf/Jauernick, so dass die 1. bis 4. Klassen in Jauernick und die 5. bis 8. Klassen in Friedersdorf unterrichtet wurden. Kurz darauf begann auch der Bau der Turnhalle in Friedersdorf. Ende der 60iger Jahre wurde der Schulerweiterungsbau, der Einbau einer Zentralheizung für die gesamte Schule, der Einbau der Umkleideräumen sowie der Küchenerweiterungsbau durchgeführt.

    Im Jahr 1960 erfüllte sich der Wunsch vieler Mütter – der Kindergarten mit 29 Plätzen wurde eingeweiht. Auch konnte die neugebaute Kinderkrippe übergeben werden, die damals zu den modernsten Kindereinrichtungen des Kreises zählte und es 23 Muttis ermöglichte, eine Arbeit anzunehmen. Weil die Kinderkrippe herausgelöst wurde, konnten im Kindergarten nach Umbauten weitere Verbesserungen für das Personal und die Kinder erreicht werden. Schließlich stieg die Kapazität des Kindergartens auf 42 Kinder.

    Auch das Gesundheitswesen hat sich in Friedersdorf immer wieder verbessert. War in den ersten Nachkriegsjahren die Gemeindeschwesternstation im Haus der BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaft) untergebracht, so richtete die Gemeinde in den fünfziger Jahren eine neue Station mit modernen Geräten im Mitteldorf ein. Die ärztliche Versorgung der Bürger unserer Gemeinde erfolgte damals durch die staatliche Arztpraxis in Jauernick-Buschbach.

    Ebenfalls zu Veränderungen kam es auch auf kommunalem Gebiet: 1953 wurden die Dorfstraße geschottert, 1961 anderthalb Kilometer davon asphaltiert und das Bergstück auf der Schönauer Straße gepflastert. Bereits seit den fünfziger Jahren besteht eine regelmäßige Omnibusverbindung mit Görlitz. Eine Straßenbeleuchtung entstand 1957 mit zehn Leuchten, die bis 1964 auf 28 erweitert und 1982 als eine der ersten im Kreis mit modernen Natriumhochdruckdampflampen bestückt wurde.

    Im Jahr 1968 baute die LPG ein neues Verwaltungsgebäude mit Bürgermeisteramt, Bücherei und Friseursalon. Durch die LPG Friedenswacht wurde eine moderne Tankstelle geschaffen. Für die Freiwillige Feuerwehr entstand 1951 bei der BHG ein neues Gerätehaus, 1959 wurde ein neues Löschfahrzeug gekauft und 1982 ein zweiter Folienteich errichtet.

    Nach der politischen Wende 1990 wurde als erste große Maßnahme der Bau der Trinkwasserleitung durchgeführt. Nach einer Bauzeit von sechs Monaten war das gesamte Dorf angeschlossen. 1992 begann der Bau der Abwasserleitung. Als erste Baumaßnahme entstand eine Simultankläranlage, 1994 wurde das gesamte Abwassernetz fertig gestellt. Die Ortsverbindungsstraße Friedersdorf – Markersdorf entstand völlig neu.

    Die Entwicklung der Wirtschaftsunternehmen in Friedersdorf wird vor allem vom Handwerk und der Landwirtschaft geprägt, im Gewerbegebiet hat sich ein Industriebetrieb angesiedelt.

    Am 1. Januar 1994 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Friedersdorf Als eine von sieben Ortschaften in die Gemeinde Markersdorf.

    Infolge der demographischen Entwicklung ab 1990 musste die Grundschule im Jahre 2008 schließen, dafür wurde die Grundschule Markersdorf saniert und zur Schule mit Ganztagsangeboten ausgebaut. Der Erhalt und die Sanierung der Kindereinrichtung in Friedersdorf bewog viele junge Leute sich neue Wohnhäuser zu bauen, vor allem in der Feldsiedlung.

    Das kulturelle und sportliche Leben in Friedersdorf wird von sehr aktiven Vereinen geprägt, die jährlich mehrere Veranstaltungen organisieren, die teils weit über Friedersdorf hinaus ausstrahlen.

    Auf Grundlage eines von Wolfgang Hübner überarbeiteten Textes von K. Zimmermann.

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