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Zur Feuerwehrarbeit der Gemeinde

Bürgermeister November 2019

Das Feuerwehrhaus in Markersdorf
Das Feuerwehrhaus in Markersdorf

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Markersdorf!

Das Thema Feuerwehrübung ist ein brandaktuelles Thema. Brandverhütungsschauen bilden einen Großteil der Arbeit der Feuerwehren. In den Einrichtungen der Gemeinde bilden sie die Grundlage für den vorbeugenden Brandschutz und gleichzeitig auch eine Vorortbesichtigung von Schwerpunktobjekten. Im Dorfmuseum, Hotel Duroc, Sankt-Wenzeslaus-Stift, in der Kreuzbergbaude, der Papierverarbeitung und einigen mehr waren die Feuerwehren ebenso vor Ort, wie in den Kindereinrichtungen und in der Grundschule.

Und doch bitte ich zu Beginn meines Beitrages das vorangestellte Zitat (Anm. d. Redaktion: nachzulesen im Schöpsboten vom November 2019) ausschließlich als einen spaßigen Aphorismus zu verstehen. Eventuelle Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten in der Realität sind natürlich rein zufällig. Das Thema Feuerwehren ist jedoch leider momentan kein so spaßiges Thema, obwohl wir in unserer Gemeinde, kaum von der Allgemeinheit bemerkt, in den letzten Jahren sehr viel für die Feuerwehren getan haben.

Mit statistisch über 100 aktiven Kameraden sieht der Bestand auch hervorragend aus und die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrkameraden lässt auch nur Platz für Lob und Anerkennung. Doch wie oft wurde schon der Satz bemüht: “Bei der freiwilligen Feuerwehr ist nur der Antrag auf Beitritt freiwillig.” Dann ist es Dienst und es gelten Vorschriften. Diese umfassen die jährliche Ausbildungsstunde, die Ausstattung und Prüfungen.

Feuerwehrarbeit ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Wir beschäftigen uns darum momentan gerade intensiv mit der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes der Gemeinde Markersdorf. Die Gemeinde bewertet dabei die Ausstattung und die Leistungsfähigkeit ihrer Feuerwehren und die daraus erforderlichen Maßnahmen. Es wird festgelegt, welche und in welchem Umfang Aufgaben im Brandschutz von der Feuerwehr erledigt werden sollen. In einer Beschreibung des Gemeindegebietes sind die charakteristischen Angaben der Gemeinde, die für einen Feuerwehreinsatz relevant sein können, aufgeführt. Dazu gehören die geographische Lage, die topographischen Gegebenheiten, die Verkehrsinfrastruktur, Angaben über die Einwohner, die gewerblichen Schwerpunkte und Industriebauten, insbesondere Betriebe und Anlagen mit erhöhtem Brandrisiko, und Angaben zur Löschwasserversorgung im Gemeindegebiet.

Modernes Feuerwehrgebäude in Holtendorf

Den Anforderungen an die Feuerwehr wird der IST-Zustand gegenübergestellt. Im Ergebnis dieses Vergleiches werden die Maßnahmen der Gemeinde beschrieben, die erforderlich sind, um eine leistungsfähige Feuerwehr im Sinne der festgelegten Schutzziele zu unterhalten. Mit dem Beschluss des Gemeinderates zum Brandschutzbedarfsplan wird der “Umgang mit Risiken” festgeschrieben und damit auch die finanziellen Erfordernisse für das Personal, die Ausrüstung und Unterhaltung der Feuerwehr. Dies ist einmal in aller Kürze die “theoretische Erläuterung” aus den Lehrbüchern der Landesfeuerwehrschule. Hört sich verdammt einfach an und muss eigentlich nur umgesetzt werden.

Damit die Anforderungen an die Feuerwehr definiert werden können, werden zunächst Schutzziele für die Gemeinde festgelegt. Nach allgemein anerkannten Maßstäben bezüglich der Mindesteinsatzstärke sowie der Zeit, in der Einheiten der Gefahrenabwehr an der Einsatzstelle tätig werden, entscheidet die Gemeinde im Rahmen ihrer Selbstverwaltung, bei welcher Anzahl der Einsatzfälle diese Kriterien erfüllt sein sollen. Aus der Schutzzielfestlegung ergeben sich die erforderlichen Standorte von Feuerwehrhäusern mit Grundausstattung. Über die Betrachtung der besonderen Risiken in der Gemeinde wird die notwendige zusätzliche Ausrüstung ermittelt und den Standorten zugeordnet. Dabei werden die Ausrüstung der Feuerwehr der Nachbargemeinde, die von der unteren Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutzbehörde festgelegten überörtlichen Einsatzbereiche und die notwendige Beschaffung von auch gemeindeübergreifend einzusetzender Ausrüstung zu berücksichtigt. Die Ausrüstung des Katastrophenschutzes wird in die Betrachtung einbezogen. Von der Ausstattung des Standortes leiten sich die Personalstärke sowie die Anforderungen an das Personal ab.

ABER! Hinter den statistischen Zahlen stehen Menschen, die die Arbeit der Feuerwehren im Ehrenamt, also in ihrer Freizeit erledigen. Und nicht nur das, die Kameraden erledigen nicht nur ihre Feuerwehraufgaben, sie sind oft auch die aktiven Träger des Dorflebens.

Wir haben momentan mehrere Probleme an mehreren Fronten. Dabei können wir einige Probleme gar nicht alleine in unserer Gemeinde lösen. Da ist die große Politik gefragt und lässt uns auf weiten Strecken ziemlich alleine, mit dem Hinweis, dass Feuerwehr eine Pflichtaufgabe im Rahmen der Selbstverwaltung ist.

Thema Nr. 1: Einsatzbereitschaft!

Wie viele aktive Kameraden stehen an welchem Standort, zu welcher Zeit zur Verfügung? Was nutzen uns sieben Standorte, wenn jeweils nur ein bis zwei Kameraden bei der Alarmierung am Gerätehaus eintreffen. Das Problem ist an den Wochenenden und in der Nachtzeit momentan noch beherrschbar, in der Tageszeit eben nicht! Die gute Entscheidung von 2002, eine Tageseinsatztruppe zu etablieren, war absolut richtig. Diese Truppe muss jedoch für den erwiesenen Mehraufwand bessere Ausstattung erhalten und am Standort in Markersdorf müssen die erforderlichen Bedingungen geschaffen werden.

Thema Nr. 2: Altersstruktur!

Uns fehlen junge Leute, die sich den Feuerwehren anschließen. Der Altersdurchschnitt in unseren Wehren ist so hoch, dass wir in zwei bis vier Jahren fast eine Halbierung der Zahl der zur Verfügung stehenden Kameraden erwarten. Wenn kein Nachwuchs dazukommt, können wir die Standorte nicht mehr besetzen. Die Arbeit der Jugendfeuerwehren ist dabei eine tolle Sache, muss aber an allen Standorten begleitet werden. Das macht zusätzlich Arbeit für die sowieso schon Aktiven. Das muss auf breitere Schultern verteilt werden.

Thema Nr. 3: Ausbildung!

Die Ausbildung der neuen und auch der aktiven Kameraden ist unerlässlich. Ohne qualifizierte Ausbildung kann ein Feuerwehrmann seine Arbeit nicht ausführen und bringt im schlimmsten Fall sich und andere in Gefahr. Die Anzahl der Ausbildungsplätze an der Landesfeuerwehrschule für Gruppenführer/Zugführer und Wehrleiter ist sehr gering. Die Truppmann/Truppführer, Maschinisten und Atemschutzausbildung ist kreislich organisiert und muss etwas besser abgestimmt werden. Der zeitliche Aufwand ist jedoch für den einzelnen Kameraden sehr hoch und oft nicht mit der Arbeit vereinbar. Die sehr guten Maßnahmen der gemeinsamen, ortsübergreifenden Ausbildung werden sehr gerne angenommen und bilden verstärkt die Zukunft. Es ist eben schon ein Unterschied, ob drei oder 20 Kameraden an einer Ausbildung teilnehmen, wenn man dabei auch etwas lernen will.

Thema Nr. 4: Ausstattung!

Bei der Frage, an welchen Standort welche neue Technik angeschafft werden soll, muss man vorher die Anzahl der aktiven Kameraden und deren Ausbildungsstand betrachten. Das Feuerwehrbudget soll weder reduziert werden noch steht die Frage im Raum, aus finanziellen Gründen Standorte zu hinterfragen. Die Kameraden selbst haben entschieden, dass mittelfristig die doppelte Belegung des Fahrzeuges die Entscheidung für den Standort festlegt. Wenn diese Stärke nicht mehr vorhanden ist, muss man über Alternativen reden und das werden wir bis zur Neuwahl der Gemeindewehrleitung im November 2020 tun und dann in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren im Gemeinderat Entscheidungen treffen.

Dabei werden wir uns auch ständig mit unseren direkten kommunalen Nachbarn absprechen, um Synergieeffekte zu erreichen. Die Berufsfeuerwehr in Görlitz ist dabei ein wichtiger Partner. Ich hoffe, ich konnte ein wenig die Brisanz der momentanen Diskussionen zum Thema Feuerwehren erläutern. Ich werde mich auf jeden Fall bemühen auch weiterhin zu informieren und bei allen Entscheidungen die Gemeindewehrleitung einzubeziehen.

Ihr Bürgermeister
Thomas Knack

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