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Gedenken und Trauer

Zum Volkstrauertag

Foto: Kati, Pixabay License

Der Volkstrauertag erinnert als stiller Gedenktag zwei Sonntage vor dem ersten Advent an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen. Er dient nicht der Ehrung, sondern dem Gedenken und der Trauer, verbunden mit der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern. In Markersdorf finden Veranstaltungen zum Volkstrauertag in den Ortschaften Gersdorf und Holtendorf statt.

Die Geschichte des Volkstrauertages

Entstanden ist der Volktrauertag – 1919 vorgeschlagen vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge – unter dem Eindruck von fast zwei Millionen deutschen Kriegstoten im Ersten Weltkrieg; insgesamt kostete dieser Krieg 17 Millionen Menschen das Leben. Die erste Gedenkstunde fand 1922 im Reichstag statt, 1925 gab es den ersten Volkstrauertag, ab 1926 als regelmäßigen “Sonntag mit reichsweiter Staatstrauer”.

Die Nazis machten ab 1934 aus dem Volkstrauertag den “Heldengedenktag” und ordneten ihn inhaltlich ihrer Ideologie unter: Statt dem Gedenken an die Opfer stand nun deren Ehrung im Mittelpunkt, die Menschen, die im Krieg starben, wurden zu Helden stilisiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es den Volkstrauertag in den Westzonen in einzelnen Regionen an unterschiedlichen Terminen, erst 1952 regelte die Bundesrepublik mit ihren Feiertagsgesetzen, dass der Volkstrauertag immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent stattfindet. In der Sowjetzone wurde für den zweiten September der “Internationale Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg” eingeführt.

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Der Volkstrauertag ist kein gesetzlicher Feiertag, sein Inhalt ist – außer in Hamburg und in Hessen, die ihn dem Gedenken an die Gefallenen bzw. die Toten beider Weltkriege und den Opfern des Nationalsozialismus widmen – nicht vorgegeben. Entsprechend hat sich sein Inhalt geändert: Vom Gedenken an die im Ersten Weltkrieg Getöteten über die missbräuchliche Nazi-Ideologie hin zu einem Gedenktag für alle Kriegstoten und die Opfer des Nationalsozialismus. Heute wird am Volkstrauertag der Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen sowie ausdrücklich der bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr getöteten deutschen Soldaten gedacht sowie der Opfer von Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache.

Zentrale Feierstunde 2019

Am 17. November 2019 findet die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge veranstaltete zentrale Gedenkstunde um 13.30 Uhr im Plenarsaal des Deutschen Bundestages statt, sie wird von der ARD übertragen. Die Gedenkstunde steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten. Die Begrüßungsansprache hält General a.D. Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes, die Gedenkrede hält Dr. Rafał Dutkiewicz, Stadtpräsident von Breslau a.D., das Totengedenken spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das Totengedenken ist 1952 von Theodor Heuss eingeführt worden und beginnt mit den Worten: “Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.”

Eine Lesung zu “100 Jahre Kriegsgräberfürsorge in Deutschland und Europa” gestalten Wegbegleiter des Volksbundes aus drei Generationen. Es musizieren der Landesjugendchor Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Kammerchor Adoramus aus Słubice, dem früheren Stadtteil von Frankfur/Oder, und das Bläsernonett des Musikkorps der Bundeswehr Siegburg.

Lichter der Ewigkeit

Lichter der Ewigkeit ist eine virtueller Gedenkplatz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Nicht nur Kriegstote, sondern alle Verstorbenen finden in diesem virtuellen Sternenhimmel  einen Platz, der ab einer Spende von einem Euro vergeben wird.

Thomas Beier

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