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Lohnt sich das?

Einen alten Pkw-Anhänger wieder aufbauen

Hält dem kritischen Blick der Prüfer nicht mehr stand: Dieses Zugmaul muss ersetzt werden.
Hält dem kritischen Blick der Prüfer nicht mehr stand: Dieses Zugmaul muss ersetzt werden.

Auch in so mancher Markersdofer Garage fristen sie ihr Dasein: Alte Lastenanhänger für Pkw. Wirklich gebraucht werden sie oftmals nicht mehr, beim Verkauf bringen sie nicht mehr viel Geld, zum Verschrotten aber sind sie zu schade.

Viele Besitzer schieben deshalb die Frage, ob der Anhänger wieder aufgebaut und angemeldet werden soll, Jahr für Jahr vor sich her. Dabei gibt es in Ostdeutschland eine Besonderheit: Mehr Leute als heutzutage hatten in den Zeiten der DDR-Mangelwirtschaft etwas zu transportieren. Ob die damals gängigen Hänger-Spitznamen wie “Mausefix” oder “Klaufix” wohl ihre Berechtigung hatten? Jedenfalls wurde gerade an Baumaterial viel organisiert, wie man das nannte, und so mancher Häuslebauer aus der Region Markersdorf holte mit Pkw und Hänger losen Zement vom Silo in Niesky – ganz legal, versteht sich.  Zulässiges Gesamtgewicht hin oder her: Mit dem Trabi im zweiten Gang ging es mit der schweren Fuhre über die Landstraße heimwärts – und in die Quere kommen sollte lieber nichts, denn ein paar Zentner Zement oder auch Bausand können ganz schön schieben!

Ja, was nun tun mit dem alten Anhänger-Teil? Die Frage entscheidet sich oft über den Aufwand, der benötigt wird, damit eine der technischen Prüforganisationen ihre Zustimmung zur Wiederzulassung für den öffentlichen Straßenverkehr gibt. 

Legendär: die HP-Anhänger

Bei den industriell in der DDR hergestellten, sehr robusten Hängern der HP Serie ist die Wiederzulassung meist kein Problem. Hergestellt wurden sie im Zuge der Konsumgüterproduktion unter anderem im VEB Warnowwerft Warnemünde, im VEB Landmaschinenbau Torgau, im VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe und im VEB Qualitäts-und Edelstahl-Kombinat Brandenburg. Der Urahn aller HP-Hänger allerdings, der HP 280, stammt aus Großenhain bei Dresden.

Der Anhängerbau in Großenhain, das ist ein erwähnenswertes Stück erfolgreicher sächsischer Industriegeschichte: 1951 als VEB STEMA Ofenbau – STEMA steht für Stanz- und Emaillierwerk – für die Produktion transportabler Kachelöfen und beheizbarer Waschkessel gegründet, werden hier 1969/70 die ersten Hochlader-Pritschenanhänger, kurz HP, gebaut. 1991 durch Verkauf an den Investor Dr. Friedrich-Karl Schieferdecker (1934-2019) privatisiert, beschäftigt das Werk, das inzwischen auch in Ungarn produziert, heute deutlich mehr Mitarbeiter als 1989. Im Jahr 2018 wurde der STEMA RETRO aufgelegt als Erinnerung an das stylisches Ostprodukt HP 280.

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Obgleich Anfang der Achtzigerjahre bei STEMA der Hof mit fertig produzierten Hängern völlig überfüllt war, weil in der Planwirtschaft die Transportkapazitäten zur Abholung der Erzeugnisse fehlten, musste manch begabter Bastler selbst zur Tat schreiten und sich seinen Pkw-Anhänger in Eigenleistung bauen. Basis waren gern die Heckteile von Unfallwagen oder solchen, die trotz allem Aufwands, den man damals in Kauf nahm, als Pkw nicht mehr aufbaufähig waren. So wurde vom Trabant 500 bis zum 601er oder etwa vom Wartburg 311 oder 312 der Kofferraum kurzerhand abgetrennt und mit einer Blechplatte verschlossen. Nun nur noch eine Deichsel mit Kupplung und einem Stecker für die Beleuchtung – und fertig war ein Hänger, der gerade für den Urlaub praktisch war, weil die Kofferraumklappe des ehemaligen Pkws ja weiterhin genutzt werden konnte. Beim Kfz-Meisterbetrieb Kreißig im damaligen Karl-Marx-Stadt entstand auf Basis von Wartburgteilen ein Anhänger mit stabilem Blechaufbau und Deckel, der heute durch die angesetzten Kotflügel kultig wirkt.

Gebrauchte Hänger besser als neue?

Woran sollte man denken, wenn man  einen alten Anhänger aus DDR-Zeiten, also in gewisser Weise schon historische Technik, wieder in Betrieb nehmen möchte? Wichtigster Punkt bei der technischen Abnahme ist sicherlich die Anhängerkupplung, die richtig Zugkuppelkupplung heißt, üblich ist auch die Bezeichnung Zugmaul. Hier schauen die Prüfer genau hin, allerdings sind diese Kupplungen als Ersatz- bzw. Austauschteil online recht preiswert, teils schon für weniger als 20 Euro, verfügbar. Ein weiteres Thema sind die Reifen: Stand der Hänger lange Zeit und dazu noch unbewegt, sind neue fällig. Wenn die Kunststoffabdeckungen der Heckleuchten matt geworden sein sollten, hilft oft Polierpaste, wie sie etwa für Handydisplays angeboten wird.

Allerdings sollten die zu erwartenden Kosten erst einmal aufsummiert werden, ehe man sich an die Ersatz- und Verschleißteilbeschaffung macht, denn schon ab 200 bis 300 Euro sind gut erhaltene HP-Anhänger im Internet zu finden. Selbst wenn man 450 Euro anlegen muss für das passende Gebrauchtexemplar, werden diese oft der heutigen preiswerten Neuproduktion, die man gelegentlich herumstehen sieht, vorgezogen. “Ich habe erst einmal 50 Schrauben reingedreht, damit er überhaupt etwas hält”, kommentierte unlängst ein Görlitzer Karosseriebaumeister knurrig so eine Anschaffung.

Nicht vergessen: die Anhängerkupplung

Bei aller Begeisterung für einen Pkw-Anhänger – ob nun für den Lastentransport, bei dem das Auto keinen Schaden nehmen soll, für das Boot oder als Wohnwagen – darf man eines allerdings nicht vergessen: Das Zugfahrzeug braucht eine Anhängerkupplung. Wer für seinen Pkw eine Anhängerkupplung kaufen muss, hat die Wahl zwischen starren, abnehmbaren und schwenkbaren Ausführungen. Gute Anbieter weisen darauf hin, was neben dem Fahrzeugtyp, an dem die Anhängerkupplung montiert werden soll, der Stützlast und der Anhängelast noch zu beachten ist.

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de

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