Neujahrsrede
Neujahrsempfang am 16. Januar 2026
Sehr geehrte Unternehmerinnen und Unternehmer,
sehr geehrte Vertreter der Vereine und Feuerwehren,
sehr geehrte ehrenamtlich Engagierte,
sehr geehrte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unserer Partner- und Nachbargemeinden,
sehr geehrte Vertreter des Landkreises Görlitz,
liebe Gäste,
ich freue mich sehr, Sie heute hier zum Neujahrsempfang in einer der schönsten Gemeinden der Oberlausitz, in Markersdorf begrüßen zu dürfen.
Rund 370 Gäste – und wenn man sich hier im Saal umsieht, erkennt man schnell:
Hier sitzen
Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Menschen, die anpacken.
Menschen, die nicht nur verwalten, sondern gestalten.
Hier sitzt das Rückgrat unserer Gemeinde Markersdorf.
Meine heutige Rede stelle ich unter folgende Überschrift:
Zwischen Weltpolitik, Straßenbau und Vereinsheim
Wenn man dieser Tage die Nachrichten verfolgt, bekommt man leicht den Eindruck, die Welt sei aus den Fugen geraten.
Weltpolitik im Krisenmodus, Bundespolitik im Dauerstreit, Landespolitik irgendwo dazwischen – begleitet von Talkshows, Eilmeldungen und immer neuen Erklärungen, warum gerade alles besonders schwierig ist.
Ich stelle fest:
Je größer die Politik, desto kleiner wird das Vertrauen.
Und dann gibt es Markersdorf.
Hier ist Politik kein Schlagwort, sondern Alltag.
Hier geht es nicht um Ideologien, sondern darum, dass Dinge funktionieren.
Hier zählt der Handschlag mehr als die Schlagzeile!
Und manchmal entstehen die besten Entscheidungen nicht in endlosen Sitzungen, sondern im Gespräch –
nach der Gemeinderatssitzung,
beim Nachbarschaftsfrühstück
beim Vereinsabend
oder beim Frühschoppen.
Nicht alles, aber vieles wird hier klarer.
Weil man sich in die Augen schaut.
Weil man zuhört.
Und weil man weiß, mit wem man spricht.
… einfach, weil man hier näher dran ist – an den Menschen und an der Realität.
Wenn der große Wurf im Herbst der Reformen ausbleibt, kümmern wir uns eben selbst
Genau so hat es Thomas Köhler letztes Jahr hier auf dieser Bühne gesagt. „Wir müssen uns, um uns selber kümmern!“
Und manchmal wird einem auch ganz praktisch vor Augen geführt, dass wir uns hier vor Ort vor allem auf uns selbst verlassen müssen.
Die Autobahn in Richtung Dresden wird nicht ausgebaut.
Die Bahnstrecke zwischen Görlitz und der Landeshauptstadt wird auf absehbare Zeit nicht zukunftsfähig elektrifiziert.
Das sind Entscheidungen, die anderswo getroffen werden –
deren Auswirkungen wir aber hier spüren.
Man könnte darüber lange diskutieren.
Oder man kann feststellen:
Dann bleiben wir eben hier.
Und wenn wir hierbleiben, dann kümmern wir uns eben selbst um unsere Region,
um unsere Infrastruktur
und um unsere Lebensqualität.
Oder etwas sarkastischer formuliert:
Wenn der große Wurf von oben ausbleibt,
dann sorgen wir eben dafür,
dass es unten funktioniert.
Ich habe einige Beispiele für Sie, an denen man sieht, was und warum es bei uns klappt, aber auch wo manchmal der Schuh drückt.
Sicherheit zuerst – dann darf auch gefeiert werden
Ein zentrales Fundament dafür ist unsere Feuerwehr.
Bevor wir feiern, muss eines sicher sein:
Unsere Feuerwehren müssen ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen können.
Deshalb war die Anschaffung des neuen Feuerwehrfahrzeuges für die Ortsfeuerwehr Pfaffendorf ein wichtiger und richtiger Schritt.
Nicht aus Prestigegründen, sondern aus Verantwortung.
Ich weiß, ohne das hervorragende ehrenamtliche Wirken des Gemeindewehrleiters Johannes Steckel,
der Ortswehrleitung um Steffen Pohl
in Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeiterinnen im Rathaus
und der Unterstützung der Landkreisverwaltung,
wäre gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller die europaweite Ausschreibung inkl. Lieferung des Feuerwehrfahrzeuges innerhalb eines Jahres nicht möglich gewesen! Danke dafür!
Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Deshalb werden wir in diesem Jahr den Brandschutzbedarfsplan fortschreiben und auch weitere mögliche Krisenszenarien betrachten und Pläne zur Bewältigung dieser entwickeln.
Nicht, weil es Pflichtpapiere sind –
sondern weil Sicherheit geplant werden muss.
Egal was politisch gerade diskutiert wird, wenn es brennt zählt kein Parteibuch, sondern Verlässlichkeit, Ausbildung und Ausrüstung.
Und weil unsere Feuerwehren diese Aufgaben so hervorragend erfüllen, deshalb konnten wir im vergangenen Jahr auch feiern.
Das 100-jährige Jubiläum der Feuerwehr Friedersdorf war ein hervorragend organisiertes Fest –
ein sichtbares Zeichen für Kameradschaft, Engagement und gelebtes Ehrenamt.
Feiern kann man nur dann, wenn die Basis stimmt.
Und die stimmt bei unseren Feuerwehren ganz offensichtlich
Die Gemeinde funktioniert, weil viele funktionieren
Eine Gemeinde lebt nicht von Beschlüssen allein.
Sie lebt von Menschen, die jeden Tag ihre Arbeit machen – oft leise, aber mit großer Wirkung.
Es ist mir sehr wichtig, ausdrücklich die sehr gute Arbeit in unseren Kitas und des Hortes gemeinsam mit den Elternräten zu würdigen.
Wir sind als Gemeinde selbst Träger der Einrichtungen – und das wollen wir.
Hier wird nicht nur betreut, sondern begleitet, gefördert und vorbereitet.
Und dieser Weg endet nicht an der Kitatür.
Unsere Grundschule im Dorf ist ein ganz wichtiger Partner.
Sie knüpft an diese Arbeit an, gibt Stabilität und macht unsere Kinder fit für die weiterführenden Schulen in den umliegenden Gemeinden.
Eine gute Grundschule ist kein Zufall –
sie ist das Ergebnis engagierter Menschen und der immer besser werdenden Zusammenarbeit.
Im Ergebnis dessen hat uns der Landkreis Görlitz im letzten Jahr bestätigt, dass neben dem guten Zustand der Gesamtanlage aus Sicht des Planungsträgers der Schulstandort mittel- und langfristig gesichert ist!
Genauso unverzichtbar für unsere Gemeinde ist unser Bauhof.
Der Bauhof arbeitet –
zuverlässig, kontinuierlich
und so selbstverständlich, dass man leicht vergisst, wie viel dahintersteckt.
Straßen, Wege, die Außenanlagen der Kitas und der Schule sind gepflegt,
das Dorfbild stimmt,
und wenn irgendwo etwas zu tun ist,
dann wird nicht lange diskutiert,
sondern gemacht.
Der Arbeitsbeginn ist dabei in der Regel durchaus human –
außer im Winter.
Denn wenn es schneit oder glatt wird,
sind unsere Jungs vom Bauhof frühzeitig unterwegs,
oft bevor der erste Wecker klingelt.
Und wenn man dann morgens sicher zur Arbeit kommt,
dann weiß man:
Da waren der Paule, der Ottl, der Vetti, der Matthias, der Micha oder der Mario schon da.
Kurz gesagt:
Unsere Bauhofmitarbeiter und Hausmeister sind leise Profis –
verlässlich, praktisch und unverzichtbar für den Alltag in Markersdorf.
Zu einer funktionierenden Gemeinde gehören ebenso unsere medizinischen Versorger.
Unsere Allgemeinmediziner,
unsere Zahnärzte,
unsere Physio- und Ergotherapeuten
sowie unsere Osteopathen, die Menschen nach Krankheit oder Unfall wieder zurück in den Alltag begleiten,
…und unsere Tierärzte, die sich um all das kümmern, was nicht sprechen kann, aber trotzdem unsere volle Aufmerksamkeit verdient – in den Familien wie in der Nutztierhaltung.
Ergänzt wird all das durch unsere Kirchen,
die Orte der Begegnung, der Orientierung und des Zusammenhalts sind.
In einem der letzten Newsletter der evangelischen Kirche schrieb Pfarrer Jörg Michel einen Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist:
„Kopf hoch, dann sieht man mehr.“
Er erzählte dazu, dass ihm dieser Satz schon in seiner Kindheit begegnet ist – gesagt von einer alten Frau im Treppenhaus,
immer dann, wenn jemand niedergeschlagen oder erschöpft war.
Damals half der Satz oft nicht sofort.
Aber wie so oft im Leben wurde erst im Rückblick klar,
wie viel Erfahrung und Wahrheit darin steckt.
Ich finde:
Das ist ein guter Leitsatz –
für den Alltag,
für schwierige Zeiten
und auch für unsere Gemeinde.
Denn wer den Kopf hebt,
sieht nicht nur Probleme,
sondern auch Möglichkeiten.
Unsere Ortsvorsteher – Politik ganz nah am Menschen
Ein ganz besonderer Dank gilt unseren Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern mit ihren Ortschaftsräten.
Sie sind Politik dort, wo man sich wirklich kennt
und wo man sich auch nicht aus dem Weg gehen kann.
Gemeinsam sind sie ständig damit beschäftigt,
das Dorfbild zu verschönern,
Aufgaben zu erkennen
und Lösungen zu finden.
Und ja –
es fällt den Einwohnern auf,
wenn der Holtendorfer Ortsvorsteher kurz vor Weihnachten noch einmal die Bushäuschen ausfegt.
Das ist keine große Politik.
Aber es ist genau die Art von Politik,
die Vertrauen schafft
Wirtschaft, Unternehmerschaft und Gewerbe
Ein starkes Zeichen im vergangenen Jahr war der Tag der offenen Unternehmen im Gewerbegebiet Markersdorf.
Viele Besucher, viele Gespräche – und Unternehmen aus der gesamten Gemeinde, die gezeigt haben,
was hier tägliche Arbeit ist,
was hier entsteht.
Das war keine Werbeveranstaltung, das war ein Bekenntnis zum Standort Markersdorf!
Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer schaffen Arbeitsplätze, bilden aus und investieren hier vor Ort.
Aber sie tun noch mehr:
Sie prägen eine Haltung.
Sehr treffend hat das im Laufe des Jahres die Unternehmerin Viviane Beier von der Kälte Klima Service Beier GmbH in einem Social-Media-Beitrag formuliert. Sie schrieb:
„Als Zugezogene erleben wir immer wieder, wie stark der Zusammenhalt hier ist –
wie schnell und unkompliziert Projekte ins Rollen kommen
und wie sehr sich alle für die Gemeinde einsetzen.
Genau das macht Markersdorf besonders.“
Ich finde:
Das kann ich als Bürgermeister auch nicht besser sagen.
Ein weiteres schönes Beispiel kam in der Adventszeit ebenfalls aus unserem Gewerbegebiet „Am Hoterberg“.
Die ECT-KEMA GmbH hat einen Online-Weihnachtskalender gestaltet, in dem vom 1. bis zum 24. Dezember die Geschichte des Unternehmens erzählt wurde.
Und am 7. Dezember stand dort ein Satz, der viel über Unternehmenskultur – und auch über Markersdorf – aussagt:
„Wer schaffen will, muss fröhlich sein.“
Dieser Leitsatz prägte dort die tägliche Zusammenarbeit schon vor dem Zweiten Weltkrieg.
Schon damals legte das Unternehmen großen Wert auf Zusammenhalt, Teamwork
und das Wohlbefinden der Mitarbeiter.
Das ist nicht nur ein schöner Satz –
das ist eine Haltung, die bis heute trägt.
Die Landwirtschaft als Fundament des ländlichen Raums
Zu dieser Stärke gehören ganz ausdrücklich auch unsere Landwirtschaftsbetriebe und Bauern.
Sie sorgen für regionale Versorgung,
pflegen unsere Kulturlandschaft
und halten den ländlichen Raum lebendig.
Landwirtschaft ist kein romantisches Bild,
sondern harte Arbeit, Verantwortung und unternehmerisches Denken –
oft über Generationen hinweg.
Gerade unsere Gastronomen wissen das zu schätzen.
Das Wild im Berggasthof kommt aus einheimischen Wäldern,
das Rind beim Ölle aus Pfaffendorf.
Wer im Duroc Kartoffeln bestellt bekommt Sie aus Markersdorf,
der Honig auf dem Frühstücksbuffet in der Insel der Sinne stammt aus Friedersdorf.
Der im Kunstcafe vom Kreuzberg in Jauernick-Buschbach.
Wer Honig aus Gersdorf erschmecken möchte, besucht das Dorfmuseum.
Im Steinbachtal dreht zu Himmerlfahrt ein Ochse vom Friedersdorfer Berg auf dem Spieß seine Runde,wer sich sehr guter Qualität sicher sein möchte, holt seine Weihnachtsgans bei Zachmanns.
Wer über ländlichen Raum spricht,
muss über Landwirtschaft sprechen.
Und wer Markersdorf versteht,
der weiß, welchen Stellenwert sie hier hat.
Infrastruktur ist die leise, aber wirksame Politik
Ein gutes Beispiel für unsere pragmatische Herangehensweise war der Straßenbau in Deutsch-Paulsdorf,
von vielen Bürgermeisterkollegen als aussichtslos beschrieben, hat es meine Bauverwaltung geschafft, während des Straßenbaus gleichzeitig auch die Verlegung des Glasfaserkabels zu organisieren.
Keine große Schlagzeile –
aber genau die Arbeitsweise,
deren Ergebnis man in Zukunft schätzen wird.
Zum guten Gelingen trug die Einwohnerschaft von Deutsch-Paulsdorf, das begleitende Ingenieurbüro IBOS
und die Baufirma STL bei.
In diesem Jahr folgen weitere wichtige Projekte:
der Brückenbau in Gersdorf
und der Ausbau der barrierefreien Bushaltestelle am Ortseingang Jauernick-Buschbach.
Keine Prestigeprojekte –
sondern Investitionen in Alltag, Mobilität und Teilhabe.
Ich hoffe, nein – ich bin sehr zuversichtlich, dass wir wieder so verlässliche regionale Partner aus dem Landkreis Görlitz finden wie im vergangenen Jahr.
Versorgung sichern – Gemeinwohl stärken
Ein zentrales Ziel für dieses Jahr ist die Weiterentwicklung des Bebauungsplanes zum Versorgungszentrum an der B6.
Apotheke, Arzt, Physiotherapie, Krankenpflege, Einkaufsmöglichkeit durch EDEKA und die Sicherung des Standortes der Volks- und Raiffeisenbank,
durch diese Neuinvestitionen entwickeln wir den ländlichen Raum.
Solche Projekte gelingen nur,
wenn wir bereit sind,
das eigene Interesse oder das Interesse Einzelner
ein Stück zurückzustellen
und das Gemeinwohl in den Mittelpunkt zu rücken.
Denn am Ende geht es nicht darum,
wer sich durchsetzt –
sondern darum, was Markersdorf insgesamt nützt.
Unsere Bevölkerung wird älter – gleichzeitig wollen wir junge Familien gewinnen.
Beides gelingt nur, wenn Versorgung nah ist und die Infrastruktur stimmt.
Oder anders gesagt:
Wer möchte, dass Menschen im Dorf bleiben oder zuziehen, der muss ihnen ermöglichen, ihr Leben im Dorf zu organisieren!
Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Viele Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen.
Deshalb freue ich mich besonders, heute auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unserer Nachbargemeinden begrüßen zu dürfen.
Herzlich willkommen Maik Wobst aus Königshain, Markus Weise aus Bernstadt, Luisa Rönisch aus Schönau Berzdorf und als Vertretung für Octavian Ursu, Benedikt Hummel, Bürgermeister von Görlitz. Schön, dass ihr alle Eure Partner mitgebracht habt, denn hier ist nach dem offiziellen Teil noch lange nicht Schluss.
Mit der Gemeinde Königshain verbindet uns die Zusammenarbeit der Museen und die Beteiligung im Gewerbegebiet „Am Hoterberg“, an dem auch die Stadt Görlitz integriert ist.
Da das Gebiet zum größten Teil auf unseren Flächen liegt, wird es auch von uns organisiert und nicht von den Görlitzern.
Und mit einem Augenzwinkern gesagt:
Vielleicht fühlen sich die Unternehmen auch deshalb so wohl hier.
In unserer Verwaltungssoftware gibt es nämlich keinen Button:
„Unerledigt abgeschlossen!“
Mit der Stadt Bernstadt verbindet uns ein enger Austausch. Gemeinsam werden wir – unter anderem die politisch geforderte Wärmeplanung durchführen.
Die Stadt Görlitz, direkt vor unseren Toren, unterstützt uns bei vielen Fragen der Zusammenarbeit.
Gemeinsam mit Görlitz und der Gemeinde Schönau-Berzdorf sehen wir im Berzdorfer See großes Entwicklungspotenzial.
Hier werden wir gemeinsam die ein oder andere Hürde der LMBV überspringen.
Mit der Gemeinde Schöpstal verbindet uns nicht nur der Weiße Schöps, sondern auch die sehr gute Zusammenarbeit im Abwasserzweckverband und im Feuerwehrwesen.
All das funktioniert auch deshalb so gut,
weil die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Görlitz von Wertschätzung geprägt ist.
Herzlich willkommen dem Dezernenten Thomas Rublack. Nicht alles gelingt auf Anhieb, aber auf Augenhöhe ist immer eine offene Kommunikation möglich.
Durch die gegenseitige vertrauenswürdige Akzeptanz der Ansichten, gehen manchmal Türen auf,
die für fest verschlossen gehalten wurden.
Liebe Amtskollegen, dafür danke ich Euch!
Partnerschaften, Ehrenamt und Zukunft
Zu Markersdorf gehören auch unsere Partnergemeinden Krotoscyce in Polen und Osečná in Tschechien.
Gerade die Treffen unserer Kinder und Jugendlichen, die wir auch in diesem Jahr wieder organisieren, sind echte Investitionen in die Zukunft.
Ein besonderes Highlight war im Oktober 2025 das Jubiläum der Gemeindepartnerschaft mit Erligheim hier in Markersdorf –
mit über 80 Gästen, so vielen wie noch nie.
Da wurde nicht über Grenzen gesprochen, sondern über Freundschaft.
Nicht über Unterschiede, sondern über Gemeinsamkeiten!
Ich möchte auch an dieser Stelle nochmal die Gelegenheit nutzen und allen Beteiligten, der Kirche, den Chören, den Bläsern und Tänzern, den Akteuren im Dorfmuseum, den Stadtführern, den Vereinen, dem Organisationsteam und meiner Verwaltung für dieses sensationelle Gelingen danken.
Der zweite Teil dieses Jubiläums folgt nun im Oktober dieses Jahres in Erligheim, melden sie sich an, es sind noch Plätze frei.
Vereine, Ehrenamt und Zusammenhalt
Zu Markersdorf gehören unsere eben schon erwähnten Vereine –
und davon haben wir rund 30.
30 Vereine –
das ist nicht nur eine Zahl,
das ist ein Spiegel unserer Gemeinde.
Diese Vereine kümmern sich um Senioren, sie organisieren Dorffeste,
pflegen Kultur und Tradition, halten Brauchtum lebendig
und entwickeln immer wieder neue Ideen – vom Dorfkino bis zu modernen Beteiligungsformaten.
Sie reichen von Bürger- und Kulturvereinen
über Feuerwehr- und Ortsvereine,
Kirchbau- und Heimatvereine,
Musik-, Tanz- und Brauchtumsgruppen
bis hin zu Angel-, Reit- und Sportvereinen
und sogar einer Modellfluggruppe.
Wer das hört, merkt schnell:
Markersdorf ist alles – nur nicht langweilig.
Gerade in den Sportvereinen geht es nicht nur um Sport.
Hier geht es um Gemeinschaft, Fairness, Verlässlichkeit, Regeln
und darum, jungen Menschen Halt und Orientierung zu geben.
Dass Beteiligung bei uns nicht erst mit 18 beginnt,
zeigen auch unsere Kinderräte,
die Kindern und Jugendlichen früh eine Stimme geben
und sie an Mitwirkung und Verantwortung heranführen.
Ein weiterer wichtiger Ort für Gemeinschaft, Geschichte und Identität
ist unser heute schon angesprochenes Dorfmuseum Markersdorf.
Es wird in diesem Jahr strukturell auf neue Füße gestellt.
Wir als Gemeinde können und werden unterstützen –
aber eines ist auch klar:
Der Bürgermeister kann kein Museumsdirektor sein.
Das Leben im Museum,
die Inhalte, die Veranstaltungen
und die Atmosphäre,
werden nur dann funktionieren,
wenn sie ehrenamtlich getragen werden.
Und genau darin liegt auch die Chance:
Dass unser Dorfmuseum kein stiller Ort wird,
sondern ein lebendiger Treffpunkt,
getragen von Menschen,
die Geschichte nicht nur bewahren,
sondern erzählen wollen.
All diese Vereinstätigkeit geschieht ehrenamtlich.
In der Freizeit.
Nach Feierabend.
Am Wochenende.
Oft ganz selbstverständlich –
ohne große Worte,
aber mit großer Wirkung.
Dieses Engagement ist nicht ersetzbar.
Es ist einer der wichtigsten Gründe,
warum der Zusammenhalt in Markersdorf nicht nur ein Wort ist,
sondern gelebter Alltag.
Die anonyme Spende – Vertrauen, das sichtbar wird
Ein ganz besonderes Kapitel in den vergangenen zwei Jahren
waren die anonymen Spenden in Höhe von insgesamt 50.000 Euro.
Ein Mensch, der im Hintergrund bleiben möchte,
hat damit nicht nur Geld gegeben,
sondern vor allem sein Vertrauen in unsere Gemeinde bekundet.
Und genau dieses Vertrauen haben wir versucht,
mit Leben zu füllen –
sichtbar, sinnvoll und für viele Generationen.
So konnten wir Projekte umsetzen oder auf den Weg bringen,
die man sehen, nutzen und erleben kann:
Einen Pumptrack mit Sitzgelegenheiten,
der Treffpunkt für Jugendliche, Familien
und alle wird, die gern in Bewegung bleiben.
Zwei Selbstreparatursäulen für Fahrräder,
die zeigen:
Manchmal braucht es nur einen Inbusschlüssel,
damit der Alltag weiterfährt.
Die Sanierung der Fenster im Schloss Pfaffendorf,
ebenso wie Schallschutz und Verdunklung
für die Schlafräume unserer Kita in Markersdorf –
weil gute Rahmenbedingungen
gerade für Kinder nicht verhandelbar sind.
Ein Barfuß- und Kletterpfad,
ein Multifunktionspavillon in Friedersdorf,
eine Baumpflanzung am Kriegerdenkmal in Holtendorf,
ein Klettergerüst im Verkehrsgarten unserer Grundschule,
die Gestaltung der Außenanlagen der Kita Markersdorf,
die Unterstützung des Teamsportevents TRIXITT
für unsere Schulkinder
und nicht zuletzt ist die Beteiligung an der Ertüchtigung des Wanderwegenetzes in unserer Leaderregion dadurch möglich.
All das zeigt:
Diese Spende ist nicht irgendwo versickert,
sondern mitten in unserer Gemeinde angekommen.
Deshalb danke ich an dieser Stelle ganz ausdrücklich dem anonymen Spender –
auch im Namen aller Einwohner von Markersdorf –
Sie haben damit nicht nur Projekte ermöglicht,
sondern ein starkes Zeichen gesetzt
für Zusammenhalt, Verantwortung
und Vertrauen in Markersdorf.
Verwaltung als Möglichmacher
An dieser Stelle erwähne ich bewusst unser Rathausteam.
Viele der in meiner Rede genannten Projekte entstehen nicht nur im Gemeinderat,
sondern durch die tägliche Arbeit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Sie bereiten vor, erklären, vermitteln und setzen um –
oft zwischen rechtlichen Vorgaben, bürokratischen Zwängen, Bürgeranliegen und begrenzten Ressourcen.
Kommunalpolitik funktioniert nur,
wenn Verwaltung nicht bremst, sondern ermöglicht.
Und dafür bin ich sehr dankbar.
Meine Damen und Herren,
mir ist eines besonders wichtig:
Gute Kommunalpolitik lebt nicht von Statusmeldungen in sozialen Medien,
sondern vom ehrlichen Austausch –
im Gespräch, im Zuhören, im Miteinander.
Politik entsteht nicht auf dem Bildschirm,
sondern im Rathaus,
im Verein,
nach Weihnachtsfeiern in Garagen,
bei Nachbarschaftstreffen
und manchmal auch beim geselligen Beisammensein am Sonntagvormittag
Während die Welt immer lauter wird,
bleibt Markersdorf ein Ort,
an dem man sich kennt,
an dem man unterschiedlicher Meinung sein kann
und am Ende trotzdem zusammenhält.
Ich bin gern Bürgermeister dieser Gemeinde.
Und ich danke Ihnen allen für ihr Rückgrat,
dafür, dass sie Markersdorf Tag für Tag genau so mittragen, mitgestalten und es damit immer weiter noch ein kleines bisschen schöner machen.
Was Markersdorfer können, können nur Markersdorfer!
Ich wünsche uns allen ein gutes, gesundes und gemeinschaftliches Jahr 2026.
Wir sehen uns im Dorf…
Prost!
