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Bürgermeister Juli 2011

Was wäre die Feuerwehr ohne Nachwuchs?
Was wäre die Feuerwehr ohne Nachwuchs?

Heute möchte ich mich einmal der Jugendgeneration widmen. Ich hatte die Ehre, am 28. Mai 2011 für die Jugendweiheteilnehmer der achten Klassen der Mittelschule Reichenbach in Krobnitz als Festredner aufzutreten. Natürlich habe ich mir die Frage gestellt, was die Jugendlichen von der Festrede erwarten. Ich versuchte, mir meine eigene Jugendweihe ins Gedächtnis zurückzurufen und mir war klar, dass die jungen Leute einige Ratschläge für das weitere Leben hören wollen.

“Nichts kann den Menschen mehr stärken
als das Vertrauen,
das man ihm entgegenbringt.”

Paul Claudel

Was oder wer ist aber eigentlich die Jugend. Wer sind die Leute, die dem Kindesalter adé sagen und bei den Erwachsenen anklopfen.

Ein kluger, alter Mann hat seine Erkenntnisse über die Jugend einmal so zusammengefasst: “Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet alle Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten – schwatzt, wo sie arbeiten und lernen sollte. Junge Leute stehen nicht mehr auf, wenn ältere das Zimmer betreten, legen bei Tisch die Beine übereinander und verschlingen die Süßspeisen. Sie widersprechen ihren Eltern und tyrannisieren ihre Lehrer.” Der diese Worte sagte, hieß Sokrates und lebte 470 bis 399 vor unserer Zeitrechnung.

Die Kinder sind unsere Spiegelbilder

Aber auch heute noch ist diese Meinung über junge Leute weit verbreitet und ganz persönlich habe ich das Gefühl, viele der sogenannten Erwachsenen wollen einfach an dieser Auffassung festhalten, um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Und seien wir Erwachsenen doch mal ehrlich – unsere Kinder sind doch meist unsere Spiegelbilder. Wir sind doch diejenigen, die ihnen Vorbild sind. Also fassen wir uns an die eigene Nase, wenn sie nicht unseren Vorstellungen von lieben Kindern entsprechen.

Was leben wir Ihnen vor? Aus meinem persönlichen Erleben habe ich die Erfahrung gemacht, dass junge Leute mehr können und besser sind als ihr Ruf. Nicht immer erlaubt das äußere Erscheinungsbild einen wirklichen Einblick in den wahren Charakter der sich entwickelnden Menschen.
Wir müssen sie nur ernst nehmen und sie auch einmal ihre eigenen “Fehler” machen lassen. Die Jugendlichen wollen gar nicht, dass man ihnen jedes Steinchen aus dem Weg räumt.

Sie wollen Vertrauen – Eigenverantwortung und akzeptieren dann auch eher die Grenzen, die es gibt und die sie unbedingt brauchen. Natürlich möchten sie auch ihre Kräfte messen und die Jugend hat eine höhere Risikobereitschaft. Das ist jedoch das Recht der Jugend. Sie muss sich ausprobieren dürfen, um späteren Problemen gewachsen zu sein. Jugendliche aus Markersdorf beim

Jugendliche aus Markersdorf beim “Löschangriff 2008” in Gersdorf.
Archivbilder: BeierMedia.de

Die Welt verändert sich heute schneller und schneller. Sie erscheint zusehends unübersichtlicher. Oft habe ich den Eindruck, dass die Jugend mit dieser Tatsache viel besser klarkommt als die älteren Generationen. Der größte Teil der Jugend ist bereit, sich in das gesellschaftliche Leben einzubringen. Ob in den Feuerwehren oder in den Sportvereinen, in der Jungen Gemeinde oder in den Chören, in den organisierten Jugendclubs oder im Bauwagen auf der Festwiese nimmt unsere heutige Jugend aktiv am kommunalen Gemeinschaftsleben teil.

Verantwortung in Elternhaus und Kommune

Die verschiedenen Interessen der Jugendgenerationen unter einen Hut zu bringen, ist aber auch nicht ganz einfach, denn für einen 14- bis15-Jährigen ist ein 20-Jähriger oft schon steinalt. Jeder hat seine eigenen Wünsche und versucht sie mit seinen meist noch beschränkten Mitteln durchzuboxen. Manchmal sieht es unbeholfen aus und oft wird gewaltig am Ziel vorbeigeschossen. Sind wir Erwachsenen dann immer bereit zu helfen oder schauen wir weg und rümpfen die Nase?

Aber es ist unsere Aufgabe, Bedingungen für unsere Jugend zu schaffen, damit sie erkennen, dass moralische Werte im Zusammenleben genauso wichtig sind, wie die eigene materielle Absicherung.
Höflichkeit, gegenseitige Achtung und Bereitschaft sich einzubringen, sind Grundpfeiler des Lebens. Die Basis schafft dafür das Elternhaus, die Kommunen können über die Kindereinrichtungen, die Schulen und die kommunalen Einrichtungen etwas helfen und die Gemeinden bemühen sich immer öfter, Fehler in der großen Politik vor Ort auszugleichen.

Die Jugendlichen, die im Alter von 14 Jahren einen vielleicht nicht ganz freiwilligen, aber einen auch nicht mehr rückgängig zu machenden Schritt vom Kindsein zum Erwachsenwerden gehen, haben es verdient, dass sie ernst genommen werden.

Ich habe mich bemüht, ihnen ein paar Ratschläge mit auf den Weg zu geben, welche auch mir heute noch sehr oft helfen. Die Jugendlichen sollten sich einen kindlichen Blickwinkel bewahren, wenn schwierige Entscheidungen anstehen. Kinderaugen sind einfach weniger kompliziert und sie legen mehr Wert auf das Wesentliche.

Jugend soll auch hinterfragen

Sie müssen die Möglichkeiten sich weiter zu entwickeln nutzen. Jeder von ihnen hat eine eigene Persönlichkeit, worauf er stolz sein kann und jeder von ihnen hat das Recht auf einen eigenen Weg.
Die Jugend muss sich in die Gesellschaft einbringen, denn alleine lebt es sich schwerer und es ist auch nicht so lustig. Sie dürfen das gemeinsame Lachen nicht verlernen. Lachen mit Freunden ist noch gesünder als Obst und es hilft oft schneller über Sorgen hinweg als Obstler.
Achtung vor allen Mitmenschen – egal wie alt sie sind und welche Sprache sie sprechen – ist für jeden wichtig, dann wird man auch selbst geachtet werden.

Und ein letzter “weiser” Rat: Nehmt nicht alles widerspruchslos hin, oft sind die Menschen, die Gesetze machen, schon sehr weit weg von den Alltagssorgen eines Jugendlichen. Regeln sind zwar dazu da, dass sie eingehalten werden. Sie dürfen aber in einer so schnelllebigen Zeit, wie wir sie erleben, auch einmal hinterfragt werden.
Nutzt die Zeit des friedlichen Dialogs, dann werden große Probleme klein und dunkle Gestalten zu strahlenden Menschen.

Die heutige Jugend ist unsere Zukunft, nicht nur allein, um für die vorhergehende Generation die Rente zu sichern, sondern gemeinsam mit ihr die Gegenwart zu gestalten.

Ihr Bürgermeister
Thomas Knack

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