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Bürgermeister Juni 2012

Aussichtsturm Berzdorfer Höhe
Aussichtsturm Berzdorfer Höhe

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Markersdorf! Nachfolgend kein klassisches Zitat, aber der Sinn verdeutlicht besonders gut den nachfolgenden Beitrag. Die Entwicklung des Tourismus und dabei vor allem die Frage, wie es mit dem Berzdorfer See weitergeht, war schon das Thema des Berichtes im August 2011. Und dieses Thema erhitzt momentan wieder viele Gemüter.

“Einst kam ein Mann zum Propheten Elias. Ihn bewegte die Frage nach dem Himmel und der Hölle, wollte er doch seinen Lebensweg bewusst gestalten. Da nahm ihn der Prophet bei der Hand und führte ihn durch dunkle Gassen in einen großen Saal, wo sich viele ausgemergelte Gestalten um die Feuerstelle drängten. Dort brodelte in einem großen Kessel eine köstlich duftende Suppe.

Jeder der Leute besaß einen gusseisernen Löffel, der so lang war wie er selbst. Der Löffel war aufgrund seiner Größe zu schwer, um allein damit die Suppe zu schöpfen, und zu lang, um damit Nahrung zum Mund führen zu können. So waren die Menschen halb wahnsinnig vor Hunger und schlugen aufeinander ein vor Wut. Da fasste Elias seinen Begleiter am Arm und sagte: ‘Siehst du, das ist die Hölle!’

Sie verließen den Saal und traten bald in einen anderen. Auch hier viele Menschen. Auch hier wieder ein Kessel Suppe. Auch hier die riesigen Löffel. Aber die Menschen waren wohlgenährt, und man hörte in dem Saal nur das zufriedene Summen angeregter Unterhaltung. Männer und Frauen hatten sich zusammengetan. Einige tauchten gemeinsam die schweren Löffel ein und fütterten die Gegenübersitzenden. Umgekehrt geschah es ebenso. Auf diese Weise wurden alle satt. Und der Prophet Elias sagte zu seinem Begleiter: ‘Siehst du, das ist der Himmel!”

Nossrat Pesechkian, persischer Arzt

Das ist nun kein klassisches Zitat, aber der Sinn verdeutlicht besonders gut den nachfolgenden Beitrag. Die Entwicklung des Tourismus und dabei vor allem die Frage, wie es mit dem Berzdorfer See weitergeht, war schon das Thema des Berichtes im August 2011.
Und dieses Thema erhitzt momentan wieder viele Gemüter. Das Problem ist, dass sich seitdem (wie schon in den letzten Jahren) so gut wie nichts getan hat. Die Medien wissen manchmal schon selbst nicht mehr, was sie von den Vorhaben am See berichten sollen. Besonders ein Fakt wird jedoch immer deutlicher, ohne eine Institution, welche die Koordination und die Entwicklung am See konsequent in die Hand nimmt, wird es zukünftig nicht weitergehen. Der Berzdorfer See, im Hintergrund die Landeskrone.

Der Berzdorfer See, im Hintergrund die Landeskrone.
Ein Zweckverband ist aus diesem Grund nicht nur wichtig, damit die Bewirtschaftung der noch nicht einmal komplett vorhandenen Infrastruktur übernommen wird, sondern vielmehr, um ein Fachgremium zu schaffen, welches sich tatsächlich und konsequent mit der Entwicklung an, auf und um den See herum kümmert. Die Kommunen und ihre Verwaltungen können diesen Part nicht erledigen. Der Südzipfel des Berzdorfer Sees, im Hintergrund der zukünftige Hafen.
Der Südzipfel des Berzdorfer Sees, im Hintergrund der zukünftige Hafen.
Der Berzdorfer See ist eine Perle in unserer Region und wird auch definitiv von der Bevölkerung und von vielen Gästen wahrgenommen. Auch wenn ich als Bürgermeister diese Meinung nicht vertreten darf, so bin ich sogar ein wenig froh über das Parkchaos zu Ostern und die Ignoranz des Badeverbotes durch viele Menschen. Mal abgesehen davon, dass der See noch unter Bergrecht steht und die unerlaubte Nutzung äußerste Lebensgefahr darstellt, zeigen diese Besucher doch, wie wichtig die Legalisierung der Nutzung am See geworden ist.

Und hier sind die Kommunen und allen voran die Stadt Görlitz gefragt. Die Schaffung der Basisinfrastruktur muss schnellstmöglich vorangetrieben werden. Wenn dafür momentan keine Mittel vom Bergbausanierer zur Verfügung stehen, dann muss man sich andere Partner suchen und in den kommunalen Haushalten Gelder bereitstellen.

Dass es im Juni noch keine Badegenehmigung gibt, von einer Segelnutzung mal ganz abgesehen, ist einfach schwach und den Schwarzen Peter der Genehmigungsbehörde zuzuschieben, niveaulos.

Dann hätte der Antrag eben, wie im Planungsverband festgelegt, schon im November gestellt werden müssen. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob die Stadtverwaltung diese Arbeiten überhaupt erledigen kann, zeitlich und fachlich?

Im letzten Monat habe ich über “Träume” berichtet und dass man an deren Wahrhaftigkeit festhalten soll. In Bezug auf den Berzdorfer See ist diese Tatsache besonders wichtig und wir müssen alles tun, um schnellstmöglich die Voraussetzungen für Investitionen zu schaffen. Eine neuerliche Grundsatzdiskussion über den Namen ist dabei bestimmt nicht vorrangig wichtig.

Gelder vom Land und vom Bund bekommen wir nur, wenn die Anliegergemeinden gemeinsam an der Entwicklung arbeiten. Also sollten wir auch gemeinsam den Löffel anpacken, um nicht zu verhungern.

Ihr Bürgermeister Thomas Knack

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