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Stromkunden sollten auf angeschlossene Verbraucher achten

Alte Zähler für Drehstrom
Alte Zähler für Drehstrom

Der Fall (der sich nicht in Sachsen zugetragen hat) ist authentisch belegt: Eine Mieterin, die monatlich um die 70 Euro Kosten für elektrischen Strom und ihre Verbrauchsverhalten nicht geändert hat, erhält mit der Jahresrechnung eine Nachzahlungsaufforderung von rund 750 Euro, was grob gesagt fast einer Verdopplung der Stromkosten entspricht.

Energieverbrauch im Blick behalten

In dieser Situation ist nicht nur die Rechnung, sondern auch guter Rat teuer. Einzige mögliche Erklärung für die Mieterin: Eine größere Baustelle im Haus, die über Monate bestand, musste ihren Baustrom über ihre Anschlussstelle und ihren Zähler bezogen haben. Der hinzugezogene Stromversorger hatte angeboten, die illegale Stromentnahme zu prüfen, allerdings nur zu weiteren Zusatzkosten von deutlich über 100 Euro. Da zu Abrechnungszeitpunkt die Baustelle längst passé war, war die Nachweisführung im konkreten Fall aussichtslos und die Mieterin blieb auf den Kosten sitzen.

Für Mieter bedeutet das, bei Baustellen im Haus darauf zu achten, woher der Strom bezogen wird. Bei unklaren Verhältnissen empfiehlt es sich, den eigenen Stromzähler täglich abzulesen und zu dokumentieren und dabei auf erhöhte Verbrauchswerte zu achten. Treten diese ein, muss sofort interveniert werden. Besondere Stromfresser auf Baustellen sind oft die Beheizung im Winter, das erste Aufheizen des Estrichs und das Belüften und Beheizen von Estrichen in der Trocknungsphase. Auch elektrisch ausgeführte Erdbohrungen schlagen im Stromverbrauch deutlich zu Buche.

Nicht nur bei Baustellen sorgt ein separater Energiezähler für Transparenz, auch bei etlichen anderen Anwendungen im Haus oder in Unternehmen ist es sinnvoll oder nötig, den Verbrauch an elektrischer Leistung zu erfassen. Im Zusammenhang mit den erneuerbaren Energien gewinnen hier die Energiezähler für Gleichstrom wieder an Bedeutung: Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, möchte deren Leistung überwachen, ebenso interessant ist der Verbrauch an Ladestationen, vor allem, wenn sie von mehreren Parteien gemeinsam genutzt werden. Das gilt ebenso für Batteriesysteme, mit denen Photovoltaikbetreiber die tags gewonnene Energie speichern und in den Abend- und Nachtstunden wieder abrufen.

Stromverbrauch: Was wird da wie gemessen?

Beim von einem Energiezähler (umgangssprachlich auch Stromzähler, Kilowattstundenzähler oder auch Elektrizitätszähler) erfassten Verbrauch handelt es sich um die sogenannte Wirkleistung. In einfachen Worten ist das der von der elektrischen Spannung getriebene Stromfluss innerhalb einer bestimmten Zeit, von dem der Verbraucher oder Anwender wirklich etwas hat. Hintergrund: Im üblichen Wechselstrom- und Drehstromnetz kommt es beispielsweise beim Betrieb von Elektromotoren zu Phasenverschiebungen, die Blindströme, die zwischen Energieerzeuger und -anwender hin und her pendeln, erzeugen. Diese Blindströme belasten zwar die elektrischen Leitungsnetze, werden aber von den üblichen Energiezählern nicht erfasst.

Noch sind in Haushalten die Ferraris-Zähler (nach Galileo Ferraris) verbreitet. In ihnen wird nach dem Prinzip des Asynchronmotors eine Aluminiumscheibe angetrieben, indem eine Spannungsspule und eine Stromspule, die je nach Verbrauch durchflossen wird, phasenverschobene elektromagnetische Felder induzieren. Eine Wirbelstrombremse bremst die Scheibe, wenn der Stromverbrauch sinkt oder endet. So ist in Bezug auf eine gegebene Netzfrequenz die Drehgeschwindigkeit stets proportional zur übertragenen Wirkleistung; einfach gesagt: Je schneller sich die Scheibe im Zähler dreht, umso höher ist der Verbrauch und schließlich die Stromrechnung. Die Zukunft – in Unternehmen bereits die Gegenwart – gehört jedoch elektronischen Zählern, die viele Vorteile bieten: Sie stellen Daten digital bereit und können so den zeitlichen Verlauf des Verbrauchs an Elektroenergie dokumentieren. Weitere Pluspunkte sind die Möglichkeit zur Fernablesung und flexibler Tarife, bei denen der Strompreis beispielsweise von der Netzauslastung abhängt. So könnte sich die Waschmaschine automatisch einschalten, wenn der Strompreis besonders günstig ist. Was wie Zukunftsmusik klingt, dürfte schon bald Realität sein.

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Für Verbraucher interessant ist außerdem, dass elektronische Energiezähler bei sehr geringen Stromverbräuchen grundsätzlich genauer sind als die gewöhnlichen Ferraris-Zähler. Wissen sollte man außerdem, dass moderne Zähler der Europäischen Meßgeräterichtlinie MID (Measuring Instruments Directive, 2004/22/EG) unterliegen. Hintergrund. Messgeräte im geschäftlichen Verkehr müssen von den Eichbehörden der Bundesländer oder von staatlich anerkannten Prüfstellen geeicht sein, seit Ende Oktober 2006 kann auf die Ersteichung verzichtet werden, wenn fabrikneue Geräte mit einer MID-Konformitätserklärung geliefert werden.

Wer seinen Energieverbrauch im Griff behalten möchte, sollte sich an sein Wissen aus den Physikstunden erinnern: Elektrische Leistung (deren physikalische Einheit ist das Watt) ist das Produkt aus Spannung (gemessen in Volt) und Strom (gemessen in Ampere). Bezieht man die Dauer der Nutzung (des Verbrauchs) einer elektrischen Leistung durch Multiplikation mit einer Zeiteinheit (üblicherweise Stunden) ein, erhält man den Energieverbrauch in Wattstunden. Angegeben wird der im Haushaltsbereich und oft auch bei gewerblichen Abnehmern in Tausender-Einheiten also den üblichen Kilowattstunden (kWh).

Das Geheimnis der “dicken Leitungen”

Die Netzspannung (Effektivwert) liegt in Haushalten bei 230 Volt (früher 220 Volt) und bei einem Drehstromanschluss bei 400 Volt (früher 380 Volt). Weil die anliegende Spannung also gegeben ist, kann man leicht den Wirkstromfluss, den ein Gerät bei bekannter Leistungsaufnahme verursacht, berechnen: Leistung geteilt durch Spannung ergibt den elektrischen Strom. Bei konstanter Spannung wird der Strom also proportional um so größer, je mehr Leistung abgerufen wird.

Je mehr Strom fließt, umso größer muss der Querschnitt des elektrischen Leiters sein. Der besteht heutzutage grundsätzlich aus Kupfer, das gute Leitfähigkeit mit guten Verlege- bzw. als Litze Beweglichkeitseigenschaften verbindet. Wegen des nötigen Querschnitts haben Geräte mit höherem Stromverbrauch wie beispielsweise eine Kaffeemaschine ein dickeres Anschlusskabel als solche mit geringerem wie zum Beispiel eine Nachttischlampe.

Aufpassen muss man, wenn man mehrere Geräte über eine Steckdose betreibt. Mit Verlängerungskabeln mit Mehrfachsteckdosen ist das leicht möglich und so mancher schließt an eine Mehrfachsteckdose gleich die nächste an, die Zahl der Elektrogeräte nimmt ja nicht ab.Mehrfachsteckdosen verleiten zu Mehrfachverlängerungen
Mehrfachsteckdosen verleiten zu MehrfachverlängerungenWerden die Elektrogeräte nun zeitgleich genutzt und handelt es sich um “Stromfresser” (vielleicht sogar um Elektroheizer), summieren sich die Ströme – sie belasten zeitgleich die Ausgangssteckdose. Wir diese dadurch überlastet, verschmort sie im einfachsten Falle, im schlimmsten kann ein Brand entstehen.

Bei Anwendungen in der Wirtschaft spielen zudem oft leistungsstarke Elektromotoren eine Rolle. Hier und in anderen Fällen müssen bei der Auslegung der elektrischen Leitungsnetze die Blindströme berücksichtigt und gegebenenfalls über spezielle Energiezähler überwacht werden.

Der Elektrofachbetrieb hilft weiter

Verbraucher, die über ausreichend Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, führen oft bestimmte einfache Arbeiten an der Installation und Elektrogeräten selbst aus. Typisch ist zum Beispiel das “Anklemmen” einer neuen Lampe.Bei Installations- und Anschlussarbeiten sind Fachleute gefragt
Bei Installations- und Anschlussarbeiten sind Fachleute gefragtAber Vorsicht: Was einfach aussieht, ist nicht ungefährlich: Spätestens wenn Schutzleiter im Spiel sind oder fest installiert werden soll, ist der Gang zum Fachmann – natürlich auch zur Fachfrau – der richtige Weg. Die Elektrofachbetriebe in Markersdorf sind schließlich nicht weit entfernt.

Quelle: PR/Ost!

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