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Digitalisierung auch hier?

Einen Arzt von zu Hause aus konsultieren

Morbus Rubigo – dass ein Roboter wegen der Rostkrankheit in der Sprechstunde auftauchte, wurde noch nicht berichtet. Dennoch müssen sich Ärzte auf die Digitalisierung einstellen
Morbus Rubigo – dass ein Roboter wegen der Rostkrankheit in der Sprechstunde auftauchte, wurde noch nicht berichtet. Dennoch müssen sich Ärzte auf die Digitalisierung einstellen

Foto: Thomas Meier, Pixabay License (Bild beschnitten)

Die Digitalisierung, das immer öfter auch in Markersdorf verfügbare schnelle Internet und nicht zuletzt die Vorsicht vor einer Corona-Ansteckung bringen die Frage mit sich, ob man denn nicht auch die Arztkonsultation gleich am Bildschirm von zu Hause aus erledigen kann. Spricht man jedoch mit Ärzten in der Region Markersdorf, so reagieren diese beim Thema Telemedizin eher verhalten, wichtigstes Argument: Ein ganzheitliches Bild vom Zustand eines Patienten erlangt der Arzt eben nur beim direkten Besuch.

Dennoch kann ein virtueller Arztbesuch sinnvoll sein, etwa wenn ein Patient stark mobilitätseingeschränkt ist. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich manche Patienten im direkten Gespräch über ihre Beschwerden oder vielleicht den dafür ursächlichen Lebenswandel nicht offen äußern. Tatsächlich sind vielen Menschen noch immer bestimmte Symptome oder Krankheitsbilder unangenehm. Trotz der ärztlichen Schweigepflicht fällt es ihnen schwer, offen über Verstopfung, Blähungen, Geschlechtskrankheiten oder andere scheinbar peinliche Krankheitsbilder mit ihrem Arzt zu sprechen. So schweigen viele ihre Symptome lieber tot oder suchen Hilfe bei schlecht recherchierten Ratgebern im Internet, was alles nur schlimmer macht.

Diese Scham ist allerdings unnötig und kann regelrecht gefährlich sein. Jeder sollte seine Symptome, seien sie noch so schambehaftet, seinem Arzt offenlegen, um schnell Hilfe zu erhalten. Wer Probleme hat, im Vieraugengespräch mit dem Arzt über seine Probleme zu sprechen, für den kann die Telemedizin ein Weg sein. Durch die virtuelle Durchführung der Sprechstunde sinkt in der Fernbehandlung die Hemmschwelle des Patienten deutlich.

Distanz der Fernbehandlung als Vorteil

Die Telemedizin hat durchaus viele Vorteile. In der aktuellen Corona-Lage kommt besonders die räumlichen Distanz zwischen Patient und Mediziner zum Tragen. Die Möglichkeit, von zu Hause aus digital den Rat eines Experten einzuholen, eliminiert das Risiko, sich in der Praxis oder im Krankenhaus mit Corona oder anderen Keimen zu infizieren. Auch die Ansteckung anderer wird hierdurch ausgeschlossen.

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Die räumliche Distanz ist auch im Falle schambehafteter Krankheiten für manchen vorteilhaft. Sie suggeriert eine gewisse Anonymität und sorgt dafür, dass es dem Patienten leichter fällt, auch über für ihn peinliche Symptome zu sprechen. Während eines virtuellen Termins, der über eine App eines Gesundheitsunternehmens wie KRY abgehalten wird, spricht man in der Regel mit völlig fremden Medizinern. Gegenüber diesen kann man sich – so tragisch wie das für ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis ist – manchmal besser öffnen als seinem Hausarzt, mit dem man oft persönlich bekannt ist und den man regelmäßig konsultiert.

Hintergrund ist die sogenannte Compliance, ein Begriff, der in der Medizin für das regelkonforme Verhalten des Patienten verwendet wird. Ist der Patient vielleicht nicht den Ratschlägen oder Verordnungen seines Arztes gefolgt und hat deshalb nun neue Beschwerden, dann kann es für ihn ausgeprochen peinlich sein, das einzugestehen. Auch das Abhalten der Sprechstunde in der bekannten heimischen Umgebung suggeriert vielen Patienten eine gewisse Sicherheit und macht es ihnen einfacher, alle Symptome – und seien sie noch so schambehaftet – anzusprechen.

Natürlich sprechen weitere Vorteile wie Kostenreduzierung, Effektivität und die Vermeidung von Wartezeiten und nicht nur die angesprochene “Anonymität” für die Telemedizin, doch gehen Experten davon aus, dass auch diese ein treibender Faktor für das rasante Wachstum der Branche sein könnte.

Telemedizin als wichtige Ergänzung im Gesundheitssystem

Auch in virtuellen Sprechstunden kann ein Großteil der gängigen Krankheiten erkannt und behandelt werden. Oft kann ein Arzt anhand der Symptome und der Videobilder sehr schnell feststellen, was dem Patienten fehlt. Zudem kann er direkt Rezepte für Medikamente und Krankschreibungen digital ausstellen und elektronisch an den Patienten übermitteln.

Andererseits bestehen die Bedenken der Ärzteschaft sicherlich zu Recht: Natürlich kann man die herkömmliche physische Konsultation beim Arzt nicht generell und schon gar nicht gleichwertig durch virtuelle Termine ersetzen, doch ist die Telemedizin ein weiterer Baustein in der Gesundheitsversorgung. Durch sie werden nicht nur die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt, sondern auch die medizinische Versorgung orts- und zeitunabhängig – Stichwort ländlicher Raum – möglich und vielen Menschen der Zugang zur Spezialmedizin vereinfacht. Auch das Sinken der Hemmschwelle durch die räumliche Distanz zwischen Arzt und Patienten ist für Menschen, denen es schwerfällt, über schambesetzte Symptome zu sprechen, ein großer Vorteil der Fernbehandlung.

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