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Lebendige Gemeinschaft

Persönliche Begegnungen und das Drumherum

Ist der offizielle Teil vorbei, fordert auf dem Markersdorfer Neujahrsempfang das Tanzbein sein Recht
Ist der offizielle Teil vorbei, fordert auf dem Markersdorfer Neujahrsempfang das Tanzbein sein Recht

Eine besonders schöne Tradition ist der Markersdorfer Neujahrsempfang. Es ist schon so: Manchmal zeigt sich erst dann, wie wichtig einem etwas ist, wenn es an anderen Gelegenheiten, sich zu treffen – denkt man etwa die in der Corona-Pandemie ausgefallenen Traditionsfeuer – mangelt.

Informelle Treffen sind unverzichtbar

Der Neujahrsempfang – hier ein Rückblick auf das Jahr 2020 – ist eine der großen Plattformen in der Großgemeinde, auf der die unterschiedlichen Akteure des gesellschaftlichen und sozialen Lebens sowie die Unternehmer zusammenkommen. Dass es dabei kein “Tagungsprogramm” gibt, eröffnet viele Möglichkeiten. Es sind solche informellen Treffen, die es erlauben, neue Ideen zu testen, alte Kontakte aufzufrischen, Freundschaften zu bestätigen, Missverständnisse auszuräumen und ebenso Fehler, wie sie wohl jedem passieren. 

Das klappt auch auf der Ebene der Ortschaften ganz hervorragend, etwa zu den Hexen-, Walpurgis- und Woperfeuern. Nachbarn, die sich sonst nur über den Gartenzaun grüßen, sitzen dann beieinander und sprechen vielleicht darüber, was ihnen auf dem Herzen liegt. Es ist ein Segen, dass so etwas auf den Dörfern möglich ist und zugleich ein Problem, dass solche Treffen in der Coronazeit im Grunde unmöglich waren, um den Ansteckungsgefahren vorzubeugen.

Aber der Markersdorfer Neujahrsempfang, der hoffentlich im neuen Jahr erneut stattfinden kann, hat eine ganz eigene Qualität: Traditionell verständigen sich hier Gemeindeverwaltung, Ehrenamtler und Unternehmerverband darauf, was die Gemeinde als Lebensmittelpunkt der knapp 4.000 Markersdorferinnen und Markersdorfer in den Ortschaften vorangebracht hat und voranbringen wird.

Alles entwickelt sich weiter

Entsprechend haben sich Charakter und Erscheinungsbild des Neujahrsempfangs im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Unternehmen haben ihre Räumlichkeiten, sofern sie über geeignete verfügten, zur Verfügung gestellt, doch schließlich wurde die Markersdorfer Via-Regia-Halle, die als Mehrzweckhalle vor allem als Sporthalle für die Grundschule Markersdorf und für Sportvereine dient, zum Veranstaltungsort.

Auch die Gäste selbst haben sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt: Stil und Etikette sind eingezogen, allerdings ohne die Formalitäten zu übertreiben: Smoking und Abendkleid sind zwar erlaubt, aber werden auf einer Veranstaltung dörflichen Charakters keinesfalls erwartet – und, offen gesagt, auch nicht gesehen. Überhaupt haben sich die Regeln gelockert. Wo früher die Krawatte ein “Muss” war, ist heutzutage so mancher froh, auf den leidigen Strick um den Hals verzichten zu können.

Die andere Seite: Mit seiner Kleidung gibt man seiner Wertschätzung für einen Anlass und die Anwesenden Ausdruck und erzählt zugleich viel über sich selbst. Ebenso ist es mit dem Verhalten: Wie wird begrüßt, wie führt man einen Smalltalk – auf gut Deutsch: wie man miteinander quatscht  –, ohne nur über das Wetter zu reden? Es sind viele Details, die anderen Aufschluss über die eigene Person geben.

Als gute Beobachter, in diesem Fall ganz eindeutig Beobachterinnen, erweisen sich immer wieder die Damen. Was Männern, wie man so schön sagt, oft “quer vorbeigeht”, wird von ihnen sorgfältig registriert und ganz sicher irgendwann ausgewertet. Interessant auf dem Land ist, dass wohl nirgendwo die Gleichstellung der Frau in ihrer Wichtigkeit so ausgeprägt ist wie auch die Rolle, die sie im familiären, sozialen, gesellschaftlichen und vor allem Arbeitsleben einnimmt. Viele meinen, die Gleichstellung sei früher schon einmal stärker gewesen, doch ein sowjetisches Werbevideo für das Parfum “Impulse” aus dem Jahr 1988 bedient Rollenklischees vom Finstersten, wie Feministinnen sagen würden.

Wer es noch erlebt hat: Importparfums aus der Sowjetunion zeichneten sich regelmäßig durch eine gewisse Schwere aus, was ihren Einsatz als Narkotikum nahelegte. Andererseits war etwa das legendäre “духи лель”, genannt das “Erbsenparfum”, ein “unglaublich zartes und anmutiges Parfüm, das bei vielen Fans der Vintage-Parfümerie die angenehmsten Erinnerungen hervorruft”, wie auf der Webseite Dzintars aus Nowosibirsk zu lesen ist.

Und heute?

Ob Parfums russischer Produktion im Markersdorf des Jahres 2021 eine Rolle spielen, ist nicht bekannt – zu vermuten ist jedoch: eher nicht. Auch diese Welt hat sich gewandelt. Was für anspruchsvolle Kundinnen und Kunden früher den Gang in eine Parfumerie bedingte, ist längst online verfügbar. Schaut man sich ein wenig um, so findet man eine große Parfum Auswahl vor – so groß, dass die Entscheidung schon wieder schwerfällt. Da ist es gut, wenn jemand schon einen ganz bestimmten Duft bevorzugt und weiß, was sie – oder selbstverständlich er – will.

Fakt ist: Bei aller Lockerheit, die in den vergangenen Jahren in Stil und Etikette eingezogen ist, gilt das situations- und personenbezogene Verhalten noch immer. Drastischer gesagt: Zu Tisch den Teller abzulecken gehört sich nicht, macht das aber eine am Tisch sitzende höhergestellte Persönlichkeit, dann ist das in Ordnung und man darf ebenfalls. Sage noch einer, die Welt sei unkompliziert.

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de

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