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Weihnachtsbrief der Gemeindeverwaltung Markersdorf

Foto: Andreas Lischka, Pixabay License

Weil die Gemeinde Markersdorf und als maßgeblicher Unterstützer der Unternehmerverband Markersdorf e.V. zum Jahreswechsel 2021/2022 wieder keinen Neujahrsempfang durchführen können, versendet die Gemeindeverwaltung Markersdorf an alle Seniorinnen und Senioren, Vereine, Unternehmen und Institutionen diesen Weihnachtsbrief.

Der Weihnachtsbrief beginnt mit einem Gedicht von Doreen Kirsche, auf Facebook auch als Poetessa bekannt. Entstanden ist es zur zweiten Welle der Corona-Pandemie, doch könnte es nun ebenso beginnen mit “Das Leben bremst, zum vierten Mal…”

Hoffnungslicht
von Doreen Kirsche

Das Leben bremst, zum zweiten Mal,
die Konsequenzen sind fatal,
doch bringt es nichts wie wild zu fluchen, 
bei irgendwem die Schuld zu suchen,

denn solch ein wütendes Verhalten,
wird die Menschheit weiter spalten,
wird die Menschheit weiter plagen,
in diesen wahrhaft dunklen Tagen
.

Viel zu viel steht auf dem Spiel,
Zusammenhalt, das wär’ ein Ziel,
nicht jeder hat die gleiche Sicht…

Nein, das müssen wir auch nicht…

Die Lage ist brisant wie selten,
trotz allem sollten Werte gelten
und wir uns nicht die Schuld zuweisen,
es hilft nicht, wenn wir uns zerreißen.

Keiner hat soweit gedacht,
wir haben alle das gemacht,
was richtig schien und nötig war,
es prägte jeden, dieses
Jahr.

Für alle, die es hart getroffen,
lasst uns beten, lasst uns hoffen,
dass diese Tage schnell vergeh’n 
und wir in bess’re Zeiten seh’n.

Ich persönlich glaube dran,
dass man zusammen stark sein kann…
Für Wandel, Heilung, Zuversicht,
zünd’ mit mir ein Hoffnungslicht.

Weihnachten, das Fest der Liebe, der Besinnlichkeit, der Zuversicht und der Hoffnung steht vor der Tür. Und wieder wird es kein normales Weihnachten sein. Wieder hat uns das Virus so sehr im Griff, dass wir auf vieles verzichten müssen. Und wir schaffen es wieder nicht, durch Geschlossenheit dem Virus entgegenzutreten und uns damit etwas Normalität zurückzuerobern.

Die vorangestellten Zeilen vom Hoffnungslicht konnte man in der letzten Zeit fast genauso oft auf allen Kanälen sehen wie “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”. Und das völlig berechtigt. Die Verfasserin bringt mit ihren Worten die aktuelle Situation voll auf den Punkt.

Schlimm ist nur, dass diese Zeilen schon vor einiger Zeit geschrieben wurden und wir bis heute noch nicht komplett begriffen haben, dass wir nur gemeinsam das Gruselspiel beenden können.

Einige werden sich fragen, warum der Bürgermeister neben den Artikeln im Amtsblatt dieses Jahr auf eine Weihnachts- und Neujahrsbotschaft zurückgreift. Die Antwort ist einfach. Ich habe auch diesmal nicht die Möglichkeit auf unserem traditionellen Neujahrsempfang der Unternehmen und der Gemeinde Markersdorf meine Gedanken an Sie zu bringen. Der Neujahrsempfang wird genauso ausfallen, wie die meisten Weihnachtsfeiern und unsere liebgewonnenen Weihnachtsmärkte.

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Darum find ich es besonders schön, wenn man in kleinen Kreisen, unter Einhaltung der Bestimmungen, die Möglichkeiten nutzt etwas Weihnachtsstimmung zu entfachen.

Wie wichtig die gemeinsame Kommunikation ist, haben viele Gespräche im letzten Jahr gezeigt. Besonders die Elterninitiative zum Thema Schulbus hat uns bewiesen, dass man auch in fast aussichtlosen Situationen durch gradlinige Sachlichkeit Erfolge erzielen kann.

Wir mussten 2021 auch viele Entscheidungen in unseren Kindereinrichtungen treffen, die uns nicht leichtgefallen und bei einigen Eltern nicht gut angekommen sind. Wir haben als Gemeinde fast ständig alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um noch halbwegs vernünftige Bedingungen abzusichern. Das war oft eine echte Gradwanderung und im Vordergrund stand eigentlich immer die sichere Betreuung der Kinder. So haben wir uns auch entschieden, trotz der großen Anzahl der erkrankten Kinder und Erzieher in den Einrichtungen auf eine Komplettschließung vor Weihnachten zu verzichten.

Ich möchte nicht jammern, aber man sollte auch mal erwähnen, dass die Abarbeitung der Pandemieauswirkungen fast zwei Drittel der Arbeitszeit der Beschäftigten der Verwaltung erfordert.

Und das Thema Verwaltung möchte ich jetzt auch kurz anschneiden.

Unsere Landesregierung hat entschieden, dass es per Gesetz vorerst keine Gemeindegebietsreform geben wird. Das ist schön zu wissen, denn die Erhaltung der Eigenständigkeit der Gemeinde Markersdorf ist auch gegenwärtig unser erklärtes Ziel. Leider wird von Seiten der “großen” Politik wenig unternommen, um den ländlichen Raum so zu unterstützen, dass er seine Aufgaben selbstständig erledigen kann. Viele ländlich geprägte Gemeinden befinden sich in der Haushaltskonsolidierung, auf Normaldeutsch: Sie sind nicht in der Lage sich selbst zu finanzieren.

Durch den klugen Schachzug vom Altbürgermeister Gerhard Neumann und den damaligen Gemeinderäten 1994 eine Einheitsgemeinde zu gründen und durch die disziplinierte Haushaltsführung der Verwaltung und der aktuellen Gemeindegremien in den letzten zwei Jahrzehnten braucht unsere Gemeinde noch keine Konsolidierung.

Wir stehen finanziell auf gesunden Füßen und trotzdem haben wir zukünftig Probleme. Der Facharbeitermangel und die steigenden Betriebskosten gehen auch an einer gesunden Gemeindeverwaltung nicht spurlos vorbei. Wir wollen uns aber einfach auch nicht damit zufriedengeben, zukünftig nur noch die Pflichtaufgaben abzusichern und alle “freiwilligen” Leistungen zu streichen.

Darum wird es in den nächsten Monaten unsere Hauptaufgabe in der Verwaltung und im Gemeinderat sein nach Wegen zu suchen, die unsere Zukunftsfähigkeit sichern.

Spätestens bis zur nächsten Gemeinderatswahl 2024 müssen wir wissen, wie es mit unserer Gemeinde weitergeht. Kommunale Zusammenarbeit sollte dabei ein besonderes Augenmerk sein. Warum soll man nicht mit Nachbarn Verwaltungsaufgaben gemeinsam erledigen, anstatt jeder für sich alleine die Kosten für die Bereitstellung der Soft- und Hardware (Computertechnik) vorzuhalten.

Wir wollen nicht das fünfte Rad am Wagen sein und uns von einer angrenzenden Stadt verwalten lassen. Das haben wir in den letzten Jahren bewiesen, dass wir das auch alleine und keinesfalls schlechter können.

Da wir mit diesen Gesprächen schon begonnen haben, werde ich sehr oft gefragt, ob ich zukünftig noch als Bürgermeister zur Verfügung stehe und diesen Weg begleiten werde. Darüber habe ich sehr intensiv nachgedacht. Ich denke, wer sich am 12.06.2022 als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen möchte, der muss gegen mich antreten. Und wenn mir die Bürger dann nach 21 Jahren noch einmal das Vertrauen schenken, werde ich mindestens bis zur Gemeinderatswahl dabei sein.

Damit gibt es in diesem Punkt auch Klarheit. Nun aber noch einmal zurück zum eigentlichen Thema.

Ich wünsche allen Bürgern, Bürgerinnen, Unternehmern, Besuchern, Gästen und Freunden der Gemeinde Markersdorf ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2022. Lasst uns auch weiterhin zusammenhalten und uns gemeinsam helfen. Vergesst nie die Achtung voreinander, egal wie ihr denkt und fühlt. Wir müssen nicht alle gleich denken und gleich sein. Wir müssen uns jedoch gegenseitig zuhören wollen, sonst können wir uns nicht verstehen.

Ihr Bürgermeister Thomas Knack

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