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Ein Nachruf

Zum Tode von Gotthardt von Wallenberg Pachaly

Gotthardt von Wallenberg Pachaly bei der Eröffnung des Friedwaldes im Deutsch-Paulsdorfer Schlosspark
Gotthardt von Wallenberg Pachaly bei der Eröffnung des Friedwaldes im Deutsch-Paulsdorfer Schlosspark

Bei der letzten Zusammenkunft unserer Ortschronisten-Runde wirkte er schon sehr zerbrechlich. Dennoch folgte er dem Vortrag und der anschließenden Diskussion mit wachem Verstand. Als ich zum Ende der Veranstaltung noch einige Worte mit ihm wechselte und dann zum Abschied die Hand reichte, lächelte er. Sein Lächeln werde ich in Erinnerung behalten. Obwohl wir um seine körperliche Schwäche wussten, haben wir nicht gedacht, dass diese Zusammenkunft die letzte mit ihm in unserer Mitte sein würde.

Beruflich war Gotthardt von Wallenberg in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Wichtige Stationen waren die Länder Swaziland und Kenia, in denen er einige Jahre verbrachte. Dann setzte er seine Arbeit in den USA bei der Weltbank in Washington fort. Zuletzt war er für die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft DEG in Köln tätig, wo er für die Vergabe von Agrarkrediten zuständig war.

Um die Jahrtausendwende entdeckte er das ehemalige Rittergut in Dittmannsdorf. Er erwarb es im Jahr 2000, nahm eine umfassende Sanierung vor, um zwei Jahre darauf einzuziehen. Schon bald schloss er sich der Gemeinschaft der Ortschronisten und Heimatfreunde an, die sich im nahegelegenen Schloss Krobnitz zu ihren regelmäßigen monatlichen Zusammenkünften einfanden.

Gotthard von Wallenberg interessierte sich für geschichtliche Zusammenhänge, wartete mit Faktenwissen auf und beteiligte sich engagiert am Meinungsaustausch. An seinem Wissen ließ er andere stets teilhaben. Seine Berichte wurden auch in der Heimatrundschau abgedruckt. Besonders freuten wir uns, wenn er uns einlud, Zusammenkünfte auf seinem Anwesen durchzuführen. 2010 lernte er seine zweite Frau kennen, die ihm fortan zur Seite stand.

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Er blieb immer umtriebig. 2016 erwarb er das Schloss Deutsch-Paulsdorf und bewahrte es vor dem Verfall. Mit den Nachfahren der ehemaligen Besitzer bis 1945, der Familie von Falois, blieb er bis zuletzt verbunden. Als sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit übergaben diese Schränke, Leuchter und einige Familienbilder, die nun wieder die Räume im Schloss zieren. 2017 wechselte unsere Ortschronisten-Runde von Krobnitz ins Schloss Deutsch-Paulsdorf.

Ein Projekt, welches Gotthardt von Wallenberg sehr am Herzen lag, fand am 28. September 2018 mit der Einweihung des Friedwaldes seinen Abschluss. Schon zu Lebzeiten suchte er sich den Baum aus, an dem er bestattet sein wollte. Nach einem arbeitsreichen und spannenden Leben starb Gotthard von Wallenberg am 13. März 2020 in Dittmannsdorf. Seine letzte Ruhestätte fand er im Schlosspark von Deutsch-Paulsdorf.

Er wird uns sehr fehlen. Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.

Im Namen der Fachgruppe der Ortschronisten und Heimatfreunde im Landkreis Görlitz Klaus Jürgen Beil

Zuerst erschienen im Schöpsboten, Ausgabe Mai 2020.

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