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Wirtschaft

Markersdorf: Am Rand oder in der Mitte?

Die Region Markersdorf hat wie der Landkreis Görlitz insgesamt die Möglichkeit, sich weiter als leistungsfähiger Wirtschaftsstandort inmitten von großartiger Natur zu entwickeln. Wo sonst gibt es das?
Die Region Markersdorf hat wie der Landkreis Görlitz insgesamt die Möglichkeit, sich weiter als leistungsfähiger Wirtschaftsstandort inmitten von großartiger Natur zu entwickeln. Wo sonst gibt es das?

Markersdorf liegt recht zentral im Landkreis Görlitz – und dieser ist der östlichste Deutschlands, liegt aber andererseits in der Mitte Europas. Welchen Einfluss hat das auf die heimische Wirtschaft?

Zieht man um Markersdorf einen Kreis mit – ganz grob – 20  Kilometern Radius, dann wird nicht nur die Kraft des Wirtschaftsstandortes sichtbar, sondern es zeigt sich, dass der Standort ganz unterschiedliche Wirkung für die Unternehmen in dieser Region hat: Manche profitieren davon, für manche spielt der Standort kaum eine Rolle, aber so richtig benachteiligt fühlt sich wohl niemand, wo die Bundesrepublik an ihre östlichen Grenzen stößt.

Das mag daran liegen, dass dank Internet und die leistungsfähiger Logistiksysteme der Standort eines Unternehmens immer unwichtiger geworden ist. Nur dort, wo persönliche Begegnungen zählen, müssen die Ansprechpartner aus der Region Markersdorf etwas mehr Reiseaufwand in Anspruch nehmen. Wer jedoch darüber klagt, dass wegen der Nähe Polens 180 Grad seines Absatzgebietes fehlen, muss auch einkalkulieren, dass Wettbewerber von dort trotz aller Freizügigkeit in vielen Branchen kaum eine Rolle spielen.

Potentiale in den Nachbarländern Sachsens

Manche Unternehmen der Region Markersdorf haben einen traditionell guten Draht nach Russland und in die Ukraine. Angesichts der aktuellen Spannungen werden hier die Fragezeichen allerdings immer größer. Über Jahrzehnte gewachsene Beziehungen gibt es auch nach Skandinavien. Was Polen betrifft, so sind es eher agile polnische Unternehmer, die sich auf deutscher Seite angesiedelt haben.

Insgesamt aber versucht die Wirtschaftsförderung Sachsen, tschechisch-sächsische Partnerschaften für Export, Beschaffung und Entwicklung voranzubringen und ebensolche mit Polen. “Beschaffungspotenziale für sächsische Unternehmen bestehen weiterhin insbesondere in den Bereichen Metallbearbeitung, Kunststoffverarbeitung, IT-Dienstleistungen und der Verpackungsindustrie, während auf dem polnischen und dem tschechischen Markt vor allem deutsche Anbieter von Lösungen für E-Commerce, Logistik, IT-Sicherheit, (Tele-)Medizin sowie Advanced Manufacturing, Automatisierung und Digitalisierung auch in der Zukunft gefragt sein werden”, informierte die Wirtschaftsförderung Sachsen bereits im Juni 2020. 

Und Westeuropa?

Blickt man etwa auf Frankreich, dann sind die Bindungen der Region Markersdorf schon deutlich schwächer. Seit 2001 haben die Stadtwerke Görlitz AG einen französischen Mehrheitseigner und auch die Künstlerische Holzgestaltung Bergmann GmbH pflegt engste Verbindungen nach Frankreich und liefert dorthin etwa gewaltige Wasserrutschentürme für Freizeitparks.

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Selbstverständlich liefern sind einige weitere international ausgerichtete Unternehmen aus der niederschlesischen Oberlausitz an Kunden in Westeuropa, aber dennoch: Größere Aktivitäten des hiesigen regionalen Mittelstands “auf eigene Kappe” in Frankreich, Spanien, Portugal und den Benelux-Staaten sind bislang nicht bekannt geworden. 

Das ist durchaus bedenklich, leben Wirtschaftsunternehmen doch davon, Märkte systematisch zu besetzen. Gerade Frankreich als wichtigster europäischer Partner Deutschlands bietet einen enormen Markt, der nach dem Brexit noch an Bedeutung zugelegt hat. Obgleich die “Grande nation” ihre Bürokratie rund um Unternehmen radikal entschlackt hat und die französische Gründungsagentur CFE – das Centre de Formalités des Entreprises (Zentrum für Unternehmensformalitäten) – beratend zur Seite steht, ist es ratsam, sich aus unternehmerischer Sicht bei einer  Firmengründung in Frankreich beraten zu lassen.

Tipp:
Wer in Frankreich für sein Unternehmen Marketing und Geschäftsentwicklung voranbringen möchte, ist oft mit der Rechtsform “Bureau de liaison” (Verbindungsbüro) gut bedient; allerdings sind in diesem Fall kommerzielle Tätigkeiten wie etwa der Handel untersagt – aber den kann man ja gegebenenfalls von zu Hause aus online abwickeln.

Den vielleicht leichtesten Zugang zum französischen Markt haben jüngere Leute mit der entsprechenden Sprachkompetenz. Obgleich die Rechtsformen in Frankreich noch etwas stärker ausdifferenziert sind als in Deutschland  – um nur ein Beispiel zu nennen, wird etwa zwischen dem Einzelunternehmen mit beschränkter Haftung und dem Ein-Personen-Unternehmen mit beschränkter Haftung unterschieden – gibt es interessante Rahmenbedingungen, ob man nun als Handwerker, Händler oder ähnlich dem deutschen Freiberufler selbständig sein möchte. So genießen Einzelunternehmer, die vergleichbar den deutschen Ist-Versteuerern behandelt werden, teils mehrfach höhere Freibeträge als in Deutschland, andererseits ist das französische Sozialversicherungssystem noch komplizierter als das deutsche.

Die Märkte im Auge behalten

Sicher gehört es zu den unternehmerischen Grundaufgaben, bislang nicht bediente Märkte in Abständen zu sondieren. Für viele Branchen – und hier auch kleine Unternehmen – ist insbesondere das Agieren innerhalb der Europäischen Union interessant. Wer bedenken wegen möglicher Sprachbarrieren hat: Mit etwas Englisch kommt man im Grunde überall zurecht und dann gibt es ja auch noch Übersetzungsprogramme – die Datenschützer mögen verzeihen –  wie Google Translator oder deepl.com. 

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de

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