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Das eigene Haus

Jetzt bauen oder kaufen?

Geht der Blick über Friedersdorf nach Jauernick-Buschbach, so könnte man meinen: Hier ist noch viel Platz zum Bauen! Wetten, dass das die Bauern – ganz abgesehen vom Baurecht – anders sehen?
Geht der Blick über Friedersdorf nach Jauernick-Buschbach, so könnte man meinen: Hier ist noch viel Platz zum Bauen! Wetten, dass das die Bauern – ganz abgesehen vom Baurecht – anders sehen?

Foto: Joachim Lehmann

Ein Haus zu bauen, das ist der Traum vieler junger Familien im ländlichen Raum – und viele konnten sich diesen bislang auch in den Markersdorfer Ortschaften erfüllen. Doch die aktuellen Rahmenbedingungen könnten etliche der Träume zerstieben lassen. Worauf sich Häuslebauer in spe jetzt einstellen müssen.

Ungünstige Rahmenbedingungen erfordern neue Überlegungen

Weshalb sich nun viele ihre Wunschimmobilie – ob nun ein Neubau oder aus dem Bestand –, die im Vorjahr noch ganz realistisch erreichbar schien, nun womöglich nicht mehr leisten können, das hat einen ganzen Komplex von Ursachen. Zu den Wichtigsten gehören:

  • Die Zinsen ziehen wieder an: Die Zinsen für Hypothekenkredite haben sich seit Ende 2021 mehr als verdreifacht. Entsprechend steigt für Kreditnehmer die Zinslast. Muss wegen der höheren Zinsen die Tilgungszeit gestreckt werden, erhöht sich die Gesamtsumme der Zinslast weiter. Merke: Verzinst werden muss immer nur das noch nicht zurückgezahlte Geld.
  • Noch sind die Immobilienpreise hoch. Ein Rückgang wegen inflationsbedingt sinkender Reallöhne und der steigenden Kreditkosten hat noch nicht eingesetzt – und ob oder wann er kommt steht in den Sternen, solange Anleger  noch schnell Geld in als sichere Anlage geltende Immobilien  stecken wollen.
  • Fehlende Handwerker, Materialknappheit und steigende Materialpreise treiben gemeinsam mit hohen Energiekosten die Baupreise weiter in die Höhe.

Noch Anfang 2021 sah die Welt anders aus: Die Inflation war nicht in Sicht und die Bedrohung durch eine Wirtschaftskrise erst recht nicht. Bauwillige, die dem “Jetzt aber schnell!”-Trend des Vorjahres nicht folgten, sind inzwischen angesichts der aktuellen Entwicklungen in den Abwarte-Modus übergegangen – eine Entscheidung, die durchaus vor Überschuldung schützen kann. Hintergrund: Wer seinen Hausbau mit zu spitzem Bleistift kalkuliert, dessen Projekt kippt nicht nur bei den klassischen Risiken wie Arbeitslosigkeit oder Scheidung, sondern auch bei unerwarteten vehementen Kostensteigerungen im Bau- wie auch im sonstigen Privatbereich.

Tipp:
Wer ans Bauen oder den Kauf einer Bestandsimmobilie denkt, sollte sich unbedingt als Erstes einen Überblick über die Hausbau Kosten verschaffen beziehungsweise über jene des Immobilienerwerbs samst Folgekosten.

Mehr Eigenkapital nötig

Mit den Baupreisen und Zinsen steigt prozentual der Bedarf an Eigenkapital für das Bau- oder Kaufvorhaben. Fakt ist: In den vergangenen zwölf Jahren sind die Immobilienpreise gestiegen – und zwar schneller als die Mieten. Während Käufer vermieteter Immobilien früher den Kaufpreis binnen zehn oder sogar nur acht Jahren über die Mieteinnahmen refinanzieren konnten, dauert das heute Teils mehr als 30 Jahre und damit eine Zeitspanne, die eine verlässliche Planung im Grunde gar nicht mehr zulässt.

Die Preise für Gebäude sind das eine, jene für Bauland da andere: Seit dem Jahr 2010 haben sich im deutschen Durchschnitt die Preise für baureife Grundstücke mehr als verdoppelt. Bauland wird immer knapper, manche Städte lassen Eigenheime – das klassische “Haus zum drum Herumgehen” – wegen des Baulandverbrauchs und aus energetischen Gründen gar nicht mehr zu.

Folge der Entwicklung: Wer heute ans eigene Heim denkt, muss entweder länger ansparen oder sich das Eigenkapital von Verwandten oder Freunden zusammenborgen, was jedoch praktisch meist schnell an Grenzen stößt. Denkbar ist zudem, sich für das Bauvorhaben einen Erbanspruch vorab auszahlen zulassen – immerhin sieht der Erblasser dann, dass sein Geld gut angelegt und nicht verprasst wird. Dennoch will auch an die Kreditlast gedacht sein: Mehr als ein Drittel des Familieneinkommens sollte sie nicht betragen.

Konsequenzen für Immobilienverkäufer

Wenn man den Blick in die Glaskugel wagen will: Möglicherweise liegen die Immobilienpreise aktuell auf dem Zenit des aktuellen Preiszyklus. Unsanierte Immobilien dürften vermutlich am schnellsten an Wert verlieren, weil die Sanierungskosten deutlich gestiegen sind und wohl auch weiter steigen werden. Wer als Immobilienverkäufer jedoch investiert hat und dessen Objekt auch energetisch auf neuestem Stand ist, könnte als Gewinner aus dem Immobilienmarkt gehen. Nur liegenlassen sollte man seinen Verkaufserlös nicht, es sei denn, man möchte die Inflation füttern.

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de.

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