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Ratgeber

Datenschutz beginnt im Portemonnaie

In der Coronapandemie hat das berührungslose Zahlen weiter zugenommen – selbst für Kleinbeträge beim Bäcker
In der Coronapandemie hat das berührungslose Zahlen weiter zugenommen – selbst für Kleinbeträge beim Bäcker

Symbolfoto: photosforyou, Pixabay License

Es ist erstaunlich, wie leichtfertig manche, die im Alltag sehr auf den Schutz ihrer Daten bedacht sind, mit ihren wirklich sensiblen Daten umgehen: Es geht um das unbefugte Auslesen der Daten von Girokarten bzw. Debitkarten und Kreditkarten, die das berührungslose Bezahlen ermöglichen.

Um zu verstehen, worum es überhaupt geht, müssen zunächst zwei grundlegende Technologien vorgestellt werden. Zum Glück ist Hochtechnologie im ländlichen Raum kein Fremdwort mehr, hier existieren tatsächlich längst gleiche Lebensverhältnisse zwischen Stand und Land.

RFID – “Radio Frequency Identification”

Die eine nennt sich RFID, was für die Identifikation mittels Radiofrequenzen steht. Dabei können beispielsweise Daten aus Mikrochips, die nicht einmal über eine eigene Energiequelle verfügen müssen, berührungslos ausgelesen werden.

Das ist sehr praktisch etwa in der Logistik und wird unter anderem für den Diebstahlschutz von Kleidung genutzt. Denkbar ist aber zumindest dieses bedenkliche Szenario: Wird Kleidung an der Kasse gekauft, wird dem Diebstahlschutz-System mitgeteilt, dass ein dem Kleidungsstück zugeordnetes RFID-Signal nun nicht mehr zum Alarm führt – aber immer, wenn jemand mit diesem Kleidungsstück eine entsprechende Kontrollstelle passiert kann das erfasst werden. Deshalb sollte man die RFID-Chips grundsätzlich aus den Kleidungsstücken entfernen.

Per RFID lassen sich Zugangssysteme oder auch die Arbeitszeiterfassung bequem realisieren

Symbolfoto: Susanne Plank, Pixabay License

Ebenso ist es möglich, die RFID-Daten aus Geldkarten, die einen solchen Funkchip enthalten, auszulesen. Sich einer Person in der Öffentlichkeit entsprechend zu nähern, ist gar kein Problem. Mit den so erbeuteten Daten können Kriminelle kontaktlos bezahlen – und das in Ausmaßen, wenn auch noch die PIN zur Karte ausgespäht wird.

Sicher hingegen sind der elektronische Personalausweis und der elektronische Reisepass, denn diese können mit einem elektronischen Sicherheitszertifikat des Bundesverwaltungsamtes ausgelesen werden, über das Hacker in aller Regel nicht verfügen. 

NFC – “Near Field Communication”

NFC, die Nahfeld-Kommunikation, ist eine Weiterentwicklung von RFID, bei der die vom Nutzer gesendeten Signale verändert werden können. Auf diese Weise kann ein Smartphone beim Bezahlen an der Kasse das Plastikgeld simulieren.

Risiken bei elektronischen Zahlungsmitteln vermeiden

Zwar funktionieren beide Technologien nur über wenige Zentimeter hinweg, doch das ist kein Schutz, weil Programme, die es mit Hilfe eines Smartphones erlauben, die Daten auszulesen, ohne Weiteres verfügbar sind. So machen Täter etwa an Kassenschlangen, im öffentlichen Nahverkehr oder überall, wo Gedränge herrscht, offenbar leichte Datenbeute.

Bester Schutz davor ist es, seine Zahlungskarten in einem abschirmenden Behältnis aufzubewahren. Dumm nur, dass sich bei einem Smartphone die Abschirmung verbietet, aber für die viel häufiger zum Bezahlen  eingesetzten Kredit- oder Girokarten – die früher EC-Karten genannt wurden – gibt es entsprechend geschützte Portemonnaies oder Aufbewahrungshüllen. Solche Schutzetuis, die ähnlich wie ein Visitenkartenetui aussehen, werden oft dort angeboten, wo es Visitenkartenetuis zu kaufen gibt.

Pro und Kontra Risiko

Neben jenen, die auf die Risiken der RFID-Technologie hinweisen, meinen andere, das Schadensrisiko sei eher gering. So hält Autor Nils Wischmeyer in der Süddeutschen Zeitung den Kartenschutz für “Eine fast nutzlose Erfindung”. Demnach sind die Daten schwieriger zu erbeuten, als oft dargestellt, und sie im großen Stil zu nutzen, ebenfalls. Außerdem würden die Banken Schäden meist aus Kulanz erstatten, wenn der Kunde nicht grob fahrlässig war.

Datenleck im Portemonnaie: Auch wenn das Risiko nicht hoch sein mag, die Aufregung und der Ärger sind es im Falle eines Falles dennoch

Foto: Myriams-Fotos, Pixabay License

Andererseits warnt die Datenexperin Nicole Hery-Moßmann im Stern vor dem unerlaubten Auslesen per Funk, etwa auch auf Reisen. Laien denken jetzt womöglich an das Sprichwort, wonach die Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist, und geben auf ihre elektronischen Zahlungsmittel künftig auch unter dem Aspekt des Datendiebstahls mehr Acht.

Die Spur der Daten

Eine ganz andere Frage sind die Datenspuren, die man beim bequemen Bezahlen mit dem Plastikgeld hinterlässt. Damit wird nicht nur erfasst, wer wann und wo eingekauft hat, sondern auch, was. Wenn manche Discounter nach Warengruppen sortierte Kassenbons ausdrucken, kann man schon die Nachtigall trapsen hören: Eines der Horrorszenarien träte dann ein, wenn Versicherungskonzerne diese Daten auswerten würden und etwa den Kauf ungesunder Lebensmittel mit höheren Beiträgen bestrafen würden. Andererseits verwendet mancher etwa einen auf eine Kartenzahlung hin ausgestellten Tankbeleg als Anwesenheitsnachweis an einem bestimmten Ort.

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de.

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