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Landwirtschaft

Lebensmittel lokal kaufen

Hofläden stehen für die heimische Landwirtschaft und die damit verbundene Direktvermarktung
Hofläden stehen für die heimische Landwirtschaft und die damit verbundene Direktvermarktung

Foto: F. Heiberger, Pixabay License

Auch wenn Markersdorf mit seinen Gewerbe- und Industriebetrieben gut dasteht, verbindet sich mit den sieben Dörfern, die als Ortschaften die Großgemeinde Markersdorf ausmachen, noch immer ganz maßgeblich die Landwirtschaft. Unterschiedliche Diskussionen – von Umweltfragen bis hin zum Transport und zur Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse – gehen besonders in jüngerer Zeit in die Richtung, mehr von dem, was lokal erzeugt wird, auch vor Ort zu verbrauchen.

Ein Werbeslogan, der erst von einer bekannten Automarke und dann für ein ebenso bekanntes Waschmittel benutzt wurde, passt mit Sicherheit auch zu den Erzeugnissen der Markersdorfer Landwirtschaft: “Da weiß man, was man hat!” – Tatsächlich ist der Gedanke, Lebensmittel beim Bauern nebenan zu kaufen oder vielleicht in einem Bauerngarten selbst anzubauen, sympathischer als jener an Lebensmittel, die quer durch Europa gekarrt oder vielleicht sogar eingeflogen wurden.

Der Luxus, manche Früchte auch außerhalb der Saison halbwegs frisch kaufen zu können, ist eben oft mit einem enormen Transportaufwand erkauft. Anderes freilich muss importiert werden und es kann nicht darum gehen, diese Lebensmittel zu verteufeln, vielmehr sollte der Wert heimischer Lebensmittel und deren Haltbarmachung wieder stärker ins Bewusstsein rücken.

Marketing für die Direktvermarktung

Allerdings kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass so mancher Anbieter davon ausgeht, dass die Leute schon wissen, dass man bei ihm etwas kaufen kann, denn eine eigene Webseite hat nicht jeder – muss man auch nicht, wenn man woanders im Web gefunden wird. Eine unvollständige Übersicht der Anbieter liefert die Webseite hofladen-bauernladen.info; weitere findet man, wenn man eine Internet-Suchmaschine bemüht und etwa nach “Kartoffeln in Markersdorf kaufen” suchen lässt.

Ein Mangel an Lebensmitteln ist nicht zu befürchten, doch die Preise steigen und es ist nur zu wünschen, dass vom Geld, das der Kunde im Einzelhandel zahlt, möglichst viel beim Erzeuger ankommt. Klar ist: Die Direktvermarktung vor Ort kann immer nur einer der Vertriebswege sein und je größer ein Landwirtschaftsbetrieb ist, umso mehr ist er auf Großabnehmer angewiesen.

Welche Rolle ein pfiffiges Marketing spielt, zeigt das Beispiel der Berliner Marktschwärmerei, die mit der Schwärmerei Görlitz auch aus Markersdorf beliefert wird. Die dahinterstehende Geschäftsidee fokussiert auf die bäuerliche Landwirtschaft und das Lebensmittelhandwerk, die über das Bestellsystem eines “digitalen Bauernmarktes” einen neuen Absatzweg für frische regionale und saisonale Lebensmittel erhalten – faire Preise für hohe Qualität statt Preisdruck und Qualitätsverfall ist die Devise.

Was ist dran an der Wirkung des Manuka Honigs?

Wie sich Lebensmittel über ein ausgefeiltes Marketing zu hohen Preisen vermarkten lassen, zeigt der echte Manuka Honig aus Neuseeland. Seit den 1980er Jahren ist  die antibakterielle Wirkung dieses aus dem Blütennektar der Südseemyrte gewonnenen Honigs nachgewiesen. Die Südseemyrte wird von den Māori, den polynesischen Ureinwohnern, “Mānuka” genannt, daher der Name des Honigs. Erst im Jahr 2008 publizierten Forscher der TU Dresden, dass der besonders hohe Anteil an Methylglyoxal (MGO), einer Zuckerabbau-Komponente, die Ursache für die antibakterielle Wirkung ist.

Südseemyrte

Foto: Kit, Pixabay License

Allein die antibakterielle Wirkung lässt diesen Honig in den Augen vieler zu einem “Wundermittel” werden, dem vielerlei Wirkungen nachgesagt werden. Das wiederum ruft Betrüger auf den Plan, die nicht nur einen zu hohen gesundheitlichen Nutzen versprechen, sondern ganz normalen Honig als Manuka Honig deklarieren. Schon im Jahr 2013 berichtete der Deutschlandfunk darüber, dass fünf- bis sechsmal mehr Manuka Honig verkauft als produziert wird. Deshalb sollte man darauf achten, dass der MGO-Gehalt auf dem Etikett ausgewiesen ist.

Was die Forschung sagt

Wer ein wenig recherchiert, was an den gesundheitlichen Wirkungen des Manuka Honigs nun wirklich dran ist, wird in der medizinischen Bibliothek des Nationalen Gesundheitsinstitutes der USA in Bethesda fündig. Hier wird unter anderem auf eine Veröffentlichung der Dresdner Forscher in einer Fachzeitschrift für Molekulare Ernährung und Lebensmittelforschung verwiesen, wonach “die ausgeprägte antibakterielle Aktivität des neuseeländischen Manuka-Honigs direkt auf MGO zurückzuführen ist”.

Andere Forscher haben in einem Journal für Arzneimittelstoffwechsel veröffentlicht, dass Manuka Honig den Prozess der Krebsentstehung hemmen kann und die Fähigkeit besitzt,  antimikrobiell und antioxidativ zu wirken; zudem können die Wundheilung und die Geweberegeneration gefördert werden. Zugleich wird auf weitere nötige Studien verwiesen. Wer von Manuka Honig bestimmte Wirkungen erwartet, sollte mit einem Arzt oder mit einem Apotheker darüber sprechen.

Aus dem Beispiel lernen

Die möglichen Wirkungen werden oftmals genutzt, um den wirklich nicht gerade billigen Manuka Honig anzupreisen. Vorsichtig sollten Verbraucher spätestens dann werden, wenn der Anteil an MGO im Honig nicht genannt wird oder unzulässigerweise Heilungsversprechen für den Fall seiner Anwendung abgegeben werden.

Andererseits gibt es aus der Vermarktung dieses speziellen Honigs einiges zu lernen: Man kann im Verkauf so vorgehen wie die allermeisten und einfach nur Lebensmittel anbieten und auf den Bedarf setzen – essen muss schließlich jeder. Aber vielleicht hat ja derjenige die Nase vorn, der zu seinen Lebensmitteln Informationen bereitstellt, etwa über ihre Geschichte, den Anbau, die Verwendung oder eben auch die Wirkung?

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de

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