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Welche Rechtschreibung die Redaktion anwendet

Die von Ludwig Sütterlin im Jahr 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums entwickelte Schrift wird gern mit der zeitlich viel weiter zurückreichenden
Die von Ludwig Sütterlin im Jahr 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums entwickelte Schrift wird gern mit der zeitlich viel weiter zurückreichenden "deutschen Schrift" verwechselt. Während die Sütterlinschrift für die konstante Linienstärke der Gleichzugfeder entwickelt wurde, war die deutsche Schreibschrift – Kurrentschrift genannt – für Federkiel und Bandzugfeder geeignet und wies daher eine richtungsabhängige Linienstärke auf; bei Verwendung einer Spitzfeder war die Linienstärke vom Ausetzdruck abhängig. Der Begriff Federmappe rührt aus dieser Zeit.

Foto: Anja, Pixabay License

Wohl kaum eine Rechtschreibreform wie jene von 1996 hat für so viel Verunsicherung gesorgt, wie denn nun ein Wort richtig geschrieben werden soll. Damit ist klar: Die letzte Reform konnte das nicht gewesen sein.

Wörter oder Worte?

Natürlich entwickelt sich die Weise, wie Wörter geschrieben werden, immer weiter. Außerdem kommen neue Wörter zur Sprache hinzu und auch die Regeln für Schreibweisen unterliegen immer wieder neuen Auffassungen.

Manchmal bestehen sogar unterschiedliche Begriffe für ein und dasselbe nebeneinander, wie etwa die Wörter und die Worte. Wörter sagt man, wenn das Wort als Konstrukt im Mittelpunkt steht, etwa beim Wörter zählen. Doch wenn jemand nicht so große Worte machen soll, dann ist klar: Hier geht es um den Inhalt.

Rechtschreibung entwickelt sich immer weiter

Beispiele gibt es viele und man muss der deutschen Schriftsprache zugutehalten, dass sie sich – trotz häufig anderen Eindrucks – relativ behäbig einwickelt. Ein Beispiel ist das Wort Theater, das vom griechischen théatron (θέατρον) stammt. Im Deutschen und im Englischen theatre hat sich hier das “Th” erhalten, während es bei den meisten lateinisch schreibenden Europäern unter den Tisch gefallen ist, wie das italienische Teatro, das polnische teatr oder etwa das schwedische Teater zeigen.

Die offizielle Rechtschreibung änderte sich immer wieder in Details. Für die Mayonnaise wurde 1941 die Schreibweise Majonäse noch als entbehrlich bezeichnet, doch aus der amtlichen deutschen Rechtschreibung verschwand die Majonäse erst 2017. Das 1996 eingeführte Portmonee für Portemonnaie ist zwar noch erlaubt, aber irgendwie tut es den Augen weh. Zum Glück ist niemand auf die Idee gekommen, für Chaiselongue eine deutsche Schreibweise zu erfinden.

Ist die Rechtschreibung Gesetz?

Die deutsche Rechtschreibung hat keine Gesetzeskraft, wie der deutsche Bundestag in seiner Resolution “Die Sprache gehört dem Volk” im Jahr 1998 ausdrücklich bestätigte. Privat kann also jeder so schreiben, wie er möchte oder eben kann. Doch es gibt ein Aber: Die Kultusministerkonferenz kann Beschlüsse zur Rechtschreibung fassen und macht das auch. Diese Beschlüsse werden dann von der Bundesverwaltung und den Landesverwaltungen als Verwaltungsvorschriften erlassen, das wiederum ist die Grundlage für ein Amtliches Regelwerk zur deutschen Rechtschreibung, Herausgegeben vom Rat für deutsche Rechtschreibung, ist.

Diese Verwaltungsvorschriften sind für bestimmte Personengruppen bindend, so etwa in der Verwaltung, im Militär, in den Schulen und an Universitäten. Anders wieder bei den Verlagen, etwa der Presse: Hier wird jeweils eine sogenannte Hausorthographie verwendet, die ein eigenes Regelwerk umfasst. Vor allem die Rechtschreibreform von 1996 sowie die Überarbeitungen von 2004, 2006, 2011, 2017 und 2018 machten es notwendig, sich auf bestimmte Schreibweisen zu verständigen.

Sonderfall Hausorthographie

Die Redaktion von markersdorf.de hat keine eigene Hausorthographie, orientiert sich aber im Zweifel an der Webseite korrekturen.de. Zu finden ist hier neben einer Wortliste auch eine Sammlung beliebter Fehler und ein Forum, auf dem Rechtschreibprobleme diskutiert und meist auch gelöst werden.

Zu den beliebten Fehlern, die der Redaktion immer wieder auffallen, gehört die übertriebene Getrenntschreibung von zusammengesetzten Wörtern. Hier sollte man darauf achten, was ausgedrückt werden soll: Man kann beispielsweise etwas zusammenfügen oder sich zusammen fügen, etwa einem Verlangen.

Wünscht man ein gutes Neues Jahr oder ein gutes neues Jahr?

Es kann aber auch ganz kompliziert sein! So galt es als falsch, das Neue Jahr zu schreiben, richtig hingegen ist das neue Jahr, weil es sich nicht wie beim Heiligen Abend um einen Eigennamen handelt. Seit 2017 jedoch ist das Neue Jahr zulässig, weiter empfohlen – und von der Redaktion weiterempfohlen – wird aber das neue Jahr. Hat jemand noch Fragen?

Was ist richtig: e. V. oder e.V.? 

Ein anderer beliebter Diskussionspunkt ist die Abkürzung des eingetragenen Vereins: Laut diese nun e. V. oder ohne Leerzeichen e.V.? Beides ist streng genommen falsch, denn laut amtlichem Regelwerk heißt das Kürzel E. V., weil es sich als Teil des Vereinsnamens um ein großzuschreibendes Partizip handelt. Doch sollte man sich nicht zu sklavisch an die orthographische Rechtschreibung halten, die Punkte und Leerzeichen beispielsweise auch bei v. l. n. r. oder z. B. vorschreibt.

Mit dem Regelwerk stellenweise etwas lockerer umzugehen hat zwei Berechtigungen: Einerseits mangelt es an Logik, wie etwa Abkürzungen wie GmbH oder die e. G., die modern eG abgekürzt wird, zeigen. Andererseits wird die typographische Rechtschreibung e.V. empfohlen, weil sie entstellende Zeilenumbrüche zwischen e. und V. in Textverarbeitungsprogrammen und bei der Onlinedarstellung auf Webseiten vermeidet. Der technische Trick, ein sogenanntes gebundenes Leerzeichen einzufügen, hat sich nicht durchgesetzt.

Kommt es auf die Rechtschreibung nicht mehr an?

Zu wenig Vorlesen für Kinder, später mangelnde Lesekompetenz, automatische Korrekturprogramme, kleine Smartphone-Displays und die Eile bei der Eingabe der immer kürzer werdenden Textnachrichten haben dazu geführt, dass manchem eine gute Rechtschreibung auch an anderer Stelle so ziemlich egal geworden ist. Weiter vorangetrieben wird diese ungute Entwicklung durch den Trend auf den Social Media Plattformen, mittels vorgefertigter Bilder und Grafiken schnell und emotionsbetont zu kommunizieren.

Bei vielen führt das dazu, dass die Sprache und damit die Ausdrucksfähigkeit und in bestimmten Bereichen das Denken immer mehr verflachen. Bedenken sollte man auch, dass der Wortschatz und die Art, sich auszudrücken, in der Kommunikation ein erster Indikator für die intellektuelle Leistungsfähigkeit und den Bildungsstand des Gegenübers sind. Die Rechtschreibung ist ein ganz wichtiges Element dabei!

Hüten sollte man sich allerdings davor, bestimmte Eindrücke oder Trends zu verallgemeinern und Vorurteile aufzubauen, denn nicht jeder, dem die Rechtschreibung schwerfällt (und nicht etwa schwer fällt) oder der sich etwas umständlicher ausdrückt, ist deshalb dumm.

Tipp:
Wer sich in der Rechtschreibung oder bei Formulierungen unsicher ist, dem hilft meist eine kurze Anfrage bei Google & Co.; außerdem ist meist es grundsätzlich gut, eine einfache Schriftsprache zu verwenden, etwa so, als ob man mit jemandem spricht.

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de

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