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Welt der Farben in den Medien

Bekennen Sie Farbe!

Im frischen Design mit kräftigen Farben steht der Schöpsbote für ein modernes und dennoch ländlich verwurzeltes Markersdorf
Im frischen Design mit kräftigen Farben steht der Schöpsbote für ein modernes und dennoch ländlich verwurzeltes Markersdorf

Bildrechte: © Lausitzer Heimatverlag, Inh. Cindy Hielscher

In dieser dunklen, oft von tristem Wetter begleiteten Jahreszeit soll es um bunte Farben gehen und bei dieser Gelegenheit um Missverständnisse, wie sie gar zu oft vorkommen – so wie neulich, als die Webseite markersdorf.de im Mittelpunkt stand. Die Situation: Ein Partner aus einer regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft behauptete steif und fest, alle Bilder auf der Webseite www.markersdorf.de seinen nicht farbig, sondern nur schwarz-weiß. Wenn jemand im Brustton der Überzeugung so etwas behauptet und nicht davon abzubringen ist, dann wird man schon ein wenig unsicher.

Nun hat die Markersdorfer Webseite zwar als kleine Zugabe eine sogenannte Mouseover-Funktion – wenn der Cursor der PC-Maus oder am Tablet-PC der Finger auf ein Bild kommt, erhöht sich ein wenig der Kontrast, der das Bild zuvor in zwei Hälften teilte – aber farbig sind die Bilder, sofern ausnahmsweise nicht wirklich nur schwarz-weiß Fotos verfügbar waren, fast immer.

Doch das Problem ließ sich einfach nicht klären: “Überall sehe ich Farben am Bildschirm, nur bei Ihnen nicht!” Was also tun? In den endlosen Weiten des Internets und den sehr beengt arbeitenden Prozessoren der Computer gibt es ja ganz offenbar immer wieder allerlei seltsame Effekt, die weder erklärbar noch nachvollziehbar sind. Das kennt jeder, der einmal jemanden in eine neue Software eingewiesen hat, denn er bekam bestimmt mindestens einmal zu hören: “Und dann war alles weg, ich habe aber gar nichts gemacht!”

Bildschirmwiedergabe wird vielfältig beeinflusst

Ganz offenbar muss es bei den verschwundenen Farben auch so gewesen sein. Doch wie sich später herausstellte waren die Farben gar nicht “weg”, sondern die Bildschirmeinstellungen so unglücklich gewählt, dass die Kombination aus Farbintensität und Kontrast beim flüchtigen Betrachter zu besagtem schwarz-weißen Farbeindruck führte. Wie das geschehen kann? Werden die Bildschirmeinstellungen etwa anhand eines besonders stark farbgesättigten Fotos vorgenommen, wie es von vielen Handykameras und manchen Fotoapparaten geliefert wird, dann werden normale Bilder unter Umständen nicht mehr ausreichend gut wiedergegeben.

In der Praxis ist das tatsächlich ein kleines Problem, wenn bei der Bildbearbeitung keine farbkalibrierten Bildschirme benutzt werden: Zunächst beeinflussen die Grafikkarte und der Bildschirm bei demjenigen, der ein Foto optimiert, eben auch die Farbwiedergabe – und dann auch noch einmal die Grafikkarte und der Bildschirm mit seinen individuellen Einstellungen bei demjenigen, der sich das Foto auf der Webseite anschaut. Farbkalibrierte Bildschirme stellen zumindest sicher, dass das bereitgestellte Bild perfekt ist. In der Praxis spielt das aber oftmals kaum eine Rolle, von Extremfällen wie im geschilderten Beispiel abgesehen.

Und die Farben auf dem Papier?

Geht es um Drucke auf Papier, kommen noch ganz andere Einflüsse hinzu, so etwa die Saugfähigkeit des Papiers, die Raumtemperatur und die Trocknungszeit sowie die Farbtemperatur des Umgebungslichts – es macht eben einen Unterschied, ob ein Plakat im Freien bei Tageslicht betrachtet wird oder zu Hause unter der Wohnzimmerlampe, die meist einen eher warmen Lichtton abgibt.

Um Reklamationen zu vermeiden, unternehmen gute Druckereien einige Anstrengungen, um die richtige Farbwiedergabe zu sichern. Bei größeren monochromen Flächen wird das schnell zur Herausforderung. Insbesondere Unternehmen, die bestimmte Farbtöne als ihre Unternehmensfarben definiert haben, legen natürlich allergrößten Wert darauf, dass die Farbwiedergabe immer wieder exakt die gleiche ist, ob nun auf Papier, Karton, Kunststoff, unterschiedliche Textilfasern oder etwa Glas gedruckt wird.

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Um das zu erreichen, wird jeweils ein Probedruck angefertigt. Dessen Farbtöne werden als sogenannte Ist-Werte gemessen und mit einer Software mit den Soll-Werten, also dem angestrebten Farbeindruck, abgeglichen. Im Ergebnis entsteht ein sogenanntes ICC-Profil, wobei ICC für das International Color Consortium steht. Eine Datenbank aus Erfahrungswerten, wie sie etwa der Colorbase Service bereitstellt, erlaubt es dann, das Druckergebnis zu optimieren. Das erfolgt besonders bei großen Druckformaten über eine RIP Software, den Raster Imaging Processor, der als Hauptaufgabe Vektorgrafiken in einzelne druckbare Bildpunkte umwandelt und darüber hinaus eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten bietet. Auf je mehr ICC Profile eine Druckerei zugreifen kann, um so schneller kommt sie zum möglichst optimalen Druckergebnis.

Drucken für Markersdorf

Beim Schöpsboten, Dorfzeitung & Amtsblatt der Gemeinde Markersdorf, braucht man diese für große Druckformate gedachten Möglichkeiten freilich nicht. Die Inhalte der einzelnen Ausgaben des Schöpsboten werden am Sitz des Lausitzer Heimatverlages, der sich im Gebäude des Blums-Ladens in Markersdorf befindet, vorbereitet und zusammengefügt; in der Fachsprache nennt man das den Satz. Das kommt wohl daher, dass bis zum Siegeszug des Computers tatsächlich jede Zeitungsseite von Hand zusammengesetzt werden musste, bevor sie in der Rotationsdruckmaschine vervielfältigt werden konnte.

Gedruckt wird der Schöpsbote bei der traditionsreichen Gustav Winter Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH in Herrnhut. Damit jede Ausgabe die Abonnenten in gleichbleibender Druckqualität erreicht, werden die Einstellungen der rechnergestützen Steuerungen der Bogenoffsetmaschinen und der einzelnen Produktionsschritte gespeichert und für jede neue Ausgabe wiederverwendet.

Gehört die Zukunft der gedruckten Zeitung oder der Online Ausgabe?

Vermutlich steht diese Frage gar nicht als Entweder-Oder-Entscheidung, jedenfalls in Deutschland. In der Bundesrepublik, wo die Presse- und Informationsfreiheit ein hohes Gut ist, sorgt das Presse-Grosso dafür, dass alle wichtigen Tageszeitungen bundesweit, etwa in den Bahnhofsbuchhandlungen oder in Presseshops, verfügbar sind. Dadurch können die Leser überregionale Tageszeitungen die etwa die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt oder die zumindest überregional vertriebene Süddeutsche Zeitung abwechselnd lesen und die Meinungsbilder vergleichen.

Freilich kämpfen die Tageszeitungen mit dem Rückgang der Abonnentenzahlen, doch hat dieser eine ganze Reihe von Ursachen. Zu ihnen gehören die Abonnementskosten, die sich viele frühere Zeitungsleser angesichts von Rundfunk- und Onlineangeboten, die gratis oder preiswert verfügbar sind, sparen. Allerdings werden sie dann vom Qualitätsjournalismus, der gute Tageszeitungen auszeichnet, nicht mehr erreicht. Insbesondere sogenannte “alternative Medien” erreichen als Geschäftsmodell hohe Besucherzahlen auf ihren Online Portalen, weil sie mit falschen oder verzerrten Meldungen starke Reize an die Leser aussenden und Vorbehalte bestärken, anstelle ausgewogen zu berichten und zu kommentieren.

Auch im ländlichen Raum werden selbstverständlich Online Angebote genutzt, doch eine Dorfzeitung wie der Schöpsbote, die zugleich ein Stück Heimat verkörpert beziehungsweise diese widerspiegelt, wird wohl weiterhin auf Papier erscheinen. Hier geht es weniger um die flüchtige Tagesinformation als vielmehr um die Dokumentation, wie sich die Markersdorfer Ortschaften entwickeln und was sich hier zugetragen hat. Für viele Markersdorfer ist das bewahrenswert – und zwar auf Papier und nicht nur auf der Festplatte.

Tipp:
Wer Lust hat, im ehrenamtlichen Redaktionsbeirat des Schöpsboten mitzuarbeiten, kann sich gern beim Lausitzer Heimatverlag unter Tel. 035829 60491 melden. Der Beirat trifft sich einmal monatlich und trägt ganz wesentlich dazu bei, dass alle sieben Markersdorfer Ortschaften im Schöpsboten ihren Platz finden.

Quelle: PR/Ost!

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