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Kleine Welt am Wegesrand

Was wären wir ohne die Biene?

Eine Biene tankt an einer Storchenschnabelblüte auf
Eine Biene tankt an einer Storchenschnabelblüte auf

Foto: S. Hermann & F. Richter, Pixabay License

Die Biene ist nach dem Rind und dem Schwein das drittwichtigste Nutztier – immerhin wird der weltweite wirtschaftliche Nutzen dieser Insekten auf rund 265 Milliarden Euro geschätzt. Sie bestäubt nicht nur Pflanzen und sorgt damit für die – auch für uns Menschen lebensnotwendige – Arten- und Pflanzenvielfalt, sondern auch die Produkte, für die der sprichwörtliche Bienenfleiß die Grundlagen schafft, sind einzigartig.

Hier heißt es für viele: Aufgewacht und mitgedacht! Jeder, der die Möglichkeit dazu hat, kann in seinem Garten darauf achten, bienenfreundliche Pflanzen zu setzen. Aber reicht das? Der Knackpunkt liegt jedoch wohl eher in der intensiven Landwirtschaft, die als Ausgleich auf Blühstreifen an Ackerrändern setzt. Aber hilft das wirklich?

Blühstreifen für die Insektenwelt

Sachsens Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie fördert das Anlegen von Blühstreifen und gibt detaillierte Hinweise, wie man mehrjährige – erst hier können sich Insekten ansiedeln –  Blühstreifen anlegen kann. Wichtig ist beispielsweise, für die Blühstreifen einheimische Wildpflanzen auszusäen. Hintergrund: In vielen käuflichen Saatmischungen finden sich Samen, die aus dem Ausland stammen. Die entsprießenden Pflanzen würden nicht zu den Bedürfnisse der heimischen Blütenbesucher passen, der erwünschte Erfolg bliebe aus.

Es gibt etliche Wildbienenarten, die sich auf ganz bestimmte Pflanzenarten spezialisiert haben – und genau das gilt es bei der Aussaat zu beachten, schließlich soll ein Beitrag zum Erhalt der heimischen Pflanzen- und Insektenarten geleistet werden. Die Blühflächen verbessern zudem durch die Förderung der Insekten die natürliche Schädlingsregulation und dienen über die Insekten hinaus weiteren Wildtieren. Ein echter Tipp ist die Broschüre “Das große Einmaleins der Blühflächen und Blühstreifen“, die interessante Tipps für Landwirte wie auch Grundstücksbesitzer, die mehr für die Insektenwelt tun möchten, bietet.

Engagement in den Markersdorfer Ortschaften

Mittlerweile sind viele Bienenarten vom Aussterben bedroht oder zumindest gefährdet. Einer der Gründe: Besonders viele der Wildbienenarten sind ausgesprochene Spezialisten, wenn es um die Anforderungen an die Nistplätze der Wildbienen und ihre Nahrungspflanzen geht. Da die Population von Wildbienen von Natur aus vergleichsweise klein ist, sind sie besonders gefährdet, ganz davon abgesehen, dass bereits der Rückgang dieser Insektenart Folgen auch für andere Tiere hat. 

Auch wenn der Mensch das in seinem Alltag meist ausblendet: In den Abläufen in der Natur greift eins ins andere, die Auswirkungen und späteren Folgen des Artensterbens sind höchst komplex. Umso erfreulicher ist das Engagement in den Markersdorfer Ortschaften, ob man sich nun als “Dorf der Blühpaten” definiert oder Schulkinder den Mathematikunterricht mit dem Anlegen einer Blühwiese verbinden. 

Davon profitieren auch die Bienen. Bei näherer Betrachtung ist es erstaunlich, was eine Biene leistet, denn sie produziert nicht nur Honig und bestäubt Blüten – da gibt es noch vieles mehr, was an Einzigartigem von den Bienenvölkern gewonnen werden kann. 

Honig – aus Blüten oder Honigtau

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Honig ist jedem wohl bekannt. Gerne wird er bei Erkältungskrankheiten eingesetzt, und natürlich auch für das Frühstücksbrötchen, als energiereichem Brotaufstrich am Morgen.

Doch es gibt gravierende Unterschiede, denn Honig ist nicht gleich Honig. Zum einen gibt es den Blütenhonig, der überwiegend aus Blütennektar entsteht. Für den Waldhonig allerdings – auch als Honigtau bezeichnet – sammeln die Bienen keinen Blütennektar, sondern eben den Honigtau, der von Schild- und Blattläusen ausgeschieden wird. Genauer gesagt saugen diese Tiere den Pflanzen Nährstoffe aus und scheiden das, was sie nicht benötigen, als eine klebrige und zuckerhaltige Substanz wieder aus. Honigtau findet man vor allem an den Bäumen im Wald, daher die Bezeichnung Waldhonig. Mehr über Waldhonig erfährt man im Lebensmittelforum der Verbraucherzentrale.

Propulis als antibiotischer Werkstoff

Propulis produzieren die Bienen, um damit im Bienenstock kleine Löcher und Ritzen abzudichten. Zum größten Teil besteht Propulis aus den Harzen der unterschiedlicher Bäume, Pollen, Speichelsekret, Wachs und ätherischen Ölen; es wirkt keimtötend und desinfizierend gegen Pilze und Bakterien. Deshalb ist Propulis als ein natürliches Antibiotikum bekannt und Naturheilkundler setzen darauf, dass es stärkend und fördernd für ein gesundes Immunsystem wirkt.

Bienenprodukte in großer Vielfalt

Die Liste dessen, was neben Honig noch aus Bienenprodukten beziehungsweise unter deren Verwendung hergestellt wird, ist ebenso schier endlos wie die unterschiedlichen Anwendungen und Wirkungserwartungen. 

  • In der Naturheilkunde werden Bienenprodukte bei Erkrankungen etwa der Atemwege und des Nervensystems und auch bei Krampfadern genutzt; vor allem für spezielle Anwendungen sind sie als Kombinationspräparate verfügbar. Nicht ohne Grund haben Bienenprodukte für die Gesundheit und das Wohlbefinden einen festen Platz in der Volksmedizin.
  • Bienenwachs hingegen findet sich nicht nur in wertvollen Kerzen, sondern auch in Kosmetik-Erzeugnissen: Die Verpackungen von Lippenstiften, Cremes, Salben, Pasten und Lotionen tragen oft den Hinweis “Enthält echtes Bienenwachs”. Die Verwendung für Baumwachs, Skiwachs oder etwa als Imprägniermittel und für Farbe ist dagegen stark zurückgegangen, anders als etwa bei physiotherapeutischen Wärmepackungen.
  • Nicht zuletzt dient die Arbeit der Bienen den Gaumenfreuden. Seine Liebhaber hat der Honigwein, Met genannt. Hier wird vor allem – wenn nicht Säfte zugegeben werden – der im Honig enthaltene Zucker vergoren, bei der “wilden Gärung” mit natürlichen Hefen, meist aber mit zugesetzten. Beim Honigbier gibt man den Honig zur Würze oder zum Jungbier. Noch süßer wird das Bier, wenn der Honig nach der Pasteurisierung dem fertigen Gerstensaft beigemischt wird.

Was man wissen sollte: Zuweilen werden allergische Reaktionen auf Bienenprodukte beschrieben, etwa Hautirritationen. Besonders, wer heftig auf Pollen reagiert, sollte sich näher informieren.

Selbst imkern?

Wessen Interesse an der Haltung von Bienen nun geweckt ist und wer sich überlegt, ein Bienenvolk zu halten, erfährt beim Landesverband sächsischer Imker e.V. alles, was zu beachten ist, wenn man Imker werden möchte. Auf Facebook findet man zudem einige Gruppen, die sich mit der Imkerei und der Bienenhaltung im weitesten Sinne beschäftigen. Auch in der Großgemeinde Markersdorf gibt es Imker. Interessenten sollte keine Scheu haben, sich über die Bienenhaltung zu erkundigen, ob nun online oder noch besser vor Ort im direkten Gespräch.

Zu Schluss: Die Imkerei ist kein Mysterium, aber ein wichtiger Beitrag zum Erhalt von Bienen und Pflanzen und für den Naturschutz insgesamt, nicht zuletzt auch ein schönes Hobby.

Ein Beitrag von Tina Beier für die Redaktion markersdorf.de

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