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Gewerbe im Wandel

Markersdorf als wirtschaftliches Zentrum im Görlitzer Umland

Feuerwehren, Gemeinde und Wirtschaft brauchen einander: Durchaus stellvertretend für alle Markersdorfer Wehren ist die Freiwillige Feuerwehr in Holtendorf auf der Suche nach neuen Kameraden und Kameradinnen
Feuerwehren, Gemeinde und Wirtschaft brauchen einander: Durchaus stellvertretend für alle Markersdorfer Wehren ist die Freiwillige Feuerwehr in Holtendorf auf der Suche nach neuen Kameraden und Kameradinnen

In vielerlei Hinsicht ist Markersdorf besonders, auch in wirtschaftlicher: Neben einer ausgeprägten Agrarwirtschaft existieren hier starke Gewerbebetriebe. Immerhin gibt es in ganz Markersdorf auf rund 4.000 Einwohner ungefähr 1.300 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze – ein Spitzenwert als Ergebnis der kontinuierlichen Arbeit in der Wirtschaft und im Rathaus seit 1990.

Auf Erfolgskurs

Dank der – nicht nur in Wirtschaftsfragen – aktiven Gemeindeverwaltung sowie natürlich von Unternehmen als Arbeitgeber bestehen gute Aussichten, dass die Zahl der Arbeitsplätze demnächst auf 1.600 steigt, immerhin ein Plus von rund 23 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand. Damit positionieren sich die Markersdorfer Ortschaften weiter in einer Doppelrolle als Agrar- und Industriedörfer, wobei man statt Industrie besser Gewerbe, Handel und Dienstleistung sagen müsste.

Maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung in den letzten Jahrzehnten konsequent auf Kinder- und damit Familienfreundlichkeit gesetzt haben. Diese sogenannten weichen Standortfaktoren machen es für Unternehmen lukrativer, sich in Markersdorf anzusiedeln, weil dieser damit auch für die Beschäftigten attraktiver ist. 

Von der starken Markersdorfer Wirtschaft haben alle Einheimischen etwas, so etwa, wenn die Möglichkeit für die Ansiedlung eines NETTO-Marktes, von der Bürgermeister Thomas Knack in der Juni-Ausgabe des Schöpsboten berichtet, tatsächlich genutzt wird. Die gewachsene wirtschaftliche Stärke soll es der Großgemeinde Markersdorf künftig rechtlich übrigens einfacher machen, Bauland und Gewerbeland auszuweisen.

Rückblick

Wenn man einmal zurückschaut in die Zeit vor 1990, dann war an Gewerbegebiete im heutigen Sinne nicht zu denken. Viele Handwerker waren mitten im Dorf tätig, in Holtendorf etwa Walter Schulze als Schmiedemeister. Ohne viel Aufhebens war er zur Stelle, wenn er gebraucht wurde und machte mit seiner handwerklichen Fachkenntnis und seinem Geschick oft genug möglich, was es damals im Einzelhandel nicht zu kaufen gab – und das in einer Qualität, die schier für die Ewigkeit gemacht schien.

Moderne Zeiten

Heute ist das anders, die meisten Betriebe haben die Gewerbestandorte besiedelt. Schade ist das nicht nur, weil man nicht mehr schnell mal vorbeigehen kann, sondern weil auch die Kinder nicht mehr durchs Tor bei der Arbeit zuschauen können. Aber respektiert: Wir leben in modernen Zeiten mit modernen Anforderungen. Dennoch fehlen zuweilen solche Handwerker mit einer Werkstatt in der Nachbarschaft, die unkompliziert jeden noch so schwierigen oder kleinen Auftrag erledigt haben.

Und noch etwas ist heute anders: Im Grunde genommen ist alles, was standardisierte Haustechnik betrifft, im Baumarkt oder online verfügbar. Wo früher oftmals noch aufwendig angepasst werden musste, gibt es heute preiswerte Normteile. Gerade in älteren Häusern jedoch kommt man manchmal mit dem Standard-Sortiment nicht weiter. Dann aber sind die lokalen Handwerksbetriebe  am Zuge.

Lokale Anbieter nutzen

Für manche Teile kommen neben den lokalen auch per Internet erreichbare und darauf spezialisierte Lieferanten infrage, etwa wenn es um einen individuellen Laserzuschnitt per Online Bestellung geht. Überhaupt wird die Bestellannahme via Internet für entsprechend orientierte Unternehmen immer wichtiger und Kunden wiederum sind oft im Vorteil, wenn sie solche Möglichkeiten nutzen.

Was bleibt festzustellen? Erst sind die Betriebe aus der Nachbarschaft in die Gewerbegebiete abgewandert, dann hat sich jedoch dank Internet nicht deren, sondern auch der Einzugsbereich der Kunden erweitert: Wo ein Anbieter seinen Sitz hat, spielt für die Leistungserbringung oft kaum noch eine Rolle. Das ist eine Riesenchance für den ländlichen Raum, bringt aber auch mit sich: Wer online nicht gefunden wird, existiert für den Kunden nicht. Für Kunden schafft das Internet eine angenehme Situation: Sie können sich online orientieren, dann aber – bittesehr – einen der lokalen Anbieter beauftragen.

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de

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