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Energie sparen

Wintergedanken im Hochsommer

Am Zittauer Vereinshaus, einem sanierten Handwerkerhaus, sind die von außen vorgesetzten und energiesparenden Doppelfenster gut erkennbar
Am Zittauer Vereinshaus, einem sanierten Handwerkerhaus, sind die von außen vorgesetzten und energiesparenden Doppelfenster gut erkennbar

Trotz des schon beängstigend heißen und trockenen Sommers hofft so mancher auf einen milden Winter: Waren die Heizkosten bereits in der Vergangenheit keine Position für die Portokasse, so werden sie sich voraussichtlich vervielfachen. Was man mit wenig Aufwand unternehmen kann.

Wenn die Energiekosten steigen, muss der Verbrauch runter

Galt eine Gasheizung unlängst noch als kostengünstiges und umweltschonendes Nonplusultra, so ist nunmehr keine Rede mehr davon. Kostete die Kilowattstunde Erdgas im Vorjahr noch rund 6,5 Cent, waren es im April 2022 im Schnitt bereits mehr als 13 Cent – und heute ist es laut Verifox Vergleichsportal noch einmal das Doppelte! Zu rechnen ist außerdem mit der angekündigten Gasumlage, die die Kilowattstunde zusätzlich mit bis zu 5 Cent beaufschlagen könnte. Dass die anderen Energieträger bei der Preisentwicklung zumindest ein Stück weit mitziehen, liegt auf der Hand. 

Viele Verbraucher – ob nun Mieter oder Eigenheimbewohner – sind jetzt in heller Aufregung und denken über Gegenmaßnahmen nach. Wer die energetische Sanierung seiner Immobilie bislang noch nicht angegangen ist, für den stehen die Zeichen aktuell nicht sonderlich günstig: Zum Handwerker- und Materialmangel gesellen sich generell hohe Preise.

Nicht nur an den Winter denken

Für viele empfiehlt es sich allerdings – je nach persönlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten – erst einmal über kleinere, aber wirksame Energiesparmaßnahmen nachzudenken. Nicht nur im Winter, auch bereits im Sommer kann gespart werden. Das anhaltende heiße Wetter beweist es: Wie in südlichen Ländern kann auch in der Oberlausitz im Sommer auf eine simple Solar-Warmwasserbereitung  gesetzt werden. Tüftler haben einfache Lösungen für die Gartendusche, das Bad und die Waschmaschine entwickelt, die sich auch ohne große Investitionen in modernste Technik realisieren lassen. Das Betätigungsfeld für begabte Bastler ist jedenfalls groß.

Tipp:
Wer auf eine Solar-Gartendusche setzt und diese nicht an die Abwasserleitung anschließt, sollte der Umwelt zuliebe auf Seife & Co. verzichten, auch spezielle Outdoor-Seifen sind unter diesem Aspekt eher zweite Wahl.

Basis für eine selbstgenaute und einfache Solar-Warmwasseranlage sind meist spezielle Solartanks oder ausgediente Behälter wie etwa alte Druckboiler. Die können vor allem von der Sonne direkt oder zusätzlich über Solarkollektoren erhitzt werden, am einfachsten ohne Pumpe, wenn das Warmwasser von selbst zum Behälter aufsteigen kann. Bei anderen Lösungen werden Schlauchspiralen verwendet, die auf einer runden Platte befestigt werden; die Wassermenge im Schlauch ist für einen Duschvorgang völlig ausreichend.

Auch die Waschmaschine kann mit vorgewärmtem Wasser gespeist werden. Moderne Geräte sind oftmals dafür bereits vorbereitet. Bei älteren Maschinen wird generell vorgewärmtes Wasser über einen externen Thermostat eingespeist – schon wenn die Maschine um vielleicht 10 bis 30 Grad Celsius weniger aufheizen muss, ist die Einsparung enorm.

Wärmedämmung: Fachwissen gefragt

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Für Wärmedämmungen im beziehungsweise am Haus – insbesondere bei Teilmaßnahmen –  sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden, sonst können sich Dämmmaßnahmen schnell als kaum wirksam erweisen oder sogar Bauschäden verursachen. Wärme benimmt sich wie Wasser und sucht sich den Weg des geringsten Widerstands. Weil aber Wärme nach oben aufsteigt, finden sich hier oft Ansätze für erste Maßnahmen. Wer etwa im Hausflur eine Treppe als Zugang  zum Dachboden hat, kann diese Öffnung – gegebenenfalls zusätzlich – mit einer Klappe verschließen und so den Kamineffekt im Haus verringern.

Fokus auf die Fenster

Energetisch wirksam im Winter wie im Sommer sind zudem Rollläden, die außen vor den Fenstern angebracht werden – ob’s immer schön aussieht, ist eine andere Frage. Während der Heizperiode können außerdem innen angebrachte Rollos energiesparend wirken, denn oft werden Heizkörper bevorzugt unter den Fenstern angebracht, weil sie dort am wenigsten stören und weil das relativ kalte Fenster die Konvektion, die Umwälzung der erwärmten Luft im Raum, fördert. Ein Rollo, das im zugezogenen Zustand unter dem Fenster zwischen Heizkörper und Wand endet, verhindert großenteils, dass die erwärmte Luft direkt auf das kalte Fenster trifft und ein Teil der Energie sofort durch die Fensterscheiben ins winterlich kalte Freie entweicht.

Tipp:
Die alte Weisheit gilt noch immer: Fensterflächen sind meist die am schlechtesten wärmegedämmten Stellen in der Haus-Außenhaut.

Sommerhitze draußenlassen – Winterwärme drinnen behalten

Soll allerdings vor allem die Sonneneinstrahlung reduziert werden, bieten sich durchaus elegantere Lösungen an. Eine davon sind maßgefertige Holzjalousien aus Echtholzlamellen, andere setzen auf Aluminium oder Kunststoff. Wie auch immer: Holzlamellen haben den Vorteil, den Raum in ein weiches Licht tauchen und ein südländisches Flair vermitteln zu können.

Wirksamer für die Energieeinsparung am Fenster sind jedoch die altbekannten Doppelfenster. Wer handwerklich begabt ist, kann hier zum Do-It-Yourself (DIY) übergehen: Doppelfenster aus einfachen Holzrahmen sind nicht schwierig zu bauen und können – gegebenenfalls provisorisch – von innen gegen die Fensterlaibung gesetzt werden. Eine althergebrachte und dennoch clevere Idee ist es, wie im obigen Foto gezeigt nach außen öffnende Doppelfenster von außen in die Fensterlaibung zu setzen und mit Sturmhaken zu sichern. So können sie im Sommer leicht wieder entfernt werden.

Zukunft Photovoltaik und grüner Wasserstoff?

Moderne Photovoltaiksysteme liefern auch im Winter – meist – ausreichend Energie, um Elektroheizkörper betreiben zu können, gerade für ein Niedrigenergiehaus kann das ein durchaus interessanter Beitrag zur Energiebilanz sein. Eine Option wäre etwa, das altbekannte Prinzip des Nachtspeicherofens umzukehren, also etwa ein gebrauchtes Modell als Tagspeicherofen zu verwenden, der die tagsüber erzeugte elektrische Energie in Wärme umsetzt und diese, etwa gesteuert über ein Gebläse, nur langsam – vor allem am Abend – wieder abgibt.

Für manchen mag das wie Zukunftsmusik klingen, ebenso wie die Verwendung grünen Wasserstoffs. Aber die Zukunft eilt mit Riesenschritten herbei.

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de.

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