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Was geht?

Digitalisierung im ländlichen Raum

Man sieht den Markersdorfer Ortschaften – hier Jauernick-Buschbach – die Digitalisierung gar nicht an: die Glasfaserkabel werden unterirdisch verlegt
Man sieht den Markersdorfer Ortschaften – hier Jauernick-Buschbach – die Digitalisierung gar nicht an: die Glasfaserkabel werden unterirdisch verlegt

Foto: Joachim Lehmann

Es ist in Markersdorf wie in anderen Dörfern auch: Immer mehr junge Leute wollen studieren und kommen nach dem Studium nicht zurück. Für die Unternehmen im ländlichen Raum ist es auch vor diesem Hintergrund zur Herausforderung geworden, geeignete Azubis zu finden. Für Eltern hingegen, die in die Jahre kommen, ist der Alltag oft schwierig zu meistern, wenn die Kinder und Enkel hunderte Kilometer entfernt leben.

Dabei ist das dank seiner Unternehmen wirtschaftlich starke Markersdorf für die Einwohner ein Glücksfall. Die Frage ist, wie man die Entwicklungen so gestaltet, dass die Vorzüge dieses Gemeinwesens mit seinen sieben Ortschaften erhalten bleiben.

Fordern oder machen

Das Leben im ländlichen Raum attraktiv zu halten beziehungsweise zu machen, steht schon lange auf der Agenda der verschiedensten Institutionen, doch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass vieles auf hehre Forderungen hinausläuft, so etwa die Cork 2.0 Erklärung von 2016 “Für ein besseres Leben im ländlichen Raum“.

Konkrete Entwicklungspolitik wird jedoch vor Ort gemacht, etwa indem – auch mit Fördermitteln – der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung die Kindereinrichtungen in Markersdorf auf Vordermann gebracht haben oder der Landkreis Görlitz mit dem geförderten Breitbandausbau das schnelle Internet für viele Einwohner zugänglich macht.

“Kreislauf des Niedergangs” durchbrechen

Die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörende Nord/LB hat Chancen und Herausforderungen zur Digitalisierung im ländlichen Raum zusammengefasst. Obgleich auf Sachsen-Anhalt bezogen, ist hier ein guter Überblick über mögliche Entwicklungsansätze gegeben, mit denen der im Dokument gleich in der Einleitung geschilderte “Kreislauf des Niedergangs” verhindert beziehungsweise überwunden werden kann.

Demnach führt in vielen ländlichen Räumen die Abwanderung und in deren Folge die Überalterung zu einer geringen Bevölkerungsdichte. Sinkt die Bevölkerungsdichte unter ein kritisches Maß, dann ist es nicht mehr wirtschaftlich, Infrastruktur und Dienstleistungsangebote komplett aufrechtzuerhalten. Weniger Unternehmen und weniger Neugründungen lassen die Zahl der Arbeitsplätze schrumpfen, was wiederum die Abwanderung verstärkt und die Abwärtsspirale weitertreibt.

Markersdorf steht deutlich besser da als viele andere ländliche Regionen

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Markersdorf hat diese Problematik – neben der eigenen Wirtschaft auch wegen der Nähe zu Görlitz – akut nicht, wobei jedoch auch hier der erwähnte Wegzug von Jüngeren den Alterungstrend stützt, obgleich in Summe die Einwohnerzahl kaum sinkt. Die Frage ist, wie die attraktiven Markersdorfer Ortschaften noch mehr Zuzug erreichen können. Dabei spielen einerseits Fragen wie die Ausweisung von Bauland eine Rolle, andererseits auch die Digitalisierung.

Das Papier der Nord/LB geht ab Seite 7 auf die Dimensionen der Digitalisierung ländlicher Räume ein. Als Praktiker kann man sich an der hier zu findenden Liste gut abarbeiten und manchen Punkt zerpflücken: Nicht alles technisch Denkbare ist praxistauglich. Ein Gebiet, auf dem in den letzten Jahren viele Erfahrungen gesammelt wurden, ist etwa das Home Office. Es hat sich gezeigt: Für ein Unternehmen ist die Präsenz der Angestellten im Gegensatz zu früheren Annahmen oft unabdingbar, auch wenn die Arbeit eigentlich digital via Internet erledigt werden kann.

Erfolgversprechende Ansätze

Versucht man aus den Ideen für die Digitalisierung im ländlichen Raum die praktikabelsten Anwendungen zu filtern, dann bleiben drei übrig:

  • Die dezentrale Energieversorgung
    Hier steht den vorhandenen technischen Lösungen etwa zur gemeinsamen Solar-Stromversorgung von Mietwohnungen oder Siedlungen vor allem eine teils nahezu unüberwindliche Bürokratie im Wege – übrigens ganz im Gegensatz zur verbreiteten gemeinsamen Wärmeversorgung etwa in Mietshäusern.
  • Die digital gestützte Gesundheitsversorgung
    Hier ist das altbekannte Modell der Gemeindeschwester in der Diskussion, nur dass diese nun auf digitalem Wege direkte Verbindung zum Arzt hat und damit – sofern die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden – ihre Handlungsmöglichkeiten erweitert.
  • Die digitalen Dienstleistungen insgesamt
    Virtuelle Arbeitsplätze, vernetzte Unternehmen und fortgeschrittene Verwaltungsdienstleistungen benötigen die zentrale Speicherung und Verarbeitung dezentral erzeugter oder erfasster Daten und mit dem Cloud Computing den Zugang darauf. Leistungsfähige Anbieter für Cloud Service ermöglichen dies auch im ländlichen Raum.

Glücksfall Strukturwandel

Eine große Chance für den ländlichen Raum entlang von Lausitzer Neiße und Spree ist der politisch gewollte und von der Wirtschaft mitgetragene Strukturwandel – wenn er denn richtig gestaltet wird. Es reicht nicht, große Ziele zu nennen, wenn man unterwegs ins Stolpern gerät. Im Strukturwandel ist neben den gemeinsamen grundsätzlichen Zielen ein Fahren auf Sicht, von Meilenstein zu Meilenstein, geboten; nur so kann man auf aktuelle Entwicklungen reagieren und Ziele anpassen. Die Energiekrise beweist ganz aktuell, dass es gar nicht anders geht.

Bricht man die großen Ziele auf die Region Markersdorf herunter, dann geht es immer um gute Lebensumstände für die Einwohner – sprich gute Arbeit und ein gutes privates Umfeld – sowie um Perspektiven für Jüngere und das Miteinander der Generationen. Dafür engagieren sich viele nach Kräften und wenn es mehr werden, umso besser!

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de

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