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Ratgeber Gesundheit

Aluminium in der Küche?

Bei Getränkedosen aus Aluminium bestehen keine gesundheitlichen Bedenken, denn diese sind innen beschichtet
Bei Getränkedosen aus Aluminium bestehen keine gesundheitlichen Bedenken, denn diese sind innen beschichtet

Symbolfoto: Anrita, Pixabay License (Bild bearbeitet)

»Gesundheitsrisiken im Umgang mit Aluminium vermeiden« war der Titel eines Beitrags im Dezember 2022. Dieser Beitrag geht noch einmal auf das Thema Aluminium und Lebensmittel ein, allerdings nicht ohne Hinweis auf die technische Bedeutung.

Wichtiger Werkstoff, aber Vorsicht bei Lebensmitteln

Aluminium ist ein wunderbarer Werkstoff. Dank seiner natürlichen Oxidschicht ist es unter vielen Bedingungen korrosionsfest, es ist leicht und kann elektrischen Strom gut leiten. Entsprechend mit anderen Metallen legiert, erreicht es hohe Festigkeitswerte; es kann geschmiedet, gegossen, gewalzt, geschweißt, umgeformt und sehr gut recycelt werden – größtes Manko: Viele sehen in Aluminium eine Gefahr für die Gesundheit.

Tatsächlich ist Aluminium nicht ganz ohne und in manchen Umgebungen hat es einfach nichts zu suchen. So meinen viele,  dass Aluminium nicht in Kosmetika – etwa in Deos, wo es die Schweißabsonderung verhindert – gehört. Andererseits hat das Bundesinstitut für Risikobewertung im Jahr 2020 genau hier Entwarnung gegeben und eine gesundheitliche Beeinträchtigung bei täglicher Anwendung von aluminiumhaltigen Antitranspirantien als unwahrscheinlich eingeschätzt.

Aluminium ist allgegenwärtig

Generell kann man Aluminium kaum entgehen, immerhin ist es das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Auf natürlichem Wege gelangt es ins Trinkwasser und auch in Lebensmittel, wobei etwa saurer Regen den Prozess verstärkt. In einem ausführlichen Beitrag verweist die Verbraucherzentrale auf die relativ hohe Aluminiumaufnahme durch Instant-Tee-Getränke, Rohkostsalate und Mehrkorn-Backwaren.

Die Aufnahme von Aluminium aus Lebensmitteln gilt jedoch als nicht akut gesundheitsgefährdend, nur sollte man tunlichst alles unterlassen, was noch mehr Aluminium in die Nahrung einträgt.

So sollten

  • salzhaltige Lebensmittel
    wie etwa Schinken oder Lachs,
  • Essig- oder Fruchtsäure enthaltende Lebensmittel
    wie beispielsweise Tomaten, Äpfel, Gewürzgurken oder Kompott sowie
  • basische Lebensmittel
    wie etwa Laugengebäck

nicht mit Aluminium in Kontakt kommen. Das liegt jedoch nahe, denkt man etwa an Backbleche, Frischhaltefolien oder Assietten aus Aluminium.

Tipp:
Die Hinweise gelten auch für die praktischen Aluschalen beim Grillen. Deren Vorteil ist,  dass kein Fett in die Glut tropft, wodurch krebserregende Substanzen vermieden werden – aber: Das Grillgut sollte frei von Marinaden sein und erst nach dem Grillen gewürzt und gesalzen werden. Das nächste Grillfest kann also kommen!

Besondere Gesundheitsrisiken

Ein besonderes Risiko besteht für Nierenkranke, weil beim Gesunden der größte Teil des auf natürlichem Wege aufgenommenen Aluminiums über die Nieren wieder ausgeschieden wird. Bei Dialysepatienten kann die Aluminiumaufnahme jedoch zur Dialyse-Enzephalopathie führen. Diese äußert sich beispielsweise in Sprachstörungen, Halluzinationen, Verwirrtheit oder Krampfanfällen. Ursächlich dafür waren früher Aluminiumsalze in der Dialyseflüssigkeit, inzwischen ist das nicht mehr so.

Ein Überblick über die Schädlichkeit von Aluminium, über Vermutungen und gesicherte Erkenntnisse ist auf quarks.de zu finden. Insgesamt sind mit der Aluminiumaufnahme viele Unsicherheiten verbunden. So verweist etwa die Alzheimer Forschung Initiative e.V. darauf, dass bei Menschen, die an Alzheimer erkrankt waren, auch ein erhöhter Aluminiumspiegel im Blut nachgewiesen wurde. Doch Vorsicht: Das ist eine Korrelation, keine Ursache-Wirkung-Beziehung – schließlich könnte ja auch die Erkrankung zum erhöhten Aluminiumspiegel führen und nicht umgekehrt.

Aluminium als Hoffnungsträger

Vorsorglich wird empfohlen, die Aufnahme von Aluminium als grundsätzliches Gesundheitsrisiko zu betrachten und – wo möglich – zu vermeiden. Das ist in der Technik jedoch ganz anders: Hier gilt Aluminium etwa als Hoffnungsträger im Leichtbau von Fahrzeugen für die Straße und die Schiene: Je geringer deren Gewicht, desto geringer der Energieverbrauch – und bei Fahrzeugen, die ihren Energiespeicher mitführen, umso höher die Reichweite.

Produktion und Verarbeitung von Aluminium

In der Oberlausitz produzierte das riesige Lautawerk von 1918 bis 1990 Aluminium, heute ist davon kaum noch etwas zu sehen. Insgesamt steht die Aluminiumgewinnung aus Sicht des Umweltschutzes in der Kritik. Das beginnt beim Bauxitabbau und setzt sich über die Abspaltung des Aluminiumoxids – der Tonerde – fort, bei der giftiger Rotschlamm als nicht verwertbarer Abfall entsteht. Schließlich ist die Gewinnung des Reinaluminiums im Elektrolyseverfahren sehr energieaufwendig. Das erklärt den Standort Lauta: Hier konnte Braunkohle aus nahen Tagebauen verstromt werden.

Moderne, an Nachhaltigkeit orientierte Aluminiumunternehmen haben sich zum Ziel gesetzt, den Recyclinganteil systematisch zu erhöhen. So will das  weltweit tätige Aluminiumunternehmen Speira aus Grevenbroich – ein  weltweit tätiges Aluminiumwalzwerk und Aluminium-Recyclingunternehmen – bis zum Jahr 2025 gemeinsam mit Branchenpartnern seine Produkte vollständig wiederverwerten und recyceln. Bis 2045 will sich das Unternehmen über mehrere Schritte sogar vollständig decarbonisieren – dem muss man gegenüberstellen: In Grevenbroich wurde die Kapazität bei aluminiumbasierten Autokarosserien auf 200.000 Tonnen vervierfacht. 

Unter dem Strich

Während Aluminium in Bezug auf Lebensmittel – etwa aluminiumhaltige – wohl nicht ganz ohne ist und zum Verarbeiten oder Aufbewahren , wenn überhaupt, nur mit Bedacht in der Küche verwendet werden sollte, steht es andererseits für umweltfreundliche Anwendungen in der Technik. Die Umweltaspekte bei der Aluminiumgewinnung werden durch immer höhere Recyclingquoten zurückgedrängt. Dennoch ist es wichtig, sich für mehr Umweltschonung  in Bauxit-Abbauländern wie etwa China, Brasilien oder Indien, um nur drei Beispiele zu nennen, einzusetzen.

Ein Beitrag der Redaktion markersdorf.de

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