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Strukturwandel betrifft alle

Das Unternehmen fit machen

Das LEAG-Kraftwerk in Boxberg/O.L. soll noch bis 2038 Braunkohle verstromen
Das LEAG-Kraftwerk in Boxberg/O.L. soll noch bis 2038 Braunkohle verstromen

Wer sich näher mit dem einsetzenden Strukturwandel in der Ober- und der Niederlausitz beschäftigt wird schnell feststellen, wo die Prioritäten beim Ersatz der braunkohleabhängigen Wirtschaft liegen: Es müssen neue Unternehmen angesiedelt oder gegründet werden und die bestehenden Unternehmen, die dadurch unter Umständen in einen härteren Wettbewerb geraten, für diesen ertüchtigt werden. Besonders in einer strukturarmen Region wie dem äußersten Osten Sachsens gehört das auf die Tagesordnung. Das Strukturstärkungsgesetz, das 40 Milliarden Euro zur Bewältigung des Strukturwandels in die Braunkohleregionen pumpen soll, wird jedoch in seinen Eckpunkten unterschiedlich bewertet.

Härterer Wettbewerb zwingt Betriebe zum Handeln

Warum Betriebe handeln müssen, soll ein Beispiel zeigen. Angenommen , ein ehemaliger Kraftwerksmitarbeiter aus Boxberg/O.L., der über die nötigen Qualifikationen verfügt, gründet einen Betrieb in der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärbranche. Für die bestehenden Betriebe bedeutet das, eine neuer Wettbewerber möchte nun auch ein Stück vom Auftragskuchen, obgleich der Kuchen, also die Gesamtheit der Kunden bzw. Aufträge, nicht größer, sondern vielleicht sogar kleiner wird. Der Wettbewerbsdruck steigt und um zu bestehen, müssen die Unternehmen der Branche ihre Effizienz weiter steigern.

Doch auch das neue Unternehmen muss von Beginn an eine gewissen Leistungsfähigkeit aufweisen, um Kundenerwartungen zu erfüllen: Ein Hotline, um Störungsfälle zeitnah zu beheben, eine möglichst geringe Vorlaufzeit bis zum Beginn der Auftragsrealisierung und dann wird auch noch die zügige Erledigung des Auftrags gefordert. Hier hat der “Einzelkämpfer” als Unternehmer kaum noch Chancen – und neben einem gewissen Leistungspotenzial an Beschäftigten und Technik muss der Betrieb sehr gut organisiert sein.

Früher galten rauchende Schlote als Symbol für Prosperität. Im Jahr 2000 wurde mit dem Abbruch des ersten der ehemals vier 300-Meter-Schlote des Kraftwerks Boxberg/O.L. begonnen, zwei weitere wurden 2009 gesprengt, der letzte fiel im Jahr 2013.

Diese stetig wachsenden Anforderungen an die Betriebsorganisation betreffen im Grunde alle Branchen, selbstverständlich auch die Unternehmen in Markersdorf: Von der Produktion soundso über das Handwerk und Dienstleister aller Art, beispielsweise im Gesundheitsbereich, im Finanzsektor, in der Bildung und im IT-Sektor, bis hin zu Handel und Logistik, Landwirtschaft und Regierungs- und Verwaltungsbehörden. Im Umkehrschluss: All diese Bereich müssen im Strukturwandel mitziehen, denn der Verzicht auf die Braunkohle ist zwar ein tiefer Einschnitt, der Strukturwandel als andauernde und ständige Erscheinung hat aber nur bedingt damit zu tun.

Effizienter werden mit Informationstechnologie (IT)

Schaut man sich den IT-Einsatz besonders in kleineren Unternehmen an, so gibt es noch immer viele, bei denen der Umgang mit Daten zu großen Teilen den Mitarbeitern überlassen wird – jeder kopiert und speichert nach Gutdünken. Folge sind regelmäßig mehrfach hinterlegte Daten mit unterschiedlichem Aktualisierungsstand. Werden dann bestimmte Daten benötigt, werden diese aus unterschiedlichen Quellen zusammengesucht, meist mit hohem Aufwand und nicht gerade perfektem Ergebnis.

Demgegenüber sind Lösungen zu bevorzugen, bei denen die Daten zentral gespeichert und für die Mitarbeiter Zugriffsrechte vergeben werden, etwa: Wer darf Einsicht nehmen? Wer darf herunterladen? Wer darf drucken? Wer darf ändern oder löschen? Technisch erfolgt das auf einem Server – also einem zentralen als Datenspeicher verwendeten Rechner, auf dem auch die Zugriffssoftware installiert ist – auf den die Nutzer Zugriff haben. Ist der Server über das Internet erreichbar, spricht man gewöhnlich von einer Cloudlösung. Vorteil: Auch der Installateur, der Wartungstechniker oder der Außendienstverkäufer haben im Außeneinsatz dann Zugang auf stets aktuelle Daten.

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Neben relativ einfachen Standardlösungen, die Unternehmen anbieten oder die als sogenannte Open-Source-Software von Communities im Internet entwickelt und gepflegt werden, bieten insbesondere unternehmensspezifische Softwares große Rationalisierungspotenziale. Dabei handelt es sich um sogenannte ERP-Systeme, wobei ERP für Enterprise Resource Planning (Betriebliche Ressourcenplanung) steht. Gerade in kleineren Unternehmen ist dieser Begriff noch unbekannt

Alle Daten, die ein Unternehmen oder eine Organisation benötigt, um in ihrem Markt zu agieren, werden im ERP-System zentral erfasst und sind damit zugleich die Voraussetzung dafür, moderne Informations- und Managementsysteme anzuwenden. Mit einem solchen ERP-System ist zum Beispiel schnell feststellbar, wann eine Auftrag ausgeführt werden kann und was bis dahin noch beschafft oder abgesichert werden muss.

Der Haken der ERP-Systeme: Die zum Einsatz gelangende Softwarelösung muss auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten werden, außerdem ist der Anbietermarkt recht unübersichtlich. Eine Auswahlhilfe bietet eine Webseite zum Thema “Was ist ERP?”, auf der man seine Branche anklicken kann. Mit dem nächsten Klick auf den Button “Weiter” und einigen nötigen, schnell und anonym beantwortbaren Fragen, beispielsweise nach der Mitarbeiterzahl und ob eventuell internationale Aktivitäten bestehen, wird die Zahl der dem System bekannten ERP-Systemanbieter angezeigt und man kann sich die sieben am besten passenden ERP-Systeme als Auswahlliste zuschicken lassen.

Auf dieser Webseite werden zudem die Vor- und Nachteile eines ERP-Systems zusammengefasst. Neben den wirtschaftlichen Erwartungen, die sich aus der Gegenüberstellung von Aufwand und möglichen positiven Effekten ergeben, ist es besonders wichtig, die betroffenen Mitarbeiter an der Entscheidung zur Einführung eines ERP-Systems und an der Implementierung zu beteiligen, um Widerstände zu vermeiden.

Zusammenfassung

Auch kleinere Unternehmen kommen immer weniger umhin, Informations- und Managementsysteme einzuführen, wie sie im Grundsatz aus größeren Unternehmen bekannt sind. Im Strukturwandel kann damit die nötige Wettbewerbsfähigkeit gesichert und ausgebaut werden.

Thomas Beier

So nicht!

Der zweite tiefgreifende Strukturwandel in der Lausitz seit dem der Jahre ab 1990, der vor allem die Textilindustrie, die Feinoptik, Kraftwerke, Tagebaue und viele weitere Unternehmen stark beeinträchtigte oder auslöschte, muss deutlich erfolgreicher gestaltet werden. Allerdings muss mit Blick auf die Gewerbegebiete beispielsweise in Markersdorf, Kodersdorf, Hagenwerder und in der Zittauer Weinau gewürdigt werden, dass seit 1990 im heutigen Landkreis Görlitz viele erfolgreiche Unternehmen entstanden sind oder sich angesiedelt haben.

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