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Geologisches Naturdenkmal

Spitzberg

Spitzberg

Der bewaldete Spitzberg (372 m über NN) westlich von Deutsch-Paulsdorf erhebt sich trotz seiner geringen Höhe deutlich über seine Umgebung und birgt so manche Überraschung in seinem Inneren. Zur Zeit, als unser Deutsch-Paulsdorfer Spitzberg entstand, im Tertiär, erstreckten sich in den Becken von Berzdorf und Zittau die subtropischen Sumpfwälder, die die Grundlage der heutigen Braunkohle lieferten. Die damaligen Klimaverhältnisse in der Oberiausitz wären mit dem heutigen südostasiatischen Raum vergleichbar, die Jahresmitteltemperaturen lagen bei 20 bis 23°C. Das flache Land zwischen Löbau, Görlitz und Zittau brach durch erdinnere Kräfte an vielen Stellen auf und glutflüssige Lava ergoss sich aus den Spalten in die Senken. Damals vor 20 bis 30 Millionen Jahren war hier die Hölle los. Da quollen aus dem Löbauer Berg, Rotstein,der Landeskrone oder auch der Lausche im Zittauer Gebirge Asche und Lava.Doch was von den „feuerspeienden” Bergen des frühen Sachsens noch zu sehen ist, sind allenfalls „Ruinen”, sagen die Geologen. Es sind die spärlichen Reste von wesentlich höheren Bergen, nur der Schlot blieb erhalten, der Kern in dem die Lava aufstieg.

Die eigentlichen Berge sind längst verwittert. Über die vielen Jahre blieb nur der harte Basalt übrig, während ringsum Wasser und Wind das Gestein zerrieben haben. Auch unser Deutsch-Paulsdorfer Spitzberg stellt so eine durch Erosion herausgearbeitete Partie eines Eruptionskanals dar. Eine Folge der schnellen Erstarrung der Lava ist die typische Absonderungsform des Basaltes in fünf- oder sechsseitige (bienenwabenähnliche) Säulen. Im südlichen 20 m hohen Abbruch des ehemals bewirtschafteten, heute sehr reizvollen Steinbruches am Deutsch-Paulsdorfer Spitzberg lassen sich sehr regelmäßige, lange Säulen erkennen, dessen Kopfenden nach Osten zeigen. Ihre Durchmesser betragen Werte zwischen 20 und 35 cm und im Gipfelbereich bilden ihre Kopfflächen einen schmalen, z.T. ebenen Grat. Auf einer Gruppe von schwer zugänglichen Basaltsäulen steht ein Stein der Landesvermessung vom 19. Jahrhundert.

Beispiele für weitere bemerkens werte Säulenfundorte in unserer näheren Umgebung bieten u.a. der Knorrberg bei Dittersbach, Stein- und Hutberg bei Ostritz, der Oberoderwitzer Spitzberg und außerhalb unserer Landesgrenzen die Herrenfelsen in Nordböhmen. Im früheren Steinbruch herrschen besonders wärmeliebende Pflanzenarten vor, die diese basischen, sich gut erwärmenden Basaltböden bevorzugen. Der Deutsch-Paulsdorfer Spitzberg und andere Kuppen im Ostlausitzer Hügelland stellen wichtige Rückzugsgebiete und Überiebensinseln für eine Reihe gefährdeter Tierarten dar. Am Bergfuß blieb an der Straße von Deutsch- Paulsdorf nach Sohland ein Grenzstein von 1815 erhalten, der die Grenze zwischen ehemals sächsischem und preußischem Land markierte. Eine große Anzahl weiterer vulkanischer Hügel und Kuppen bereichem die mannigfaltige Landschaft der Oberlausitz. Unzählige steinerne Zeugen einer ziemlich hitzigen Zeit.

Dorit Rothe

SehenswertesGemeinde Markersdorf