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Bürgermeister Juni 2009

Blick vom Bagger über den See auf Jauernick-Buchbach, Foto: Knack
Blick vom Bagger über den See auf Jauernick-Buchbach, Foto: Knack

Wer war nicht schon einmal in der ungemütlichen Lage, das Gefühl zu haben, in eine absolute Sackgasse geraten zu sein? Fast jeder kennt die Situation, wenn man sich meist völlig ungewollt den Unmut seines Partners, seines Nachbarn oder eines anderen Menschen zuzieht. Meist sind es Kleinigkeiten, die es gar nicht wert sind, überhaupt darüber zu reden. Doch wenn man diese Möglichkeit, darüber zu reden, achtlos verstreichen lässt, verhärten sich die Fronten so stark, dass man den “wunderschönsten” Streit heraufbeschworen hat. Und dann kostet es nicht nur Überwindung, sondern meist auch sehr viel Kraft, die Wogen wieder zu glätten. In einer gut funktionierenden Familie gibt es immer einen Partner der nachgibt, oder ein Partner findet treffende Argumente, die schnell zum Einlenken bewegen. Oft gibt es in der Familie oder in der Gemeinschaft Menschen, die schlichtend dazwischen gehen und meistens ist der Wille zum Erhalt der Gemeinschaft Anlass genug nachzudenken. Immer ist es aber das gemeinsame Gespräch, welches uns in die Lage versetzt, Probleme nicht zu groß werden zu lassen und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.

“Verhandeln ist nicht die schlechteste Form des Handelns.”

William Rogers

Was macht man aber außerhalb der Familie oder der intakten Gemeinschaft? Was macht man zum Beispiel als Kommunalpolitiker, wenn man statt zu verhandeln lieber angreift? Wie will man in einem gemeinsamen Gespräch Probleme erkennen und an deren Beseitigung arbeiten, wenn man nicht bereit ist aufeinander zuzugehen. Wie will man überhaupt seine Arbeit in einem gewählten Kommunalamt bewältigen, wenn man nicht bereit ist Kompromisse einzugehen und vor allem sich Mitstreiter und Verbündete zu suchen.

In den letzten Tagen wurde ich von vielen Bürgern nach den Vorwürfen des Büros des Görlitzer Oberbürgermeisters gegen den Landrat befragt. Einhellig war die Meinung, dass man das ganze Theater nicht recht verstehen kann. Dem kann ich mich nur anschließen. Man sollte jedoch auch immer im Blick behalten, dass die Vorwürfe recht einseitig sind und nicht von der gesamten Stadtverwaltung kommen.

Wie will man aufeinander zugehen, wenn man nur seine eigenen Interessen sieht und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist? Wenn ich mich ständig angegriffen fühle und nicht bemerke, dass ich selbst das Schwert schwinge, dann kann ich auf Dauer auch nicht auf Nachsicht hoffen.

Die wenigsten Menschen in unserer Region sagen etwa ein Jahr nach der Kreisgebietsreform, dass sich alles verbessert hat und dass dieser Verwaltungsakt schon abgeschlossen wäre. Auch der Landrat räumt ein, dass noch ein Haufen Arbeit vor uns liegt und wir diese Arbeit im Kreisgebiet nur gemeinsam erledigen können. Aber er sucht das Gespräch mit den Gemeinden, er hört sich die Probleme an und er versucht, mit seinen Dezernenten und Mitarbeitern zu helfen. Und bisher gab es eigentlich immer eine Lösung.

Einen Vorwurf, dass der Landrat seine Verwaltung nicht in Griff hat, sollte daher nicht unbedingt aus der Richtung kommen, aus welcher mehr verhindert als bewegt wurde.

Auch die Gemeinde Markersdorf ist in einigen Verbänden und bei manchen Maßnahmen mit unserer Kreisstadt verbunden. Wir wissen, welche Rolle Görlitz für unsere Region, die Oberlausitz, spielt.

Aber auch unsere Gemeinde hatte in den letzten zehn Jahren einige Probleme mit der “Großen Stadt”. Im Planungsverband Berzdorfer See ist noch lange nicht alles geklärt, damit willige Investoren mit der Entwicklung beginnen können. Wir als Anliegergemeinden haben sehr großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Landkreis am und um den See.

Im Gewerbegebiet Hoterberg ist die Stadt nicht unbedingt die größte Hilfe bei der Werbung von Ansiedlungen. Erst im letzten halben Jahr hat die EGZ (Europastadt GmbH) mit uns Kontakt aufgenommen und sich überhaupt für das Gewerbegebiet interessiert.

Auch unsere Gemeinde wurde angeschrieben und aufgefordert, einen Fragebogen auszufüllen, wie viele Veranstaltungen wir zu welchem Preis jährlich in der Stadthalle durchführen wollen. Wir haben diesen Fragebogen auch nicht bearbeitet und viele andere Gemeinden ebenfalls nicht, aber trotzdem arbeiten unsere Verwaltungen nicht schlecht.

Viele Menschen aus unserer Gemeinde arbeiten in Einrichtungen der Stadt. Darüber sind wir sehr froh und wir werden uns in der Fremde auch immer als Markersdorf bei Görlitz vorstellen. Wir werden auch weiterhin gerne mit unseren Gästen in die tolle Görlitzer Altstadt gehen und wir werden auch weiterhin die Kinos, das Theater und die Restaurants der Stadt nutzen.

Auch wenn wir bei dem Stadtoberhaupt nicht unbedingt den Eindruck haben, dass wir als gleichberechtigte Partner angesehen werden, sind wir als Bewohner der Anliegergemeinden schon etwas stolz auf unsere Kreisstadt.

Wir haben Juni und dieses Jahr ganz zeitig Ferien. Wir wünschen allen schönes Wetter und einen tollen Urlaub. Erholen Sie sich gut und tanken Sie auf für die zweite Hälfte des Jahres. Und nutzen Sie die Zeit, um miteinander zu reden. Es gibt unendlich viele Anlässe und Themen dafür.

Auch möchte ich mich schon an dieser Stelle bei allen Freiwilligen bedanken, die in den Wahllokalen und im Gemeindewahlausschuss mitarbeiten.

Und allen Kandidaten wünsche ich maximale Erfolge.

Ihr Bürgermeister
Thomas Knack

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